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„Mit sofortiger Wirkung anfechten“Nächste Runde im Kölner Kreisliga-Skandal

Trainer Ali Meybodi spricht mit seinen Spielern.

Copyright: Christian Krämer

Nach dem Sieg des FC Pesch II beim SV Olympia, hier Trainer Ali Meybodi, will sich der SC West wehren.

Ein Wiederholungsspiel entscheidet über den Abstieg, doch der Verlierer stand gar nicht auf dem Platz. Jetzt wehrt sich der SC West.

Das Chaos in der Kölner Kreisliga geht in den nächsten Akt. Der FC Pesch II hat sich am Sonntag mit einem 4:2-Erfolg im neu angesetzten Match gegen den ESV Olympia Köln doch noch den Verbleib in der Kreisliga A gesichert. Das Ganze passierte Wochen nach dem regulären Saisonabschluss und unter der Regie von Ali Meybodi, dem Coach des Pescher Landesliga-Teams.

Zum Einsatz kamen dabei auch Akteure, die für die kommende Landesliga-Spielzeit geplant sind. Der große Verlierer der ganzen Geschichte ist der SC West Köln, der nun ohne eigenes Zutun anstelle von Pesch II absteigen soll. Aber die Ehrenfelder geben sich nicht geschlagen. „Wir werden die Spielwertung mit sofortiger Wirkung anfechten“, verkündete Kurt Nürnberg, der Präsident des Traditionsklubs.

Spielabbruch und eine umstrittene Entscheidung

„Es kann nicht sein, dass Spieler, die in der laufenden Kreisliga-A-Saison 2025/26 nicht spielberechtigt waren, am letzten Spieltag eben dieser Saison über die Frage des Klassenerhalts entscheiden, obwohl sie nachweislich für die Landesliga-Saison 2026/27 vorgesehen sind“, monierte der Vereinsboss von West. „Wir erwarten vom zuständigen Sportgericht eine Klärung der Rechtsgrundlage für diese Entscheidung, denn diese ist uns nicht ersichtlich.“

Der ganze Zoff startete Anfang Juni am finalen Spieltag der Saison. Das Kreisliga-Duell zwischen Pesch II und Olympia wurde beim Spielstand von 3:4 kurz vor dem Abpfiff vom Referee gestoppt. Der Schiri sah sich von einem Akteur von Pesch bedrängt. Zuerst folgte man der Darstellung des Unparteiischen und wertete das Match mit 2:0 für Olympia. Damit wäre Pesch II abgestiegen und der SC West gerettet gewesen. Der Fall landete aber eine Ebene höher, beim Bezirkssportgericht. Dessen Urteil: Der Schiedsrichter habe nicht sämtliche Optionen ausgeschöpft, um die Begegnung zu einem regulären Ende zu führen.

Vom Fußballverband Mittelrhein (FVM) gab es auf Nachfrage keine Bewertung des Urteils: „Der Spielabbruch unterliegt Voraussetzungen in der einschlägigen Spielordnung, die Entscheidung über den Spielabbruch kann wiederum mit einem Rechtsmittel angegriffen werden. Die Sportgerichte haben den konkreten Einzelfall unterschiedlich bewertet und Entscheidungen bezüglich dieses Spiels getroffen.“ Die Konsequenz aus dem Spruch des Bezirkssportgerichts war eine Neuansetzung der Partie. Pesch II ergriff die Gelegenheit und machte den Ligaverbleib klar.

„Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Mein Dank gilt dem FVM und der Kölner Polizei, die uns bei der Durchführung unterstützt haben“, äußerte sich Thomas Dressler, der Geschäftsführer vom FC Pesch. „Wir hoffen, dass wir zur Normalität zurückkehren können und es bei Social Media keine weiteren Hasskampagnen gegen uns gibt.“ Dennoch war auch Dressler bewusst, dass die Angelegenheit damit noch nicht beendet ist.

Der SC West geht nun zweigleisig vor. Einerseits werden sämtliche Transfers und Spielberechtigungen von Pesch genauestens geprüft, um bei möglichen Unstimmigkeiten das Ergebnis vom Sonntag juristisch anzugreifen. Gleichzeitig reichte der Verein einen erneuten Antrag ein, die Kreisliga A von 16 auf 17 Vereine zu erweitern. Ein vorheriger Versuch war vom Kölner Kreisvorstand geschlossen zurückgewiesen worden. „Die entsprechende Rechtsgrundlage sowie ein Präzedenzfall zur Aufstockung wurden dem zuständigen Gremium von uns vorgelegt“, teilte der SC West mit.

Der Vorsitzende des Fußballkreises Köln, Werner Jung-Stadié, quittierte auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass der Antrag eingegangen ist. Eine Abstimmung darüber soll noch diese Woche erfolgen. Stimmberechtigt sind zehn Mitglieder des Vorstands, wobei eine simple Mehrheit für eine Entscheidung ausreicht. „Die ganze Situation löst natürlich auch bei uns keine Jubelstürme aus“, gestand Jung-Stadié. (red)

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