Kein Anruf vom Bundestrainer! Deniz Undav ist nach seiner Ausbootung stinksauer. Der Angreifer rechnet jetzt knallhart mit der Entscheidung ab.
„Hatte schon im Sommer einen Krieg“Undav mit Wut-Rede nach Klopp-Korb
Die Enttäuschung war ihm ins Gesicht geschrieben. Im Anschluss an die 0:1-Pleite des VfB Stuttgart gegen Dortmund machte Deniz Undav seinem Ärger über die Nichtberücksichtigung durch Nationaltrainer Jürgen Klopp Luft.
Er war davon ausgegangen, sich mit der WM-Teilnahme und seinen Einsätzen im DFB-Trikot einen Bonus erspielt zu haben. „Das ist anscheinend wieder nicht der Fall“, erklärte der Angreifer gegenüber Sky.
Undav: „Blick ging nach vorne“
Für Undav heißt das: wieder von vorn anfangen. Die Kommunikation mit Klopp sei „ganz normal“ verlaufen. Der Coach habe ihm mitgeteilt, dass die Ansprüche gestiegen seien und seine Leistungen in den Partien gegen München und die Kölner nicht ausgereicht hätten.
Eine Wahl, die es zu respektieren gilt, meinte Undav, gestand aber auch: „Ich war trotzdem enttäuscht, weil ich eigentlich damit gerechnet habe.“ Das berichtet „bild.de“.
Aber der Stürmer ist kein Typ, der den Kopf in den Sand steckt. „Ich bin kein Kind von Traurigkeit. Ich heule jetzt nicht rum“, machte er deutlich. Der Frust sei schnell verflogen: „Ich war fünf Minuten enttäuscht und dann ging der Blick nach vorne.“ Klopp hatte bei der Vorstellung seines Kaders erklärt, Undav habe „noch nicht richtig in die Saison hereingefunden“ und er habe vier anderen Angreifern den Vorzug gegeben.
Dass er sich ständig neu beweisen muss, kennt Undav nur zu gut. „Ich rede offen und sage meine Meinung, negativ wie positiv. Ich musste es oft beweisen. Ich hatte schon im Sommer einen Krieg“, so seine Worte. Bereits unter Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde über seine Position in der Nationalelf debattiert, als dieser ihn nicht in der Anfangsformation sah und seine physischen Gegebenheiten thematisierte.
Solche Bedenken verfolgen den Angreifer schon seine ganze Laufbahn. „Das ist mein Leben lang so“, offenbarte Undav. Ihm wurde häufig eine mangelhafte Körpersprache oder fehlende Sprintstärke vorgeworfen. Diesen Kritikpunkten hält er seine beeindruckende Bilanz entgegen: „Letztes Jahr habe ich 39 Scorer gemacht und meine Körpersprache war die gleiche.“
Die Reaktion soll daher auf dem Rasen folgen. Obwohl er in der laufenden Spielzeit noch auf einen Treffer wartet, mangelt es ihm nicht an Selbstbewusstsein. Seine Botschaft an das DFB-Team ist unmissverständlich: „Wenn ich im November hoffentlich wieder dabei bin, dann wird der Bundestrainer wissen, was ich für ein Typ bin. Ich habe bislang noch keine Tore gemacht, aber das kommt von selber.“ (red)

