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EXPRESS-ZeugnisDreimal Note 6 für Fortuna Düsseldorf

Fortuna-Sportdirektor Christian Weber (l.) und F95-Vorstand Klaus Allofs

Copyright: IMAGO/Moritz Müller

Leisteten viele Jahre gute Arbeit, diesmal waren sie komplett neben der Kappe: Fortuna-Sportdirektor Christian Weber (l.) und F95-Vorstand Klaus Allofs

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Dreimal Note 6: Fortuna Düsseldorf hat eine furchtbare Saison mit dem direkten Abstieg in die 3. Liga bezahlt. Unser EXPRESS-Zeugnis.

Fortunas Verantwortliche haben derzeit alle Hände voll damit zu tun, sich bei Fans und Mitgliedern für den Scherbenhaufen zu entschuldigen, den diese Saison hinterlassen hat.

Vorher können wir aber nicht ersparen, dass sie im EXPRESS-Zeugnis noch bewertet werden. Diese Bewertung für die Trainer, Vorstände und Aufsichtsräte fällt wenig überraschend alles andere als gut aus.

Note 6 für Fortunas Management, Vorstand und Aufsichtsrat

Daniel Thioune: Wollte „All-in“ gehen und aufsteigen. Geriet mit seinem Team aber gleich zum Auftakt mit der 1:5-Klatsche in Bielefeld in Schieflage und lief als Tabellenletzter der Musik hinterher. Schaffte es nicht, ein echtes Team zu formen. Schon in der Saison zuvor hatte die lange Chance auf den Aufstieg die Tatsache kaschiert, dass die Auftritte meistens eher mäßig waren. Musste dann gehen und landete als Werder-Trainer dann doch in der Bundesliga. Note 5

Markus Anfang: Hatte einen schwierigen Start, danach sah es aber eine Weile danach aus, als habe er die Mannschaft stabilisiert. Nach vier Niederlagen in Serie war dann aber doch Schluss. Warum er ausgerechnet bei dem Verein, bei dem als Spieler sein Stern aufging, als Trainer den mit Abstand schlechtesten Punkteschnitt seiner Trainer-Laufbahn hinlegte, wird ein Rätsel bleiben. Note 5

Alexander Ende: Hatte nur kurz Zeit und schaffte es nicht. Der Trainer bekam es zwar hin, dass Fortuna zwei überzeugende Heim-Auftritte hinlegte, auswärts startete er dafür in Magdeburg blamabel und hörte in Fürth indiskutabel auf. Dennoch wird ihm zugetraut, den in Trümmern liegenden Verein wieder aufzubauen. Note 4

Klaus Allofs/Christian Weber: Leisteten viele Jahre gute Arbeit, diesmal waren sie komplett neben der Kappe. Das Konzept zahlreiche Rekonvaleszenten zu verpflichten, die im Jahr zuvor wenig bis gar nicht gespielt haben, wurde zum absoluten Bumerang. Dazu wurde zu viel auf individuelle Qualität geachtet, Führungsspieler und Teamgeist fehlten komplett. Das Schlimmste ist aber, dass ein Großteil der Mannschaft nach dem Abstieg ablösefrei wechseln darf. Das ist eine Katastrophe, die den Verein um Jahre zurückwirft. Note 6

Sven Mislintat: Kam mit dem Ruf des „Diamantenauges“, aber auch mit dem Manko, dass seine letzten Jobs nicht langfristig waren und teilweise mit viel Getöse endeten. Die Bilanz seiner vier Wintertransfers ist durchwachsen: Tanaka war eine Verstärkung, Stürmer Ljubicic erzielte kein einziges Tor. Dazu zwei Talente, die in der Rückrunde kaum eine Rolle spielten. Note 5

Restlicher Vorstand: Von dem war wenig zu hören. Gefühlt steckte Boss Alexander Jobst seinen Kopf zum ersten Mal so richtig aus dem Fenster, als der Abstieg perfekt war. Versucht sich jetzt am Neuaufbau, für den er nach dem Desaster erst mal knapp die Hälfte seiner Belegschaft kündigen musste. Der Vorstand wird massive Probleme damit bekommen, bei der nächsten Mitgliederversammlung entlastet zu werden. Note 6

Aufsichtsrat: Man fragt sich, was der eigentlich kontrolliert. Dass Fortuna jetzt durch Verträge ohne Netz und doppelten Boden jetzt praktisch ohne Mannschaft dasteht, ist einfach nicht zu fassen. Zumal das gleiche Fiasko 1999 schon einmal passiert ist. Einziger Unterschied: Damals sind diverse Spieler sogar gerne und freiwillig abgestiegen, um ablösefrei wechseln zu können. Der heutige Aufsichtsrat wusste, was in den Verträgen steht. Details lanciert er ja ganz gerne in die Öffentlichkeit. Note 6

Sven Mislintat geht mit enttäuschtem Blick über den Rasen. Im Hintergrund sieht man zwei Spieler der Fortuna, die sich aufwärmen.
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