„Als hätten wir den Fußball getötet“ Real-Boss Pérez glaubt weiter an Super-League

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Florentino Perez, Präsident von Real Madrid, spricht am 17. April bei einer Pressekonferenz.

Madrid – Die Super League ist nach Meinung von Real Madrids Präsidenten Florentino Pérez (74) noch nicht gescheitert. „Da liegen sie komplett falsch“, sagte er in Richtung der Kritiker, die das Projekt für erledigt erklärt haben. Er denke nicht, dass die anderen Fußball-Klubs die Super League verlassen haben. „Es ist klar im Vertrag, dass du nicht gehen kannst“, sagte Pérez.

  • Real Madrids Präsident Florentino Perez glaubt weiter an Super League
  • Zuvor zogen sich die sechs englischen Klubs, Atletico Madrid, Inter Mailand und AC Mailand zurück
  • Einzig Juventus Turin und der FC Barcelona sind wie auch Real Madrid noch nicht von den Plänen einer Super League abgewichen

Die sechs beteiligten Teams aus England, die drei aus Italien sowie Atlético Madrid hatten zwischen Dienstagabend und Mittwoch nach massiven Protesten von Anhängern und Verbänden ihren Rückzug von dem Vorhaben erklärt. Keine entsprechende Ankündigung gibt es von Real und dem FC Barcelona.

„Es war, als hätten wir jemanden getötet. Es war, als hätten wir den Fußball getötet. Aber wir versuchen, einen Weg zu erarbeiten, um den Fußball zu retten“, sagte Pérez. „Ich bin seit 20 Jahren im Fußball und ich habe noch nie Drohungen wie diese gesehen.“ Man habe das Vorhaben womöglich nicht gut erklärt, „aber die haben uns auch keine Gelegenheit dazu gegeben, es zu erklären“. Er sei traurig und enttäuscht, weil man an dem Projekt drei Jahre gearbeitet habe.

Florentino Perez: Pläne zur Super League sind nur auf „Stand-by“

Deshalb hält Real Madrids auch trotz des Chaos' der vergangenen Tage weiter an einer Super League fest. Das Projekt sei auf „Stand-by“, sagte er am Mittwoch (22. April) dem Radiosender Cadena Ser. Die Pläne für eine neue Eliteliga existierten, „aber die Hälfte von ihnen ist gegangen, müde von dem, was sie in den vergangenen 24 Stunden gehört haben.“

Auf die Frage, ob es falsch sei zu denken, dass der Wettbewerb nun tot sei, antwortete Perez: „Auf jeden Fall. Wir arbeiten daran. Es wird etwas herauskommen, von dem die Welt denkt, dass es das Beste ist.“ Die Europäische Fußball-Union (UEFA) habe „eine Show hingelegt“, fügte er hinzu: „Sie haben es so aussehen lassen, als hätten wir eine Atombombe abgeworfen. Die Reichen verlieren jetzt eine Menge Geld.“

Pérez machte erneut seine Unzufriedenheit mit der Champions League deutlich. „Das Champions-League-Format ist alt und erst ab dem Viertelfinale interessant“, sagte er. Auf die Frage, warum er die Mitglieder Reals nicht um ihre Meinung gebeten habe, antwortete er: „Muss ich sie auch fragen, welche Spieler wir unter Vertrag nehmen?“

Zwölf Top-Klubs wollten unabhängige Super League gründen

Zwölf Größen des internationalen Fußballs hatten in der Nacht zu Montag die Gründung einer von der UEFA unabhängigen und milliardenschweren Super League angekündigt. Nach der Absage von Atletico Madrid, Inter Mailand und des AC Mailand sowie der sechs englischen Klubs hatte Hauptinitiator und Juventus-Boss Andrea Agnelli (45) erklärt, die Pläne seien verworfen worden. (sid/dpa)

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