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Skandal-Urteil in Kölner KreisligaNach Schiri-Bedrohung gibt’s ein Wiederholungsspiel

Schild auf der Anlage des ESV Olympia Köln.

Copyright: Csaba Peter Rakoczy

Der ESV Olympia Köln gab ein emotionales Statement auf Instagram ab.

Ein Referee hängt die Pfeife an den Nagel, ein Klub fühlt sich veräppelt. Eine Partie in der Kölner Kreisliga entwickelt sich zu einem handfesten Skandal.

In Köln-Pesch sorgt ein Match der Kreisliga für mächtig Zoff, obwohl die Saison längst vorbei ist. Eine Begegnung wird am Sonntag um 13.15 Uhr neu angepfiffen, die bereits am 7. Juni als entschieden galt.

Seinerzeit spielten der FC Pesch II gegen den ESV Olympia Köln. Als Olympia mit 3:2 führte, spitzte sich die Lage in der Nachspielzeit dramatisch zu: Ein Akteur von Pesch kassierte die Rote Karte. Anschließend soll er den Unparteiischen derart heftig eingeschüchtert haben, dass die Partie abgebrochen wurde. Für den jungen Referee, gerade mal 19 Jahre alt, war das zu viel – er beendete seine Karriere.

„Wir würden dieses Spiel am liebsten nicht spielen“

Anfangs sah alles nach einer klaren Sache aus: Die Partie wurde vom Kölner Kreissportgericht mit 2:0 für Olympia Köln gewertet. Der beteiligte Spieler erhielt eine Sperre für sechs Begegnungen. Aber der FC Pesch, für den das Ergebnis den Abstieg in die Kreisliga B bedeutet hätte, ging in die nächste Instanz.

Am 5. Juli bekam der Verein vom Bezirkssportgericht unerwartet Recht. Die Entscheidung wurde kassiert, weil der Referee angeblich nicht alle Möglichkeiten zur Weiterführung des Matches genutzt habe. Konsequenz: Die Begegnung muss neu ausgetragen werden. Das berichtet der „WDR“.

Diese Wende sorgt beim ESV Olympia Köln für gewaltigen Aufruhr. Der Verein ließ seiner Wut in einer gefühlsgeladenen Mitteilung auf Instagram freien Lauf: „Wir würden dieses Spiel am liebsten nicht spielen.“

Der Klub befindet sich jedoch in einem Dilemma. In dem Post steht weiter: „Uns wurde klar kommuniziert: Treten wir nicht an, droht uns ein Punktabzug für die kommende Saison.“ Das Posting des Klubs könnt ihr euch hier anschauen:

Victor Eboa, der Coach von Olympia, wählt noch schärfere Formulierungen und bezeichnet den Beschluss als „Skandal“. Er bemängelt, dass der FC Pesch jetzt eine komplett neue sportliche Möglichkeit bekommt, „obwohl die Situation, die zum Spielabbruch geführt hat, aus den eigenen Reihen entstanden ist“.

Für Eboa und sein Team ist dies ein katastrophales Signal: „Damit zieht Pesch aus diesem Vorfall letztlich einen Vorteil und genau das ist für uns das völlig falsche Signal.“

Wiederholungsspiel mit neuen Spielern

Für den Sport ist die Bedeutung des Spiels riesig. Falls der FC Pesch II die Neuansetzung für sich entscheidet, wäre der Klassenerhalt doch noch möglich. Der große Verlierer wäre in diesem Fall der SC West Köln. Dieser würde Wochen nach dem regulären Saisonabschluss auf einmal in die Kreisliga B rutschen. Besonders bizarr ist: Weil das Match mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison steigt, können beide Teams schon ihre neuen Spieler einsetzen.

Vom FC Pesch wurde der Gerichtsentscheid begrüßt, weil das Ansehen des Klubs beschädigt worden sei. Die Wiederholungspartie wird auf Wunsch des FC Pesch ohne Zuschauer ausgetragen. In seinem Instagram-Beitrag, der in kürzester Zeit mehr als 20.000 Likes erhielt, formuliert Olympia Köln die zentrale Frage: „Wenn die Bedrohung eines Schiedsrichters am Ende belohnt wird – was ist Schiedsrichterschutz noch wert?“ (red)

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