Nach einer Pause in Katar wird auch die Weltmeisterschaft 2026 zur WM der Eigentore. Bereits acht Treffer fielen so zur Hälfte der Vorrunde.
Schon zum achten MalKurioser WM-Trend lebt plötzlich wieder auf

Die deutsche Nationalmannschaft profitierte bei dieser WM bislang noch nicht, dafür aber andere große Nationen wie Europameister Spanien, Geheimfavorit Norwegen oder die hoch eingeschätzten Österreicher: Eigentore sind bei der Weltmeisterschaft wieder ein akutes Thema.
Beim 4:0-Sieg von Spanien gegen Saudi-Arabien fiel am Sonntag (21. Juni) bereits das achte Eigentor der WM 2026 – nach gerade mal 38 Spielen. Alle viereinhalb Spiele trifft der Statistik zufolge damit ein Spieler ins eigene Netz, deutlich mehr als im normalen Ligabetrieb.
Viele Eigentore auch bei Europameisterschaften
Besonders auffällig ist diese Tendenz nach der WM 2022 in Katar, bei der es gerade mal zwei Eigentore gegeben hatte. Angedeutet hatte sich der Trend schließlich 2018 in Russland, als es zwölf Eigentore gegeben hatte, bis jetzt noch bestehender WM-Rekord.
Selbst im Finale war Mario Mandzukic (40) beim 2:4 seiner Kroaten gegen Frankreich ein solches Malheur unterlaufen, als er zum zwischenzeitlichen 0:1 getroffen hatte.
Bei vorigen Endrunden war die Zahl der Eigentore stets unauffällig, lag im unteren bis mittleren einstelligen Bereich. Dass 2018 bereits zwölf Spieler das eigene Tor trafen, spricht bei der um 50 Prozent vergrößerten WM mit 48 Teams auch gegen ein mögliches Argument des Qualitäts-Abfalls durch mehr Außenseiter.
Experte Jürgen Klopp (59) sah angesichts einer erst gut zur Hälfte gespielten Vorrunde schon einen neuen Rekord auf die WM-Historie zukommen. Fünf Eigentore bräuchte es noch für die alleinige Bestmarke, auf die jeder einzelne Verursacher definitiv verzichten könnte.
Bei den vergangenen beiden Europameisterschaften hatte es jeweils elf Eigentore gegeben, bei nur 51 Spielen eine noch höhere Quote als bei den jüngsten Weltmeisterschaften.
Lothar Matthäus (64) versuchte das auch mit der höheren Spielgeschwindigkeit zu erklären, wodurch den verteidigenden Spielern weniger Zeit zur Orientierung oder einer kontrollierten Klärungsaktion bleibe.
