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Erste Bundesliga-TrainerinUnion Berlin verliert bei Etas historischer Premiere

Trainerin Marie-Louise Eta (m.) mit ihren Co-Trainern Andreas Kerwin und Sebastian Bönig schauen nach der Niederlage gegen Wolfsburg frustriert.

Copyright: IMAGO/Matthias Koch

Lange Gesichter bei Union Berlin: Trainerin Marie-Louise Eta (m.) mit ihren Co-Trainern Andreas Kerwin und Sebastian Bönig.

Marie-Louise Eta rückt Union Berlin ins Rampenlicht des europäischen Fußballs. Doch ihre Premiere gegen Wolfsburg geht schief. Ist es für Dieter Hecking und den VfL der Start einer Aufholjagd?

Marie-Louise Eta hat die Negativserie des 1. FC Union Berlin nicht stoppen können und ihre historische Premiere als erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer verloren.

Der Tabellenvorletzte VfL Wolfsburg feierte hingegen den ersten Sieg unter Dieter Hecking und schöpft neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Im ersten Spiel nach der Trennung von Steffen Baumgart mussten sich die Köpenicker im Stadion An der Alten Försterei mit 1:2 (0:1) geschlagen geben.

Burke-Treffer reicht Eta nicht

Patrick Wimmer (11. Minute) mit einem Traumtor und Dzenan Pejcinovic (46.) erzielten die Treffer für extrem effiziente Gäste. Union vergab zahlreiche Chancen und kam durch Oliver Burke (86.) nur noch zum Anschlusstreffer. Es war das erste Spiel in einer der fünf europäischen Top-Ligen mit einer Frau als Cheftrainerin an der Seitenlinie. Als „Fußballgöttin“ begrüßte der Großteil der 22.012 Fans die 34-Jährige.

Bei noch vier ausstehenden Partien haben die Eisernen sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und können trotz der Pleite relativ sicher für ihre achte Bundesliga-Spielzeit planen. Dennoch war es eine Woche nach der Niederlage gegen Schlusslicht Heidenheim der nächste harte Dämpfer. Wolfsburg verkürzte den Rückstand auf Rang 16 auf zwei Zähler.

Etas Beförderung hatte die sonst so unscheinbaren Köpenicker auch aufgrund der gesellschaftlichen Signalwirkung in den internationalen Fokus gerückt. Der Medienauflauf beim Premierentraining und der ersten Pressekonferenz war so groß wie vielleicht noch nie bei Union.

Wolfsburg konnte sich dagegen nahezu ungestört auf das richtungsweisende Spiel im Abstiegskampf vorbereiten. „Das realistische Ziel, das noch greifbar ist, ist Platz 16“, hatte Hecking erklärt.

In der Anfangsphase war vor allem Wimmer auffällig. Der Österreicher nutzte die Räume im Mittelfeld, zog nahezu unbedrängt bis vor die Strafraumgrenze und schlenzte den Ball mit dem Außenrist ins Eck. Der frühe Rückstand wirkte wie ein Weckruf für Union, doch Stürmer Ilyas Ansah ließ gleich zwei hochkarätige Chancen ungenutzt.

Beide Teams neutralisierten sich in der Folge und sowohl Frederik Rönnow im Union-Tor als auch sein Gegenüber Kamil Grabara waren bis zur Halbzeit nur selten gefordert. Eta coachte aktiv und feuerte ihre Schützlinge immer wieder lautstark an.

Die 34-Jährige hatte sich nach Wiederanpfiff gerade in ihrer Coaching-Zone positioniert, da schlugen die eiskalten Wolfsburger erneut zu. Wieder hatten die Niedersachsen viel Platz im Mittelfeld: Pejcinovic marschierte aufs Tor zu und war wie Wimmer mit einem Distanzschuss erfolgreich.

In der Folge geriet der VfL, der bis auf die beiden Treffer kaum Gefahr ausstrahlte, immer stärker unter Druck. Nach zahlreichen vergebenen Chancen belohnte Burke schließlich die Hausherren, die in der Nachspielzeit noch weitere große Möglichkeiten hatten. (dpa)

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