Fortuna chancenlos in Leverkusen?Sportboss sieht komfortable Lage: „Alles wunderbare Vorzeichen“

Elias Saad im Zweikampf mit Yannik Engelhardt.

Am 30. Januar 2024 haben die Fortunen im Pokal-Viertelfinale bei St. Pauli ihr Können unter Beweis gestellt und gewannen 6:5 n.E. Doch sind sie auch reif genug, um Bayer Leverkusen zu schlagen?

Am Mittwoch trifft die Fortuna im Pokal-Halbfinale auf Bayer Leverkusen. So schätzt Sportvorstand Klaus Allofs die Chancen der Düsseldorfer ein.

von Viktoria Silz (vis)

Pokal-Showdown in Leverkusen! Am Mittwoch (3. April 2024, 20.45 Uhr) steigt das DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer 04 Leverkusen. Den unbesiegten Bundesliga-Spitzenreiter zu schlagen – für Fortuna Düsseldorf eine Mammutaufgabe.

Das sieht natürlich auch Fortuna-Sportvorstand Klaus Allofs (67) so. Dennoch möchte er sich in der BayArena nicht verstecken – und das, obwohl die Werkself in der laufenden Saison weder national noch international eine Niederlage einstecken musste. 

Fortuna Düsseldorf nimmt Schwung aus der 2. Liga mit

Um den „neuen deutschen Meister“, wie Allofs den Leverkusener Verein (73 Punkte) gegenüber der „Rheinischen Post“ bereits nennt, Paroli zu bieten, müssen die Fortunen an ihre Grenzen gehen: „Mir geht es in erster Linie darum, dass wir am oberen Rand unserer Möglichkeiten spielen. Das ist für mich das Wichtigste. Damit würde dann auch die Wahrscheinlichkeit steigen, die Sensation zu schaffen“, so Allofs. 

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Der Sportvorsand der Düsseldorfer, der selbst zweimal DFB-Pokalsieger mit der Fortuna geworden ist, fährt selbstbewusst nach Leverkusen: „Wir haben allen Grund, mit unserer Mannschaft zufrieden zu sein. Die Art und Weise, wie sie Moral gezeigt hat, in den Pokalspielen, aber auch am Wochenende in Kaiserslautern – das sind alles wunderbare Vorzeichen.“

Erst am vergangenen Karsamstag hatte die Fortuna wieder einmal ihre Comeback-Qualitäten unter Beweis gestellt. Bei der Partie in der 2. Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern (30. März) gerieten die Düsseldorfer in der 26. Minute in Rückstand. Doch mit einer furiosen Aufholjagd in der zweiten Halbzeit drehten die Rheinländer das Spiel und besiegten die „Roten Teufel“ 3:1. 

Klar ist für Allofs damit: „Wir haben die Hausaufgaben in der Liga gemacht.“ Mit vier Siegen aus den letzten fünf Matches sind die Rot-Weißen im Aufstiegskampf wieder voll dabei: „Wir sind auch in einer guten Verfassung und spielen dieses Halbfinale mit großer Spannung und Freude. Wir wollen das Beste aus unserer Außenseiterrolle machen“, betonte Allofs.

Und genau diese Außenseiterrolle ist es, die der Sportvorstand sogar als Vorteil sieht: „Wir sind in einer fast komfortablen Situation, weil man uns außerhalb von Düsseldorf nicht sehr viel zutraut. Auf dem Papier ist das eine klare Sache, aber auch darin liegt vielleicht unsere kleine Chance“, erklärte er hoffnungsvoll.

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Dass die Fortuna von vielen unterschätzt wird, ist wohl Tatsache. Dass auch dem Tabellenführer der Bundesliga ein ähnlicher Fehler unterläuft, glaubt Allofs allerdings nicht: „Ich habe nicht die Hoffnung, dass Bayer uns unterschätzen wird. Dafür machen sie ihre Sache zu beständig und zu abgeklärt. Wer eine solche Serie an ungeschlagenen Spielen hat, ruft seine Qualität permanent ab. Dennoch können wir fast nur positiv überraschen.“

Falls den Rot-Weißen diese Überraschung gelingt und sie sich auch im Finale in Berlin durchsetzen können, winkt ihnen nicht nur die saftige Siegprämie und der Pokal, sondern auch ein internationales Turnier. Denn in den Statuten der Uefa ist klar geregelt: Wer den DFB-Pokal gewinnt, ist automatisch für die Europa League qualifiziert.

Und das wäre aus Fortuna-Sicht eine wahre Sensation, denn das letzte Europapokalspiel der Rot-Weißen liegt über 40 Jahre zurück. Am 18. März 1981 unterlagen die Düsseldorfer Benfica Lissabon im Achtelfinale 0:1 und schieden damit – nach einem Remis in der Hinrunde – aus dem Wettbewerb aus. Damals in der Startelf: Klaus Allofs.

Der vierfache DFB-Pokal-Sieger Allofs macht kein Geheimnis daraus, dass er mit der Fortuna liebend gerne erneut im internationalen Licht erstrahlen will: „Wir haben bisher vor jeder Pokalrunde herausgestellt, wie wichtig so ein Wettbewerb ist. Insbesondere für Mannschaften, die nicht automatisch aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit am internationalen Wettbewerb kratzen. Das ist einfach eine Möglichkeit, auf die große Bühne zu kommen und für Aufmerksamkeit zu sorgen. Letzteres haben wir in dieser Saison schon geschafft.“ 

Doch für den Ex-Profi gibt es kein Träumen von dem, was war oder was sein könnte: „Im Fußball ist es wichtig zu wissen, was gestern wichtig war und was heute wichtig ist. Jetzt ist Pokal und nur Pokal!“ 

Es scheint, als hätte Allofs genau erkannt, wie sich die Rolle der Fortuna am Mittwoch verhält: „Es gibt für uns keinen Grund, ohne Hoffnung nach Leverkusen zu fahren und zu sagen, dass wir chancenlos sind. Das wäre falsch. Trotzdem muss man das Spiel richtig einordnen.“ Am Ende muss die Fortuna auch auf eine abgedroschene Phrase hoffen: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.