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„Ich sehe keine Konstellation“Sammer fordert: Neuer muss zur WM!

Wer steht bei der WM im deutschen Tor? Matthias Sammer hat klare Vorstellungen.

Matthias Sammer hofft auf ein Comeback von Manuel Neuer in der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko.

„Manuel ist so gut, dass man ihn mitnehmen muss. Ich sehe keine Konstellation, in der Manuel der Gruppe nicht guttun würde“, sagte der Europameister von 1996 der „Sport Bild“: „Dafür muss er selbst das aber auch wollen.“

Ter Stegen schon wieder verletzt

Der 39-jährige Neuer ist für Sammer noch immer ein „Weltklasse-Torhüter mit einer Weltklasse-Ausstrahlung. Dazu kommt ein Weltklasse-Charakter.“ Neuer stehe für das Außergewöhnliche: „Selbst wenn ihn das Alter zwei, drei Prozentpunkte kostet, ist er immer noch außergewöhnlich.“

Eine Rückkehr des Weltmeisters von 2014 ist allerdings fraglich. Bayern Münchens Kapitän hatte unlängst erklärt, den Fokus ganz klar auf den Verein zu legen: „Fakt ist, dass ich absichtlich zurückgetreten bin.“

Sein designierter Nachfolger Marc-André ter Stegen hat seinen Stammplatz beim FC Barcelona verloren und war zudem monatelang verletzt. Ende des Jahres gab er zwar sein Comeback, reiste nun aber wegen einer Verletzung in der Vorbereitung auf den spanischen Supercup aus Saudi-Arabien ab. In der Nationalmannschaft spielte zuletzt Oliver Baumann.

Bayern Münchens Shootingstar Lennart Karl räumt Sammer derweil „gute WM-Chancen“ ein: „Er kann der Mannschaft etwas geben und beim Turnier reinwachsen. Alter sollte bei der Nominierung keine Rolle spielen.“

Der DFB-Elf traut Sammer den fünften Titel nach 1954, 1974, 1990 und 2014 zu. Man könne Weltmeister werden, so Sammer: „Diese Aussage ist an Bedingungen geknüpft. Ich glaube, dass zu dem Zeitpunkt der WM die Qualität – ohne neue Verletzungen und mit den Rückkehrern – sehr groß sein kann. Wenn es die Verantwortlichen um Julian Nagelsmann und Rudi Völler schaffen, die Mannschaft in der bestmöglichen körperlichen Verfassung dorthin zu organisieren, dann verfügen wir in jedem Mannschaftsteil über genug individuelle Qualität.“

Man könne über die Spiele und die Gegner einen Flow entwickeln, eine WM-Euphorie könne dann in der Mannschaft und in Deutschland entstehen. Zudem sollte man Bundestrainer Nagelsmann „nicht dafür kritisieren, dass er das Ziel ausgegeben hat, Weltmeister werden zu wollen. Wenn das nicht unser Ziel ist, verstehe ich die Welt nicht mehr.“ (sid/dpa)