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Bitteres Pokal-AusFreiburger schimpfen über Szene um Ex-Kölner

Aktualisiert:

Ein Zweikampf zwischen Freiburgs Lucas Höler und Stuttgarts Jeff Chabot in der Verlängerung des Pokal-Halbfinals erhitzt die Gemüter.

„Das ist nie und nimmer ein Foul. Ich wäre als Stürmer ausgerastet“, sagte Deniz Undav vom VfB Stuttgart bei Sky nach dem gewonnenen Halbfinale ehrlich: „Glück für uns, Pech für Freiburg.“

Der Nationalstürmer hatte Mitleid mit dem SC Freiburg. Natürlich überwog die Freude über den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Doch ein aberkanntes Tor der Freiburger zu Beginn der Verlängerung beim 2:1 (1:1) im Halbfinale am Donnerstagabend irritierte selbst Undav als Profiteur.

„Entschuldigung, das ist kein Foul. Das tut weh.“

Was war passiert? Freiburgs Lucas Höler hatte kurz nach Beginn der Verlängerung zum vermeintlichen 2:1 getroffen.

Weil der Offensivspieler nach dem Zuspiel in seine Richtung angeblich zu sehr mit dem Körper gegen den fallenden VfB-Verteidiger Jeff Chabot arbeitete, pfiff Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) die Aktion ab. Auf TV-Bildern ist zu sehen, dass Höler mit angelegtem Arm eher handelsüblich gegen den Ex-Kölner zu Werke ging.

Der Ärger beim Sport-Club war riesengroß. „Ich weiß nicht, warum man da abpfeifen muss. Das ist ein reguläres Tor“, sagte Trainer Julian Schuster in der ARD: „Entschuldigung, das ist kein Foul. Das tut weh.“

Höler pflichtete dem Coach bei. „Das wegzupfeifen, ist eine Frechheit, das ist niemals ein Foul. Mit dem Schubser muss Chabot nicht zu Boden gehen“, sagte er bei Sky. Schiri Welz habe auf dem Platz von einer „glasklaren Entscheidung“ gesprochen: „Jeder, der auf mich zugekommen ist, sagt, dass das kein Foul ist. So glasklar kann es nicht gewesen sein."

Jeff Chabot (VfB Stuttgart) und Igor Matanovic (r, SC Freiburg) kämpfen um den Ball.

Copyright: Tom Weller/dpa

Jeff Chabot (VfB Stuttgart) und Igor Matanovic (r, SC Freiburg) kämpfen um den Ball. Der ehemalige Kölner chabot steht mit dem VfB im Pokalfinale.

Auch Innenverteidiger Matthias Ginter kritisierte die Handhabung der Szene. „Es wird bei drei Meter Abseits weitergespielt, dann lass hier auch weiterspielen. Dann kannst du es danach immer noch zurücknehmen“, sagte der 2014er-Weltmeister: „In der Szene abzupfeifen vor dem Abschluss, ist einfach nicht richtig. Es ist eine Fehlentscheidung.“

Abwehrspieler Christian Günter meinte: „Wenn das ein Foul ist, kann ich hier und heute meine Karriere beenden. Das ist wirklich gar nichts.“ Er wolle die Schuld nicht nur beim Schiedsrichter suchen. (sid)

Deniz Undav (l.) und Bilal El Khannouss jubeln gemeinsam nach einem Treffer.

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