Die Internationale Presse zerlegt FIFA-Boss FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Presseschelte für InfantinoSo hart urteilt die internationale Presse über den FIFA-Boss

Copyright: Eduardo Verdugo/AP/dpa
Gianni Infantino spricht in Mexiko-Stadt vor Medien.
Aktualisiert:
Kurz vor dem WM-Anpfiff in Kanada, Mexiko und den USA stellt sich FIFA-Präsident Gianni Infantino den Medien – und fängt sich eine gewaltige Klatsche ein.
Bei seinem seltenen Presse-Auftritt verteidigte der Weltverbands-Boss die extremen Ticketpreise und sprach über den Fall des Schiedsrichters Omar Artan aus Somalia, dem die USA die Einreise verweigerten. Die internationale Presse lässt daraufhin kein gutes Haar an ihm.
WM als „Todesstern“: Düstere Prognose aus den USA
Besonders aus Großbritannien hagelt es Kritik. Der „Independent“ geißelt Infantinos Worte als „Trumpsches Geschwafel“ und sieht darin einen „chaotischen Start in die Weltmeisterschaft“. Der FIFA-Boss sei so sehr mit Trump verbandelt, „bis hin zu dem Punkt, an dem er tatsächlich wie dieser klingt“. Die Boulevardzeitung „The Sun“ ätzt, Infantino habe versucht, „die FIFA als die Guten darzustellen“ – eine krasse Umkehr zu seiner berüchtigten „Heute fühle ich mich homosexuell“-Rede vor dem Turnier 2022 in Katar.
Auch jenseits des Atlantiks ist die Stimmung mies. Das Portal „The Athletic“ malt ein apokalyptisches Bild und bezeichnet die WM als „Todesstern“. Es sei eine unsichtbare Grenze überschritten worden, nach der es „kein Zurück mehr“ gebe. Für Infantino seien die menschlichen Kosten und Probleme aber anscheinend „alles nur Diskussionspunkte, kleine Hürden, die es auf dem Weg zu unserer glorreichen FIFA-Zukunft zu überwinden gilt“.
Im Gastgeberland Mexiko ist die Enttäuschung riesig. „An keinem der Austragungsorte ist eine allgemeine Euphorie zu spüren“, berichtet die Zeitung „Récord“. Stattdessen beherrschen Proteste, Razzien gegen Migranten und sogar Schießereien die Stimmung vor dem Turnier. Ein Hauptkritikpunkt sind die extrem hohen Ticketpreise. Infantino wiegelte dies laut „Mediotiempo“ ab und nannte es „ein einzigartiges Erlebnis“. Das Blatt „ESTO“ hält fest, dass der FIFA-Chef versicherte, er habe „keinen Einfluss auf geopolitische Entwicklungen“.
Heimat-Presse: Viel Selbstlob, wenig Pathos
In der Schweiz, Infantinos Heimat, sind die Töne etwas gedämpfter. Der „Blick“ merkt an, dass die Pressekonferenz diesmal nicht so „spektakulär und kontrovers“ war wie vor der WM in Katar. Trotzdem habe sich Infantino „mit Lob für die eigene Arbeit nicht zurückgehalten“. Der „Tagesanzeiger“ bringt die Haltung des FIFA-Präsidenten sarkastisch auf den Punkt: „Iran, Tickets und Visa – alles kein Problem für Gianni Infantino.“
Das Medienecho zeichnet ein eindeutiges Bild: Kurz vor dem Eröffnungsspiel sind die Zweifel und die Kritik am FIFA-Chef und dem gigantischen Turnier so groß wie nie. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
