Investor Ismaik lässt 1860 fallen: Absturz in die 4. Liga
Schwarzer Mittwoch für LöwenInvestor Ismaik zahlt nicht, der Traditionsverein stürzt ab

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Die Fans des TSV 1860 München trauern. (Archivbild)
Wut, Trauer, Fassungslosigkeit in München. Weil Investor Hasan Ismaik eine rettende Zahlung verweigerte, stürzt der TSV 1860 München in die 4. Liga. Für den Traditionsklub beginnt ein Kampf ums Überleben.
Die Anhänger des TSV 1860 München kochten vor Wut. „Alle zurücktreten! Sofort raus!“, forderten die Fans der „Löwen“ vor der Geschäftsstelle an diesem Schwarzen Mittwoch. Doch schnell wich die Wut einer tiefen Fassungslosigkeit und Trauer. Der Grund: Nach einer blockierten Zahlung ihres umstrittenen Investors Hasan Ismaik stürzt der Traditionsverein in die Regionalliga ab.
Bis 17.00 Uhr am Mittwoch hätte der Klub seine finanzielle Leistungsfähigkeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen müssen, um die Lizenz für die 3. Liga zu bekommen. Doch eine Übereinkunft mit Ismaik kam in letzter Sekunde nicht zustande. Das sei „sehr, sehr enttäuschend“, musste Vereinspräsident Gernot Mang auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz zugeben.
Ismaik verweigert Zahlung – Absturz besiegelt
Es war ein hektisches Finale. Nachdem Ismaik Ende Mai Darlehensverträge aufgekündigt hatte, fehlten Berichten zufolge 2,7 Millionen Euro für die Lizenz. Bis zum Schluss lagen zwei Vertragswerke auf dem Tisch – eines für den e.V., eines für Ismaiks HAM-Seite. Doch eine Einigung wurde nicht erzielt. „Fakt ist, dass wir komplett überrascht wurden, dass die Darlehen gekündigt wurden“, so Mang.
Der jordanische Investor, der seit 2011 bei den „Löwen“ engagiert ist, hatte die Situation mit der Kündigung eskalieren lassen. Er begründete seinen Schritt mit den wiederkehrenden finanziellen Defiziten des Vereins. Nach den gescheiterten Verhandlungen äußerte er „große Traurigkeit“ und hofft auf eine „bessere Zukunft“.
Déjà-vu? Warum dieser Absturz schlimmer ist als 2017
Es ist nicht das erste Mal, dass Ismaik den Geldhahn zudreht. Bereits am ersten Freitag im Juni 2017 verweigerte er nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga eine nötige Zahlung von rund 10 Millionen Euro. Auch damals folgte der Absturz in die Regionalliga.
Doch die Stimmung war eine völlig andere. Damals herrschte Aufbruchstimmung. Die zweite Mannschaft diente als Gerüst und schaffte unter Trainer Daniel Bierofka mit Führungsspielern wie Sascha Mölders den sofortigen Wiederaufstieg. Diesmal ist von einem positiven Impuls nichts zu spüren.
Zukunft ungewiss: Droht den Löwen jetzt die Insolvenz?
Der TSV 1860 München will zwar in der 4. Liga antreten, doch die Frage ist, ob Ismaik seinen Anteil an der Finanzierung leistet. Es geht um rund eine Million Euro. Bleibt das Geld aus, droht der KGaA die Insolvenz. Ein dramatisches Zeichen: Hauptsponsor „Die Bayerische“ hat bereits von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. Damit bricht die wichtigste Einnahmequelle vorerst weg.
Ismaik, der nach eigenen Angaben fast 80 Millionen Euro in den Verein investiert hat, will seine Anteile (60 Prozent) eigentlich verkaufen. Ein Deal mit einem Schweizer Unternehmer im Sommer 2025 platzte, zuletzt bekundete Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger Interesse.
Totaler Ausverkauf: Was wird aus dem Kader?
Für die Mannschaft ist der Absturz ein Desaster. Nach Informationen der „Bild“ haben nur acht Spieler einen Vertrag für die Regionalliga, die schon Ende Juli beginnt. Das Team um bekannte Namen wie Kevin Volland, Florian Niederlechner oder Toptorschütze Sigurd Haugen wird komplett auseinanderbrechen. Einziger Hoffnungsschimmer könnte die U21 sein, die in der 5. Liga Meister wurde. Ihr Trainer, Alper Kayabunar, wird bereits als Nachfolger von Markus Kauczinski gehandelt.
Durch das Aus der „Löwen“ wird ein Platz in der 3. Liga frei. Diesen könnte der TSV Havelse als bestplatzierter Absteiger einnehmen, sofern die Lizenz erteilt wird. Für die Regionalliga Bayern, für die 1860 eine Zulassung hat, könnte die Saison mit 19 statt 18 Vereinen starten. (dpa/red)
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