Jubelstimmung bei RTL: Nach der geglückten Sky-Übernahme äußerte sich RTL-Senderchef Stephan Schmitter in einem Interview zu dem „Nervenkrimi“. Außerdem zeigte er sich meinungsstark zum „Abo-Wirrwarr“ und verriet die Bundesliga-Pläne des Senders.
Nach „Nervenkrimi“ bei Sky-ÜbernahmeRTL-Chef positioniert sich gegen „Abo-Wirrwarr“

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RTL-Senderchef Stephan Schmitter zeigte sich erleichtert über die geglückte Übernahme von Sky. (Bild: MG RTL D / Marina Rosa Weigl)
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Die Tinte ist trocken - und damit der XXL-Deal perfekt: RTL übernimmt Sky für einen Festbetrag von 150 Millionen. Weitere 377 Millionen Euro könnten bei guter Entwicklung des Aktienkurses in den kommenden fünf Jahren noch fließen. „Es war ein regelrechter Nervenkrimi“, freute sich Stephan Schmitter im Interview mit „t-online“ über die Billigung des Deals durch die EU-Kommission. Das Publikum erwarte „eine echte Alternative zu den großen amerikanischen Streamingplattformen“, stellte der RTL-Chef in Aussicht.
Ziel sei es nach der Fusion „Angebote künftig klarer und übersichtlicher zu gestalten“. Schmitter verdeutlichte: „Ich ärgere mich selbst sehr über dieses Abo-Wirrwarr.“ Statt neuer Modelle wolle man auf Bündelung von Inhalten und einem einfachen Zugang zu ebenjenen setzen. Dahingehend verwies Schmitter auf die in seinen Augen bereits gelungen umgesetzte Einbindung des Angebots von HBO Max in den RTL-Streamingkosmos (als Zubuchoption).
Nach Sky-Übernahme will RTL mehr Bundesliga-Spiele im Free-TV zeigen
Die 2,5 Milliarden Euro, die RTL als Budget für neue Projekte veranschlagt, will der Konzern nutzen, „um in allen wichtigen Genres konkurrenzfähig zu sein - im Sport, bei Shows, Reality, Unterhaltung und im Journalismus“, erklärte Stephan Schmitter. In puncto Sportrechte unterstrich er, man befinde sich aktuell in „langfristigen Verträgen“, wolle sich gleichzeitig aber auch „bei neuen Ausschreibungen dem Wettbewerb stellen“.
Spezifischer ging der RTL-Senderchef auf die Bundesliga ein. Bis dato hatte Sky Teile der Übertragungsrechte inne und zeigte die Einzelspiele der Fußball-Eliteliga am Freitag und Samstag. Daran soll sich auch nichts ändern, wenn es nach Schmitter geht: „Sky bleibt die Heimat der Bundesliga.“ Ziel sei es jedoch, „so viele Menschen wie möglich daran teilhaben lassen“. Er stellte deshalb in Aussicht, künftig mehr Spiele im frei empfangbaren Fernsehen zur Verfügung zu stellen. (tsch)
