Der neue Bundestrainer krempelt alles um. Auf dem Feld und daneben gelten jetzt strenge Vorschriften. Wer nicht spurt, hat ein Problem.
Klopp stellt neue Regeln aufWas die DFB-Stars jetzt nicht mehr dürfen
Beim DFB-Team ist Schluss mit lustig! Jürgen Klopp (59) hat das Kommando übernommen und sofort neue Maßstäbe gesetzt. Der Nationalcoach, der schon am Freitag mit seinem Stab im „Home Ground“ in Herzogenaurach aufschlug, überlässt bei seiner Aufgabe nichts dem Zufall.
Seit Montag schwört er die 24 Nationalspieler seines „Kader 1“ auf die kommenden Partien in der Nations League ein. Eine seiner ersten Amtshandlungen zielt auf die Disziplin beim Essen. Das gemütliche Ankommen ist vorbei: Zur vorgegebenen Uhrzeit sitzen ausnahmslos alle pünktlich bei Tisch. Damit möchte Klopp den Teamgeist festigen und Gespräche zwischen den Spielern anregen. Das berichtet „Bild“.
Neue Frisur? Bitte vor der Anreise!
Aber das ist nur der Anfang. Klopp greift auch an anderer Stelle hart durch. Bei der Aktivierung vor den Spielen, zum Beispiel im Kraftraum oder während der Behandlung, gilt eine strikte Smartphone-Sperre. Die Stars sollen sich auf ihre Aufgabe fokussieren und miteinander kommunizieren, anstatt auf Bildschirme zu blicken.
Eine weitere Vorschrift sorgt für Wirbel: Der Friseur im Mannschaftshotel hat ausgedient. Wer einen neuen Haarschnitt wünscht, muss sich darum vor der Abreise kümmern. Diese neuen Regeln wurden schon im August während einer Tagung in Blankenhain beschlossen, wo der DFB künftig sein Trainingslager abhält.
Die neuen Vorschriften machen auch vor dem Team-Umfeld nicht halt. Die sogenannten „Betriebsausflüge“, bei denen die Familien bei großen Turnieren wie der WM 2026 dauerhaft im Hotel anwesend sein sollten, wird es mit Klopp nicht mehr geben. Familienbesuche sind nur noch gezielt gestattet, damit der Fokus der Spieler voll und ganz auf dem sportlichen Erfolg liegt. Das Ziel: Bei der EM 2028 soll Deutschland wieder eine Mannschaft sein, vor der jeder Gegner Respekt hat.
Auf dem Spielfeld plant Klopp eine vergleichbare Umwälzung. Seine Philosophie, die er dem Team von der ersten Minute an vermittelt, ist eindeutig: „Ich habe seit 25 Jahren Mannschaften entwickelt, in denen alle immer verantwortlich sind für die Defensive. Alle. Immer.“ Dieser Leitsatz bildet die Grundlage für den angestrebten Erfolg und verdeutlicht jedem Akteur, dass die Verteidigung eine Aufgabe für das gesamte Team ist.
Anstelle von Manndeckung fordert der Nationalcoach eine disziplinierte Verteidigung im Raum und blitzschnelle Gegenstöße. Sein bekanntes Gegenpressing sieht Klopp als den idealen Vorbereiter, weil Eroberungen des Balls weit vorne brandgefährliche Situationen heraufbeschwören. Seine Taktik beschreibt er als „organisiertes Chaos“. Für die Mannschaft heißt das: Spieler in Ballnähe setzen den Gegner sofort unter Druck, während die übrigen Mitspieler die Anspielstationen blockieren und die Mitte schließen. Gerade weniger schnelle deutsche Nationalspieler sollen von dieser gegenseitigen Unterstützung profitieren.
Personell hat der neue Coach ebenfalls deutliche Signale gesendet. Im Kasten ist Marc-André ter Stegen (34) die klare Nummer eins. Das Abwehrzentrum sollen wohl Jonathan Tah (30) und Nico Schlotterbeck (26) bilden, und auf der linken Seite ist Nathaniel Brown (23) vorgesehen. Eine entscheidende Veränderung betrifft das Mittelfeld: Anführer Joshua Kimmich (31) kehrt von rechts hinten in die Zentrale zurück, an seiner Seite könnte Felix Nmecha (25) zum Einsatz kommen. In der Spitze gibt es an Kai Havertz (27) derzeit kein Vorbeikommen, und auf den Außenbahnen sollen flinke Akteure wie Karim Adeyemi (24) und Kevin Schade (24) für Wirbel sorgen.
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Bekommt Jürgen Klopp das DFB-Team wieder hin?
Die große Frage bleibt, wie Klopp die beiden genialen Spielmacher Jamal Musiala (23) und Florian Wirtz (23) zusammen auf den Platz bringt. Einer direkten Konkurrenzsituation ist der Coach vorerst aus dem Weg gegangen, indem er Musiala für „Kader 1“ und Wirtz für „Kader 2“ nominierte. (red)

