WM-Chaos pur: Irans Kapitän bricht jetzt sein Schweigen.
Iran-Kapitän packt ausMehdi Taremi über die Spannungen vor dem ersten WM-Spiel

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Mehdi Taremi machte keinen Hehl aus der angespannten Stimmung bei der Fußball-WM.
Was für ein WM-Start für den Iran! Das Team ist völlig durch den Wind. Erst das Reise-Chaos, dann die politische Lage – und jetzt redet der Kapitän Tacheles.
„Ich spüre die Spannungen seit dem ersten Moment, seit wir bei dieser WM angekommen sind.“ Diese Worte von Irans Kapitän Mehdi Taremi lassen tief blicken. Die Luft bei der Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel gegen Neuseeland war zum Schneiden dick.
Der Pressetermin im WM-Stadion südlich von Los Angeles startete mit etwa 15 Minuten Verzögerung. Dafür bat Taremi um Verzeihung: „Es war nicht unsere Schuld. Wir haben Tijuana um 10.00 Uhr verlassen und sind um 15.00 Uhr abgeflogen.“ Eine echte Irrfahrt für eine Distanz, die man mit der zwischen Stuttgart und München vergleichen kann.
Iran-Team musste WM-Quartier verlegen
Aufgrund des Krieges und der angespannten politischen Lage mit den Vereinigten Staaten hatte Iran sein WM-Quartier von Arizona nach Mexiko verlegt. Der Plan sah vor, dass das Team nur für die Spiele in die USA reist und sofort danach zurückkehrt. Doch plötzlich tauchten Bilder auf: Der Verband aus dem Iran veröffentlichte Fotos, die seine Fußballer schon einen Tag vor der Partie beim Verlassen eines Flugzeugs in den USA abbildeten. Von der FIFA gab es dazu vorerst keinen Kommentar.
„Natürlich betrifft uns das“, räumte Trainer Amir Ghalenoei ein. „Ich möchte den guten Menschen in Mexiko danken. Aber wir Iraner sind es gewohnt, aus Schwierigkeiten Chancen zu machen, und wir denken an nichts anderes, als den Menschen Freude zu bereiten.“

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Iran spielt zum WM-Auftakt gegen Neuseeland.
Kapitän Taremi: „Die Menschen hatten nicht dieselbe Vorfreude“
Der Angreifer von Olympiakos Piräus, Taremi, hob hervor, dass auch andere Mannschaften mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. „Ich weiß, dass nicht nur wir betroffen waren. Ich weiß, dass mehrere Länder Probleme mit Visa hatten und ihre Trainingslager umstellen mussten.“ Das Resultat sei eine gedämpfte Atmosphäre, die sonst übliche WM-Euphorie fehle. „Ich glaube, dieses Mal hatten die Menschen vielleicht nicht dieselbe Vorfreude.“
Und dann die Riesen-Überraschung: Unmittelbar vor dem Pressetermin sickerte durch, dass die USA und der Iran nach wochenlangen Gesprächen eine vorläufige Vereinbarung zur Beilegung des Krieges getroffen hatten. Auf der Konferenz spielte das aber keine Rolle. Ein Sprecher der FIFA machte sofort dicht und betonte, man würde ausschließlich Fragen zum Spiel zulassen. Ein Reporter, der nach der Reaktion auf eventuelle Proteste im Stadion fragte, wurde von dem FIFA-Vertreter ebenfalls abgewürgt.
Sportliches nur Nebensache vor Duell mit Neuseeland
Und der Fußball? Wurde beinahe zur Randnotiz. Lediglich eine einzige Reporterfrage bezog sich auf die Begegnung mit Neuseeland. „Niemand hat sich einfach so qualifiziert, sie haben hart dafür gearbeitet“, sagte Trainer Ghalenoei über den Kontrahenten.
Darren Bazeley, der Coach von Neuseeland, bemühte sich, den ganzen Trubel zu ignorieren. „Um ehrlich zu sein, haben wir es wie ein normales Spiel behandelt.“ Eventuelle Protestaktionen der zahlreichen Exil-Iraner in Los Angeles würden seine Mannschaft nicht aus der Ruhe bringen. „Wenn das Spiel einmal losgeht, bemerkt man die Fans sowieso nicht und wen sie anfeuern.“ (dpa/red)
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