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Pleite und VerletzungsschockWar’s das? Anfang-Krise bei Fortuna immer schlimmer

Markus Anfang gestikuliert.

Copyright: IMAGO/Sven Simon

Für Markus Anfang wird die Luft immer dünner.

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Markus Anfang muss um seinen Job bangen! Fortuna Düsseldorf verliert zum vierten Mal in Folge.

Fortuna-Trainer Markus Anfang (51) droht das Aus! Für seine Mannschaft gab es im Keller-Krimi gegen Holstein Kiel eine bittere 1:2 Niederlage im eigenen Stadion. Durch die vierte Pleite in Serie hat sich die Situation in der Tabelle weiter verschlechtert. Zusätzlich wird wohl auch Leistungsträger Florent Muslija (27) mit einer Knieverletzung ausfallen.

Sportvorstand Sven Mislintat vermied ein klares Bekenntnis zu Trainer Markus Anfang. „Es ist eine ganz schwierige Situation. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in Abläufe kommen, die wir nicht mehr korrigieren können. Es ist einfach ganz wichtig, dass wir jetzt jeden Stein umdrehen“, sagte er: „Das ist übrigens keinerlei Tendenz. Es geht jetzt darum, wie reagieren wir darauf, wie geht jeder mit dem Druck um? Können wir damit gut umgehen? Können wir damit weniger gut umgehen? Was sind die Impulse, die wir brauchen? Und dann ist es unsere Pflicht, das einmal ergebnisoffen zu diskutieren.“

Muslija mit Knieverletzung vom Platz

Schon vor der Partie war ordentlich Druck auf dem Kessel. Kiel saß der Fortuna als Tabellensechzehnter mit zwei Punkten Rückstand im Nacken. Trotzdem wechselte Anfang in der Startaufstellung im Vergleich zur Pleite in Kaiserslautern nur auf einer Position. Für den gesperrten Suso rückte Jesper Daland in die Dreierkette.

Großartig andere Möglichkeiten hatte der Coach aber auch nicht, gleich acht Spieler standen verletzungsbedingt oder gesperrt nicht zur Verfügung – während der Partie sollte es dann noch schlimmer werden. Die erste Elf, die es gegen Kiel richten sollte, startete aber mit viel Wut im Bauch in die Partie.

Die beste Fortuna-Chance des Spiels hatte Christian Rasmussen bereits nach drei Minuten. Nach einer flachen Hereingabe von Itten drehte der Däne sich geschickt mit dem Ball. Aus rund fünf Metern scheiterte der Offensivspieler jedoch an Kiel-Keeper Weiner. Das hätte die frühe Führung sein MÜSSEN.

Auch in der Folge behielten die Rot-Weißen die Oberhand und hatten mehr Spielanteile als die Gäste. Aufregung herrschte aber in der 6. Minute im Strafraum der Störche – das gesamte Stadion forderte im Chor einen Handelfmeter für die Fortuna! Eine versuchte Flanke von Muslija sprang von Tolkins Oberschenkel direkt an dessen Arm. Schiedsrichter Jöllenbeck ließ die Situation weiterlaufen und auch der VAR meldete sich nicht. Ganz zum Ärger der Düsseldorfer. Am ersten Spieltag gegen Bielefeld hatte man durch eine sehr ähnliche Szene einen Strafstoß gegen sich kassiert. 

Ein ähnliches Bild gab es dann in der 25. Minute: Nach einem vermeintlichen Foul an Ljubicic entschied Schiri Jöllenbeck erneut auf keinen Strafstoß. Deswegen ging es ohne Tore in die Pause. Im zweiten Durchgang kamen dann die Gäste aus dem hohen Norden besser ins Spiel. Bereits fünf Minuten nach Wiederanpfiff klingelte es im Kasten von Florian Kastenmeier. Nach einem perfekten Steilpass auf Kapralnik bediente der Kieler Stürmer Harres mit einer scharfen Hereingabe. Der Angreifer brauchte die Kugel nur einzuschieben.

Als wäre das für die Hausherren nicht schon genug Übel, kam dann auch noch Verletzungspech dazu. Mit muskulären Problemen musste zunächst Luca Raimund vom Feld, dann kam es für die Anfang-Elf knüppeldick. Bei einem Laufduell blieb Florent Muslija mit seinem Knie am Gegenspieler hängen. Sofort ging der Kosovare zu Boden und wälzte sich vor Schmerz. Mit einer dicken Bandage ging es nach minutenlanger Behandlung humpelnd vom Feld. Das dürfte das Saison-Aus für den Dribbler gewesen sein.

Allen Umständen trotzte die Fortuna dann jedoch und erzielte in der 71. Minute den Ausgleich. Ein nicht ganz so gezielter Schuss flutschte Kiel-Torhüter Weiner durch die Beine. Der zwölfte Saisontreffer des Schweizers brachte noch einmal Leben in den ausverkauften Heimbereich. Plötzlich glaubten wieder alle an einen Sieg! Dieser Glaube wurde jedoch schon nach acht Minuten wieder zerstört. Störche-Innenverteidiger Nekic erzielte nach einem Eckball per Kopf die erneute Führung für die Gäste. Die Fortuna warf noch einmal alles in die Waagschale, doch der goldene Treffer sollte nicht mehr fallen.

Anfang: „Heute ist alles zusammengekommen“

Der Coach bilanzierte nach der Partie: „Heute ist alles zusammengekommen, was uns schon die ganze Saison begleitet. Wir haben in dem Spiel alles gehabt. Drei Verletzungen und drei Wechsel. Wir sind gut in die Partie gekommen und haben wenig zugelassen. Wir hatten bis auf die Chance von Chris nicht die hundertprozentigen Chancen. Die Jungs haben trotzdem nach vorne gespielt und wir haben zu Recht den Ausgleich gemacht. Dann kriegen wir eine Standardsituation. Wir wussten um die Variante. Eli will raus zum Ball und wird umgerissen, dadurch fällt das Tor und wir verlieren das Spiel 1:2. Das ist bitter und das tut weh. Das zeigt, wie schwer die Situation ist und gegen welche Widerstände wir angehen müssen.“

Nach dem Abpfiff gab es deswegen von den wütenden Fans Pfiffe. Vom harten Kern der Ultras gab es jedoch aufmunternden Applaus für die Leistung. In der Tabelle sind die Störche mit dem Sieg an Düsseldorf vorbeigezogen. Je nachdem, wie die Konkurrenz am Samstag punktet, könnte man erstmals seit Dezember wieder auf einem direkten Abstiegsplatz stehen. Jetzt muss genau analysiert werden, ob Anfang noch der richtige Mann für die letzten fünf Spiele ist – leichter wird es in Magdeburg sicherlich nicht.

Cedric Itten umarmt Satoshi Tanaka.
Düsseldorfer als Schnäppchen
Bundesligist jagt wohl dieses Fortuna-Duo