Jürgen Klopp und Thomas Müller bilden ein hochkarätiges WM-Experten-Duo. Schon vor dem Eröffnungsspiel gab es erste Meinungsverschiedenheiten.
„Gleich mal dagegenhalten“Nach sieben Minuten: Müller widerspricht Klopp zum ersten Mal

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Traum-Kulisse für die WM-Eröffnung! Im Aztekenstadion trifft Co-Gastgeber Mexiko am Donnerstagabend auf Südafrika. Mit dabei auch Thomas Müller und Jürgen Klopp.
Der Weltmeister von 2014 und die Trainer-Legende sind bei der Weltmeisterschaft für MagentaTV als Experten tätig. Beim Eröffnungsspiel gibt das Duo sein WM-Debüt für den Streaming-Anbieter.
Klopp stichelt gegen andere Experten: „Die Sache interessiert sie eigentlich gar nicht“
Johannes B. Kerner stimmte beide zum Start der Übertragung auf ihre Aufgabe ein. „Wir sagen, was zu sagen ist. Wir fragen, was zu fragen ist. Das ist unsere Aufgabe“, so der WM-erfahrene Moderator.
Die wollen beide erfüllen. Klopp gab aber zu, dass er seine Trainersicht natürlich nicht komplett ausstellen kann. Es ist zu erwarten, dass er als Experte ähnlich intensiv bei der Sache sein wird.
„Das Problem ist, bei manchen Experten – nicht bei allen, bei den meisten nicht – hat man das Gefühl, die Sache interessiert sie eigentlich gar nicht“, sagte der frühere Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool. „Wir sind natürlich völlig anders. Ich würde gerne sagen, ich bin komplett unabhängig und neutral. Nullkommanull. Das kann ich gar nicht sein“, sagte Klopp über sich und Müller: „Ich bin immer auf der Seite der Spieler, immer auf der Seite der Trainer.“
Das sieht er allerdings nicht als Schwäche. Im Gegenteil. „Wir haben andere Einblicke, als viele andere“, betonte Klopp, der beim Sommermärchen 2006 die Fans bereits als ZDF-Experte begeistert hatte.
Müller könne als Weltmeister einen ganz besonderen Blick auf die Geschehnisse liefern, so Klopp. Das gelte auch für ihn selbst: „Ich war natürlich in diesen Umkleidekabinen. Nicht bei der Weltmeisterschaft, aber bei großen Spielen. Und diese Momente, die kann man, wenn man sie nicht erlebt hat, jetzt nicht unbedingt nachempfinden. Die Minuten vor dem Spiel, die Stunden vor dem Spiel, die erklären aber oft die Leistung. Die Tage vor dem Spiel ganz bestimmt“, erklärte Klopp, der seine Aufgabe wie folgt definiert: „Diese Einblicke zu geben und dabei nicht zu vergessen, dass wir alle wollen, dass Deutschland Weltmeister wird.“
Bei diesen Ausführungen grätschte Müller dazwischen. Sieben Minuten hatte es gedauert, bis er erstmals bei dieser WM anderer Meinung war als Klopp: „Darf ich da gleich mal dagegenhalten?“, fragte er. Klopp erwiderte gespielt echauffiert: „Du willst nicht, dass Deutschland Weltmeister wird?“
Müller wollte aber auf etwas anderes hinaus, wie er nun erläuterte: „Er hat grob recht, aber ich sage, unabhängig davon, wie die letzten vier Tage waren – manchmal passt es zusammen und du kannst es erklären – aber selbst wenn die letzten vier Tage vor dem Spiel komplett in die Hose gingen, verlange ich von Spielern auf dem Niveau, dass sie trotzdem ein Spiel gewinnen können. Und das passiert auch des Öfteren. Zumindest aus meiner Erfahrung. Ich habe mich auch nicht immer top vorbereitet gefühlt und dann ging’s doch irgendwie.“
Daraufhin frotzelte Klopp: „Du hast auch nicht immer top gespielt!“, gab dann aber zu: „Nein, nein, nein. Ich verstehe den Thomas voll.“ Kerner zeigte sich daraufhin begeistert von der ersten, freundschaftlich ausgetragenen Diskussion des Turniers: „Das ist genau die Atmosphäre, in der wir miteinander sein wollen.“


