„Hab Würde und tritt zurück!“Wut vor Deutschland-Spiel: WM-Trainer soll sofort gehen

Ecuador kämpft im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland gegen das Aus bei der WM 2026. In der Heimat fordern Ex-Profis einen Trainerwechsel – teils noch vor dem Duell gegen das DFB-Team.

Diese Konstellation galt als eine der Todesgruppen bei der WM 2026: Fans der deutschen Nationalmannschaft hatten in der Vorrunde gleich zwei Stolpersteine befürchtet, die Elfenbeinküste und Ecuador galten als extrem unangenehme Gruppengegner.

Das Spiel gegen die Ivorer wurde am Samstag (21. Juni) dann auch zu einem echten Krimi für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38), doch der zweite hoch eingeschätzte Gruppengegner enttäuschte im Turnier bislang auf ganzer Linie.

Ecuador-Trainer in der Heimat unter Beschuss

Nach einer herausragenden Qualifikation mit der vermeintlich goldenen Generation zur WM angereist, hatte sich Deutschlands letzter Gegner Ecuador große Hoffnungen auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft gemacht.

In Südamerika hatte „La Tri“ in der Quali sogar Brasilien hinter sich gelassen, die bisherigen beiden Spiele in den USA waren dank Tausender in den USA lebender Ecuadorianer außerdem gefühlte Heimspiele für die Auswahl.

Doch zunächst verlor das Team von Trainer Sebastián Beccacece (45) nach Chancenwucher spät gegen die Elfenbeinküste, dann blamierte sich die Auswahl mit der Nullnummer gegen Fußball-Zwerg Curacao.

Ecuador droht selbst im neuen Modus mit dem Weiterkommen von acht Gruppendritten das Vorrundenaus, braucht gegen Deutschland unbedingt einen Sieg. Ein Reporter knallte Mittelfeldspieler Jordy Alcívar (26) im Interview schon den Vorwurf um die Ohren, die Auswahl habe „das ganze Land enttäuscht“.

Ecuador-Trainer Sebastián Beccacece geht geschlagen vom Platz.

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Bitter enttäuscht nach dem zweiten WM-Spiel mit Ecuador: Trainer Sebastián Beccacece.

In der Heimat konzentriert sich die Kritik immer stärker auf Coach Beccacece, auf den sich mehrere ehemalige Nationalspieler eingeschossen haben. Jefferson Montero (36/66 Länderspiele), der sich 2014 mit einer guten WM für einen Wechsel in die Premier League empfohlen hatte, wurde besonders deutlich.

Ex-Nationalspieler wettern gegen Ecuador-Trainer

„Hör auf, heiße Luft zu verkaufen, und tritt bei La Tri zurück! Hab ein bisschen Würde, du hast unserem Fußball mit einer Generation, die die beste der Geschichte sein sollte, großen Schaden zugefügt“, schrieb Montero bei X.

Er brachte gar die beiden früheren Nationalmannschafts-Kapitäne Álex Aguinaga (56) und Antonio Valencia (44) für die sofortige Übernahme ins Spiel: „Sie sollen sich bereit machen und unser nächstes Spiel gegen Deutschland übernehmen. Wir benötigen einen dringenden Wandel und Leute, die wirklich etwas für unsere Farben empfinden.“

Ex-Nationalstürmer Felipe Caicedo (36) verwies nach dem peinlichen 0:0 gegen Curacao auf seine im März geäußerte Kritik: „Ecuador braucht einen Trainer mit Persönlichkeit und Siegermentalität.“ Und der von Montero geforderte Valencia, bei der WM TV-Experte, beklagte: „Die Spieler werden nicht auf ihren richtigen Positionen eingesetzt.“

Beccacece war nach dem 0:1 in Brasilien bei seinem Debüt in 19 Spielen in Folge unbesiegt geblieben, ehe es ausgerechnet zum WM-Auftakt die kalte Dusche gab. Der Argentinier hatte zwar eine hochgelobte Defensive geformt, allerdings kaum offensive Mittel gefunden: In der Quali spielte La Tri unter seiner Leitung sechsmal (!) 0:0, zeitweise sogar viermal in Serie.

Während auch die Fans im Stadion schon das Aus des Trainers forderten, stellte der sich trotz erneut zahlreicher vergebener Torchancen vor seine Mannschaft. „Die Verantwortung trage ich ganz alleine, meine Spieler müssen einfach so weiterspielen“, erklärte Beccacece. Von einem Rücktritt wollte er allerdings nichts wissen.

Die Verbandsführung beschäftigt sich dem Vernehmen nach bislang überhaupt nicht mit einem Trainerwechsel noch während des Turniers. Ob der Coach nach zwei Jahren im Amt aber seinen bis Jahresende laufenden Vertrag erfüllt, steht derzeit allerdings in den Sternen und dürfte maßgeblich vom Gruppenfinale gegen Deutschland abhängen.

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