Der DFB hat sich nach dem WM-Aus von Bundestrainer Julian Nagelsmann getrennt. Das war natürlich auch im ZDF bei Christoph Kramer und Per Mertesacker ein Thema.
Nagelsmann-Trennung richtig?DFB-Beben: „Boah, ich kann den nicht mehr sehen“

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Julian Nagelsmann (38) ist nicht länger Trainer der deutschen Nationalmannschaft! Diese Entscheidung ist seit Freitagmittag (3. Juli) offiziell. Nachfolger soll Jürgen Klopp (59) werden.
War das Nagelsmann-Aus die richtige Entscheidung des DFB? Diese Frage kam am Freitagabend auch im ZDF auf. Vor dem Sechzehntelfinale zwischen Australien und Ägypten sprachen die beiden Ex-Nationalspieler Christoph Kramer (35) und Per Mertesacker (41) über das Thema.
Per Mertesacker: Klopp „sollte es machen“
Was sagen sie zu Neustart beim DFB? „Es gab keine andere Möglichkeit, als dass Julian Nagelsmann den Weg räumen muss. Nicht, weil ich ihn für einen schlechten Trainer halte, im Gegenteil, ich halte ihn wirklich für einen sehr guten Trainer. Nur ist es ja jetzt so, um es drastisch auszudrücken, irgendwie das Gefühl im Land, dass viele Menschen das Gefühl haben: Boah, ich kann ihn nicht mehr sehen, es braucht einen Neuanfang und keine Ahnung was. Und wenn er dann in drei Monaten wieder dasteht, dann hat es nichts von Neuanfang. Und dann hat es wirklich etwas, was so ein bisschen belastet ist“, war sich Kramer sicher.
Was bei jedem Neuanfang essenziell sei: Euphorie. In der Konstellation mit Nagelsmann hätte diese in Kramers Augen auf keinen Fall mehr aufkommen können. Vor allem auch, weil die Stimmung im Land rund um den jetzt Ex-Bundestrainer und das peinliche WM-Aus gegen Paraguay so schlecht war.
Kramer begrüßt deswegen, dass die DFB-Spitze diese Stimmung wahrgenommen hat: „Man kann immer sagen: ‚Uns interessiert nicht, was die Öffentlichkeit sagt‘. Es interessiert schon. Und es hat auch eine Power.“
Auch Mertesacker hält die Nagelsmann-Trennung für die einzig richtige Entscheidung: „Man hat sich jetzt einfach schnell und richtig entschieden. Die DFB-Führung ist da sehr schnell zusammengekommen, was mich auch erst mal verwundert hat. Und haben jetzt den Weg freigemacht für Jürgen Klopp, der ja schon immer irgendwo auch da war, in vielen Gesprächen auch schon Teil war. Und jetzt ist man auch noch relativ offensiv mit der Pressemitteilung schon direkt auf den einen Kandidaten gegangen. Und ich glaube, dass er das jetzt machen sollte.“
Aber woran ist Nagelsmann am Ende gescheitert? An der Mannschaft, die er zusammengestellt hat? An sich selber? Oder erst am WM-Aus? Kramer habe nach der Heim-EM 2024 (Aus im Viertelfinale gegen Spanien) schon eine gewisse Euphorie verspürt, die Nagelsmann mit seinem Team im Land entfacht hat.
Auch in den vergangenen Monaten habe man das Gefühl gehabt, dass alles in die richtige Richtung geht. Vor der Niederlage in der Gruppenphase gegen Ecuador (1:2) hatte die DFB-Elf immerhin zwölf Pflichtspiele in Folge gewonnen.
Dann antwortete Kramer aber auch konkret auf die Scheitern-Frage: „Ich glaube, wir sind ein bisschen daran gescheitert, wie wir Fußball gespielt haben. Also ich fand schon irgendwie, dass wir es sehr kompliziert gemacht haben, dass wir nicht so gut reagiert haben auf die Sachen.“
Jürgen Klopp für Julian Nagelsmann – die richtige Entscheidung?
Kramer weiter: „Ich möchte niemanden in Schutz nehmen, ich verstehe aber voll, was Nagelsmann wollte. Aber es hat nicht geklappt und das muss man relativ schnell sehen und dann auch irgendwie konsequent umstellen. Das haben wir nicht gemacht.“
Ist denn Jürgen Klopp, der den DFB einiges kosten wird, der richtige Mann für die schwierige Aufgabe, die DFB-Elf wieder aufzurichten? Mertesacker ist sich sicher: „Der DFB weiß selber: Es kann nur über Jürgen Klopp gehen! Da fokussieren sie sich jetzt drauf und ich glaube, das ist der richtige Weg. Weil ansonsten, egal wer jetzt kommt, wird immer Jürgen Klopp sozusagen im Rücken haben.“
Der 59-Jährige kenne ähnliche Situationen aus seinen vorherigen Vereinen. Aus Mannschaften, die viel Potenzial haben, aber nicht abliefern, wieder das Maximum herauszuholen: „Das hat er schon mehrfach bewiesen.“
Auch für Kramer gibt es keine passendere Alternative: „Wenn du Jürgen Klopp neben andere Namen stellst, ist es einfach Jürgen Klopp. Man tut keinem den Gefallen, wenn wir jetzt nicht Jürgen Klopp nehmen, sondern jemand anderen, dass man immer das Gefühl hat, mit Jürgen Klopp wäre es wieder besser geworden. Also ich bin mir sehr sicher, dass er es machen wird. Und es gibt jetzt auch, wenn wir ganz ehrlich sind, jetzt nicht so viele coolere Leute für den Bundestrainer als Jürgen Klopp.“
