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Angst vor Hantavirus geht umEx-Bundesliga-Trainer lag auf der Intensivstation

Bereits 2012 infizierte sich der frühere Bundesliga-Trainer Ralph Hasenhüttl mit dem Hantavirus. Jetzt spricht der Österreicher über seinen Überlebenskampf.

Der Ursprung des tödlichen Hantavirus-Ausbruchs auf einem in Argentinien gestarteten Kreuzfahrtschiff ist nach Angaben der argentinischen Behörden weiter unklar.

Die „Hondius“ war am 1. April in Ushuaia, drei Menschen sind inzwischen an den Folgen der Infektion gestorben. Der frühere Leipziger und Wolfsburger Bundesliga-Trainer Ralph Hasenhüttl hat nun von seiner Infektion mit dem Hantavirus und dem folgenden Überlebenskampf vor einigen Jahren berichtet.

Hasenhüttl infizierte sich offenbar auf der eigenen Terrasse

Nach einer Mountainbike-Tour während eines Trainingslagers im Sommer 2012 mit dem VfR Aalen, den Hasenhüttl gerade in die 2. Fußball-Bundesliga geführt hatte, fühlte sich der Österreicher schlapp.

„Ich legte mich ins Bett, und da fingen die Kopfschmerzen an. Es fühlte sich an, als stecke eine Nadel in meinem Kopf. Dann bemerkte ich starke Rückenschmerzen. Es fühlte sich an, als stecke ein Messer in meinem Rücken“, sagte der 58-Jährige dem „Daily Mirror“ aus England.

Laut den Ärzten hatten sich Hasenhüttls Leber und Nieren durch das Hantavirus derartig vergrößert, dass diese auf andere Organe drückten. Das von Nagetieren getragene Virus sorgt nach einem Ausbruch auf der „Hondius“ gerade weltweit für Schlagzeilen. Noch immer sind viele Menschen akut infiziert.

Hasenhüttl verbrachte zwei Wochen auf der Intensivstation. „Ich war so lange weg und wusste nicht, wann ich zurückkehren würde. Mein Herzschlag weckte mich auf, so intensiv war er. Ich spürte einfach dieses Pochen in meiner Brust“, berichtete der Ex-Nationalspieler.

Fingerzeig von Ralph Hasenhüttl.

Copyright: IMAGO/Sven Simon

Ralph Hasenhüttl trainierte in der vergangenen Saison den VfL Wolfsburg.

Ihm wurde mitgeteilt, dass es keine sofortige Heilung gebe. Man müsse warten, bis der Körper Antikörper bilde. „Es war einfach ein Geduldspiel“, sagte Hasenhüttl. „Ich versuchte, schlechte Gedanken zu verdrängen, weil ich mich jung, gesund und stark fühlte. Ich dachte: Warum sollte ich an einem Virus sterben?“

Später machte Hasenhüttl offenbar die Ursache für die Infektion aus: Er hatte seine Terrasse gefegt. „Ich habe die Terrasse ohne Maske gereinigt und ich denke, ich habe den Staub eingeatmet“, berichtete Hasenhüttl. „Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis es ausbricht und sich Symptome zeigen.“ (dpa/afp)

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