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Nimmt kein Blatt vor den MundSammer mit heftiger Kritik am DFB und FC Bayern: „Hat mich erschreckt“

Matthias Sammer, ehemaliger Fußballer, ist als Experte im Stadion.

Matthias Sammer beim Spiel des FC Bayern München gegen den FC Kopenhagen in der Champions League am 3. Oktober 2023. 

Matthias Sammer hat sowohl die DFB-Führungsebene als auch den FC Bayern für den Umgang mit Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic kritisiert. Dabei nimmt der 56-Jährige kein Blatt vor den Mund.

Matthias Sammer (56) sagt, was er denkt. Das kommt nicht bei jedem gut an. Beim Deutschen Fußball-Bund und beim FC Bayern dieses Mal wohl auch nicht.

Der gebürtige Dresdener hat sowohl die DFB-Führungsebene als auch die Ex-Bayern-Bosse um Oliver Kahn (54) und Hasan Salihamidzic (46) heftig kritisiert und teils komplett infrage gestellt.

Matthias Sammer: „Da fehlt total der Fußball“

„Die Position eines starken Sportdirektors fehlt weiter“, sagte der 56-Jährige im Podcast „Phrasenmäher“ Richtung DFB. Rudi Völler (63), seit 1. Februar Sportdirektor der deutschen Nationalmannschaft, habe „nie im Nachwuchs gearbeitet“. Nachwuchsdirektor Hannes Wolf (42) sei „fachlich hervorragend, aber kein Anführer – das ist kein Vorwurf, aber es ist so“.

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Mit dem neuen Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig (60) habe er zwar „früher gut zusammengearbeitet. Er ist aber auch kein klassischer Sieger“, sagte Sammer (56), der einst selbst DFB-Sportdirektor war.

Noch kritischer sieht der frühere Nationalspieler die Führung um DFB-Präsident Bernd Neuendorf (62). „Und wenn ich dann sehe: Der Präsident, die Generalsekretärin, die Landesfürsten – da darf man mir nicht übel nehmen, wenn ich sage: Dieses System ist nicht mehr zeitgemäß.“

Weiter betont der Berater des BVB: „Da fehlt total der Fußball. Das ist keine Konstellation, die garantiert, dass wir für die zukünftigen Generationen gut aufgestellt sind.“

Zudem kritisierte Sammer im Podcast die Rollen von Ex-Vorstandschef Oliver Kahn und Ex-Sportvorstand Hasan Salihamidzic beim FC Bayern. Kahn habe aus seiner Sicht den falschen Job gehabt: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen und auch, wenn er es komplett anders sieht – in meinen Augen ist das so.“

FC Bayern: Sammer kritisiert Rollen von Ex-Bossen Salihamidzic und Kahn 

Auch die Ernennung von Salihamidzic („Er ist ein Sieger, aber er ist kein klassischer Anführer – das war er nie“) habe ihn verwundert. „Sportdirektor? Sportvorstand? Diese absolute Führungsposition ist möglicherweise gar nicht sein Naturell und daher war es aus meiner Sicht nicht die richtige Konstellation“, meinte Sammer.

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Zugleich hätten ihn die jüngsten Aussagen von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß (71) aufhorchen lassen. „Es hat mich erschreckt, als Uli Hoeneß zuletzt sagte: Vielleicht muss ich umdenken, dass immer ein Fußballer die führende Position in einem Verein übernehmen muss. Ich wollte ihn direkt anrufen und ihm zurufen: Uli, bitte denke nicht anders! Das wäre ein Riesen-Fehler“, sagte der Europameister von 1996.

Vielleicht sei die Konstellation mit Kahn und Salihamidzic nicht richtig gewesen, „aber geh' nicht von deinem Denken weg! Die wichtigste sportliche Führungsposition muss ein Fußballer bekleiden. Kein Manager, kein Finanz-Chef, kein McKinsey-Berater oder Silicon-Valley-Typ. Das wäre eine Bankrott-Erklärung für den Fußball“, sagte der frühere Nationalspieler in Richtung Hoeneß.

Man sehe bereits an vielen Beispielen, „wo Manager-Typen statt Fußballer am Werk sind, dass es dem deutschen Fußball nicht gutgetan hat“, so Sammer. Hoeneß hatte die Berufung von Kahn zum Vorstandsvorsitzenden als „großen Fehler“ bezeichnet. (dpa)