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Niklas Süle hört mit 30 aufEx-FC-Trainer prägte mit 100-Kilo-Spruch seine Karriere

Niklas Süle macht Schluss: Nach der Saison beendet der 30-Jährige mit Auslaufen des Vertrags bei Borussia Dortmund seine Karriere. Dabei blickte er auch auf frühere Forderer und Förderer zurück.

Der Trophäenschrank ist voll, die Akkus aber immer leerer: Niklas Süle beendet seine Karriere als Fußball-Profi nach der Saison im Alter von nur 30 Jahren.

Der fünfmalige deutsche Meister, der für die DFB-Auswahl in 49 Länderspielen auf dem Rasen gestanden hatte, kann sich nach einer erneuten Knieverletzung nicht für einen weiteren Anlauf motivieren. Im Podcast „Spielmacher“ von „360Media“ ging Süle genauer auf die Entscheidung und seine Karriere ein.

Süle brauchte Trainer, „die mir in den Arsch getreten haben“

Die Angst vor einem dritten Kreuzbandriss habe ihn nach einem Verdachtsfall vor wenigen Wochen stark belastet. Nach der Entwarnung sei für ihn „zu tausend Prozent klar“ gewesen, „dass es vorbei ist“, sagte er im Gespräch mit Moderator Sebastian Hellmann (58).

Beim Rückblick auf seine Laufbahn sprach Süle auch über Trainer, die ihn während seiner Laufbahn prägten. Immer wieder hatte er mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, der heutige Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) habe ihm beim FC Bayern aber signalisiert: „Du spielst bei mir, auch wenn du fünf Kilo mehr hast.“

Schon zu Beginn seiner Karriere erlebte Süle aber auch, dass nicht jeder Trainer die Gewichts-Thematik derart locker betrachtet. Markus Gisdol (56), der in der Bundesliga auch den 1. FC Köln trainierte, schenkte ihm bei der TSG Hoffenheim früh das Vertrauen, förderte das Abwehr-Talent aber mit harter Hand.

Süle berichtete von einer Heimniederlage im März 2014 gegen Mainz 05 (2:4), in deren Folge sich Gisdol ihn als 18-Jährigen zur Brust nahm. Er zitierte aus der damaligen Ansprache, nachdem der Trainer das gesamte Team inklusive Betreuerstab um sich geschart hatte.

Markus Gisdol und Niklas Süle klatschen ab.

Copyright: imago sportfotodienst

Markus Gisdol schenkte Niklas Süle schon früh das Vertrauen. Hier klatscht der Trainer im Dezember 2013 mit dem damals 18-Jährigen ab.

„Heute machen wir drei Trainingsgruppen: Die, die gespielt haben, laufen aus. Die, die nicht gespielt haben, machen Spielersatztraining. Und du, Niklas, bist Gruppe drei, weil man mit 100 Kilo keinen Fußball spielen kann. Du gehst raus und machst 1000er-Läufe“, spulte Süle die damalige Übergewichts-Ansage aus dem Gedächtnis ab.

„Er verzeiht mir, dass ich das erzähle“, sagte Süle über Gisdol, dessen harte Worte ihn für die gesamte Karriere prägten. „Ich sage ganz ehrlich: Das war für mich und meinen weiteren Karriereweg sehr hilfreich. Ich habe gemerkt, dass ich bei gewissen Trainern, die mich so angepackt haben, immer besser funktioniert habe.“

Das berühmte Zusammenspiel aus Zuckerbrot und Peitsche habe ihm in der Regel geholfen, sein Bestmögliches abzurufen. „Die haben mir auf der einen Seite den Arsch getreten, auf der anderen Seite habe ich bei denen jedes Spiel gemacht“, erklärte Süle über Trainer wie Gisdol.

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