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„Gerne wieder häufiger in der Box“Nach Klopp wundert sich auch Hummels über Kane

Flaute beim Knipser: Mats Hummels legt bei Harry Kane den Finger in die Wunde – mit einer klaren Analyse.

So richtig will es mit dem Toreschießen bei Harry Kane im laufenden Spieljahr noch nicht klappen, die Hoffnungen waren größer. Nun liefert Mats Hummels einen denkbaren Ansatz für diese kleine Durststrecke. Das Urteil des ehemaligen Bayern-Abwehrspielers über das Auftreten des Briten fällt durchaus kritisch aus.

Vor dem Anpfiff der Königsklassen-Partie bei Atlético Madrid bezog Hummels am Mikrofon von Amazon Prime Stellung. Aus Sicht des TV-Fachmanns offenbart das Offensivspiel des Angreifers derzeit ein Manko. Exakt dieses Defizit führt er als Ursache dafür an, weshalb Kane vor dem Kasten des Gegners momentan die gewohnte Ausstrahlung vermissen lässt. Das berichtet „Sport1“.

Harry Kane vom Torjäger zum Regisseur

Klare Kante zeigte Hummels bei seiner Einschätzung: „Ich glaube, wir haben gerade eine Phase, in der ein bisschen zu wenig sein Mittelstürmer-Spiel spielt. Ich hätte gerne, dass er wieder ein bisschen mehr in der Box ist. Er hatte nicht viele Torchancen, weil er nicht voll in der Sturmspitze ist. Vielleicht liegt das daran, dass er gerade viel im Mittelfeld herumturnt.“

Dennoch wollte Hummels seine Worte keinesfalls als bloße Abrechnung verstanden wissen und zollte dem Torjäger großen Respekt: „Er macht das großartig, er macht das wie kaum ein anderer. Aber ich als Fan von einem Mittelstürmer der Qualität, mit der Abschlussstärke, hätte ihn gerne wieder häufiger in der Box. Und vielleicht liegt das daran, dass im Abschluss nicht ganz das Selbstverständnis da war.“

Vor einigen Wochen hatte sich schon Bundestrainer Jürgen Klopp (59) leicht kritisch über die Rolle von Kane bei den Bayern geäußert, dabei aber in erster Linie dessen Arbeit gegen den Ball in den Fokus gerückt.

Unbestritten ist: Bei den Süddeutschen brilliert Kane aktuell stärker als je zuvor in der Rolle des Vorbereiters und Taktgebers. Sogar bis in den eigenen Sechzehner arbeitet der mit dem Ballon d’Or ausgezeichnete Profi phasenweise zurück, um die Defensivreihe tatkräftig zu unterstützen.

Ein Paradebeispiel dafür lieferte das jüngste Bundesliga-Topspiel gegen den BVB, welches mit einem 2:2-Remis zu Ende ging. In jener Partie servierte Kane per Kopfball die Vorlage zum zwischenzeitlichen Führungstreffer von Dayot Upamecano.

Allerdings vergab er zuvor vom Elfmeterpunkt. Zudem klatschte ein Abschluss von ihm aus kürzester Entfernung lediglich ans Gehäuse der Westfalen. Gefühlt eine Gelegenheit, die sich der Torjäger normalerweise nicht entgehen lässt.

Wie unangenehm diese Aufgabenverteilung für jede gegnerische Hintermannschaft ist, verdeutlichte Hummels’ Experten-Kollegin Josephine Henning mit Nachdruck: „Es ist so schwer zu verteidigen. Wenn er sich fallen lässt und zwischen den Linien spielt. Als Verteidiger lässt du dich rausziehen – das ist Horror. Es ist wirklich schwer.“

Nach bislang 13 absolvierten Pflichtpartien im Bayern-Trikot stehen für Kane in der aktuellen Runde somit zehn eigene Treffer sowie acht Torvorbereitungen in der Statistik. (red)