Schelte nach WM-Pleite Hamann schießt gegen DFB-Star und kritisiert Flick-Entscheidung

Dietmar Hamann sitzt bei dem Fußball-Talk Sky90. Hamann hat nach dem misslungenen WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft scharfe Kritik geäußert.

Dietmar Hamann, hier am 2. Oktober 2022 bei Sky90, hat nach dem misslungenen WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft scharfe Kritik geäußert.

Der Druck nach der Pleite zum Start in die WM 2022 ist für die deutsche Nationalmannschaft gewaltig – ebenso die Kritik vieler Experten. Auch Dietmar Hamann äußerte seinen Unmut nach der Japan-Niederlage.

Untergangsstimmung rund um die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar. Nach der Auftakt-Pleite gegen Japan vom Mittwoch (23. November 2022) reißt die Kritik aus der Heimat an Bundestrainer Hansi Flick (57) und seiner Auswahl nicht ab.

Extrem unzufrieden mit dem Auftritt bei der 1:2-Niederlage war auch Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann (49), der in seiner Sky-Kolumne gleich mehrere Baustellen benannte und sich besonders einen DFB-Star zur Brust nahm.

WM 2022: Dietmar Hamann kritisiert Antonio Rüdiger

„Bezeichnend war für mich die Szene, in der Rüdiger im Duell mit Asano den Ball ins Aus laufen lässt und dabei die Knie hochzieht“, schrieb Hamann über eine Einlage von Abwehrchef Antonio Rüdiger (29) beim Stand von 1:0 in der 64. Minute.

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„Das war symptomatisch für die Unprofessionalität und Überheblichkeit im deutschen Spiel und an Respektlosigkeit nicht zu überbieten, weil er damit den Gegner lächerlich gemacht hat“, tadelte Hamann.

Was genau hinter Rüdigers ungewöhnlichem Lauf steckte, blieb offen – allerdings hatte es solche Szenen auch schon mehrfach in seiner Zeit beim FC Chelsea gegeben.

Hier sehen Sie die Rüdiger-Szene im Video:

Eine bewusste Verhöhnung des Gegners beim knappen Stand von 1:0 hätte nicht zum ansonsten so konzentrierten Auftritt des Innenverteidigers gepasst, der bis in die Haarspitzen motiviert wirkte.

Dietmar Hamann bedauert Fehlen von Mats Hummels bei WM 2022

Hamann vermisste bei Betrachtung der Szene dennoch die Seriosität eines anderen Abwehrspielers, der es bei der finalen Nominierung nicht in den Kader von Hansi Flick geschafft hatte. „Ein Spieler wie Hummels hätte in die Mannschaft gehört, weil er Verantwortung übernimmt, weil er Missstände anspricht, weil er Tendenzen und Entwicklungen erkennt“, führte der Sky-Experte aus.

„Man hatte sich dazu entschieden, Harmonie über alles zu stellen. Das war wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass Hummels nicht dabei ist. Aber mit einer ruhigen, harmonischen Truppe wirst du nichts gewinnen“, so der 49-Jährige. „Mir ist das alles zu weich, zu nett und zu eintönig. Du brauchst Reibung! Dadurch werden Reize gesetzt“, kritisierte er.

Flick hatte das WM-Aus für Mats Hummels (33) mit dem Blick auf jüngere Innenverteidiger begründet. „Er hat eine hervorragende Form, ist topfit und für Dortmund ein sehr wertvoller Spieler“, sagte Flick bei der Bekanntgabe des Kaders über den Weltmeister von 2014. Aber er müsse auch „ein bisschen die Zukunft im Blick haben“. (dpa/bc)

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