„Außergewöhnliche Situation“ NRW ruft Notlage aus – wegen Energiekrise

11 Gefahren nach WM-Fiasko Flicks Pulverfass: Ego-Trips, Führungsschwäche, Planlosigkeit

Thomas Müller und seine Teamkollegen im Training.

Beim Training am 21. November 2022 simulierten die Nationalspieler bereits enge Zweikämpfe. Im Team gibt es aber auch wirklich Reibung.

Nach der Auftakt-Niederlage gegen Japan wird vieles hinterfragt bei der deutschen Nationalmannschaft. Es brodelt im Team von Hansi Flick. Auch der Bundestrainer gab keine gute Figur ab. Die große Analyse.

Hinter den hohen Mauern des Al-Shamal-Stadions trainierten am Donnerstag (24. November 2022) die Spieler der Nationalmannschaft, die beim 1:2-Debakel gegen Japan nicht oder nur kurz zum Einsatz kamen. Die Startelf regenerierte im Team-Hotel. Nachmittags hatten alle frei.

Sicherlich dürfte auch das eine oder andere Gespräch im Fünf-Sterne-Palast im Norden Katars geführt worden sein. Denn es brodelt vor dem Spanien-Duell (Sonntag, 20 Uhr, ZDF und MagentaTV) kräftig beim DFB-Team. Hansi Flick (57) sitzt schon nach seiner ersten WM-Partie als verantwortlicher Bundestrainer auf einem Pulverfass.

Hansi Flick verteidigt Ilkay Gündogan nach Kritik am Team

Nach der Auftakt-Pleite fliegen die Pfeile in alle Richtungen. Experten kritisieren Aufstellung und Wechsel des Bundestrainers. Die Spieler lassen Risse innerhalb des Teams erkennen. An allen Fronten treten Konflikte offen zutage. EXPRESS.de analysiert, was alles schiefläuft bei der deutschen WM-Mission.

Alles zum Thema Hansi Flick

Kollegen-Schelte: Ilkay Gündogan (32) hatte unmittelbar nach Abpfiff am ARD-Mikrofon harte Worte in Richtung seiner Mannschaftskollegen gewählt. Zwar nannte der Kapitän von Manchester City keine Namen, es ging aber in alle Richtungen. Der Torschütze bemängelte das Defensiv- und Offensivverhalten, kritisierte auch die jungen Spieler im Team.

Bundestrainer Hansi Flick (57) versuchte die Kritik herunterzuspielen: „Es ist okay, dass er das sagt. Wir wollen keinem Spieler irgendetwas vorgeben.“ Dennoch: Schon Ende September, nach der 0:1-Niederlage gegen Ungarn in Leipzig, hatte Gündogan fast die identischen Kritikpunkte geäußert. Geändert hat sich offenbar nichts.

Ego-Trips: Die Entscheidung, Gündogan den Vorzug zu geben, machte den sehr selbstbewussten Leon Goretzka (27) wütend. Als er in die Partie kam, wollte er unbedingt durch wilde Offensivszenen zeigen, dass sein Bankplatz ein Fehler war. Dabei hätte er eigentlich das Zentrum sichern sollen. „Wäre ich nicht frustriert, wäre ich der Falsche in meinem Job“, sagte der Mittelfeldspieler nach der Partie.

Arroganz: Antonio Rüdiger (29) war lange der stabilste deutsche Akteur auf dem Platz. Er hielt den Laden defensiv zusammen und ging voran. Nur stieg ihm der Gedanke des nahenden Siegs wohl zu Kopf. Die Szene, als er Takuma Asano (28) – pikanterweise später der Siegtorschütze für Japan – albern im Gazellen-Stil ablief, kam als Bumerang zurück.

Lustlosigkeit: Kai Havertz (23), der dem Vernehmen nach nur wegen der Verletzung von Leroy Sané (26) in die Startelf rutschte, signalisierte mit seinem Auftritt, dass er nur bedingt Lust auf die Rolle als Notnagel in der Sturmspitze hatte. Seine Körpersprache entspricht auch nicht der eines Kämpfers.

Deutschlands Bundestrainer Hansi Flick verfolgt das Spiel.

Hansi Flick betrachtete die Leistung seiner Mannschaft am 23. November 2022 gegen Japan skeptisch. Nun steht sein Team unter Druck.

Führungsschwäche: Joshua Kimmich (27) genießt größte Freiheiten im deutschen Team. Nicht zufällig trat er auch vor dem Japan-Spiel in der offiziellen Pressekonferenz an Flicks Seite vor die internationalen Medien. Aber wie ein Führungsspieler verhielt er sich ab der 70. Minute am Mittwoch nicht. Von defensiver Stabilität war nichts mehr zu sehen. Das angebliche Herzstück des deutschen Spiels ließ das Chaos über die Mannschaft hereinbrechen.

Fitness-Probleme: Niklas Süle (27) wehrt sich immer lautstark gegen die Fragen nach seiner Fitness. Aber auch gegen Japan wurde wieder sichtbar, dass die Kondition des Dortmunders nicht über 90 Minuten reicht – vor allem nicht, wenn er die Linie rauf -und runterrasen soll. Als Innenverteidiger kann er mit seinem Körper und Stellungsspiel vieles kompensieren. Aber für ein laufintensives Spiel reicht es nicht.

Unerfahrenheit: Auch wenn Flick recht hat mit der Feststellung, dass in der Startelf alle Akteure schon Champions-League-Erfahrung hatten, kennen aber nur wenige die Drucksituation eines absoluten Endspiels. Schon das Japan-Spiel war eine Alles-oder-Nichts-Partie. In der wilden Schlussphase standen mit Mario Götze (30), Niclas Füllkrug (29) und Youssoufa Moukoko (18) Rückkehrer und Neulinge auf dem Feld. Nico Schlotterbeck (22) startete mit der Erfahrung von erst sechs – schwachen – Länderspielen. Und enttäuschte erneut.

Bayern-Bonus: Sieben Münchner bilden im WM-Kader die größte Gruppe. Hinter vorgehaltener Hand wird über eine Bevorzugung der Bayern gesprochen – angefangen von Manuel Neuer (36) bis hin zum nicht fitten Thomas Müller (33). Verlässt sich der Ex-Bayern-Triple-Trainer Flick zu sehr auf den Bayern-Block? Das Rumoren im Team ist jedenfalls nicht zu überhören.

Hansi Flicks Aufstellung und die Wechsel wirkten eher zufällig

Coaching-Fehler: Flicks Startelf wirkte nicht wie das Resultat monatelanger Planung. Die Maßnahmen, Süle nach rechts und Havertz in die Spitze zu beordern, wirkten wie aus dem Bauch heraus gefällt. Die Wechsel passten nicht, mit der Doppel-Herausnahme von Gündogan und Müller in der 67. Minute kippte die Statik endgültig. Eigentlich wurde die Nations League immer als Testlauf für die WM verkauft. Doch am Mittwoch wirkten Aufstellung, System und Abläufe rein zufällig. Standards verpufften, ein Konzept war nicht erkennbar, nichts war eingespielt.

Planlosigkeit: Sollte Flick nun zum Spanien-Spiel viel über den Haufen werfen, wird er zum Umfaller. Eine Rückversetzung von Kimmich in die Abwehr käme einem kompletten Scheitern der Arbeit in den vergangenen anderthalb Jahren gleich. Aber mit dem drohenden WM-Aus vor Augen, könnten einige Prinzipien über Bord geworfen werden.

Hansi Flick unter Druck: Heim-EM 2024 kann für Veränderungen sorgen

Charakterschwäche: Das Trainer-Team hatte bei der Kader-Zusammensetzung auf Harmonie gesetzt. Nun drängt sich der Eindruck auf, dass Charaktere wie Mats Hummels (33) oder Robin Gosens (28) dem Gebilde gutgetan hätten. Die vermeintlichen Führungsspieler geben sich nicht als solche zu erkennen, für ein Dutzend anderer ist allein die Nominierung schon ein Erfolg.

Am Sonntag steht gegen Spanien viel auf dem Spiel. Landet Deutschland einen Sieg, kann es die Initialzündung für das Turnier werden. Sollte hingegen bereits nach dem zweiten Gruppenspiel das vorzeitige WM-Aus besiegelt sein, gerät alles auf den Prüfstand. Vor dem Prestige-Ereignis Heim-EM 2024 wird es dann in diesen personellen Konstellationen nicht weitergehen.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.