Auswärtserfolg im Breisgau, aber das Herz schlägt für den Coach: Neue Infos zu Vincent Kompany nach seinem Kollaps.
„Er bekommt alle Zeit“Nach Bayern-Sieg: Eberl gibt Klinik-Update zu Kompany
Volle Punktausbeute beim SC Freiburg, doch an der Linie blieb der Platz des wichtigsten Akteurs leer. Als der FC Bayern den 3:1-Erfolg auf fremdem Platz einfuhr, musste Vincent Kompany passen. Überall im Stadion merkte man deutlich, welche Lücke der Übungsleiter bei den Münchnern hinterlässt. Nach seinem erlittenen Kollaps befindet sich der Belgier aktuell auf dem Weg der Besserung. Während Anhänger und Teamkollegen große Anteilnahme bewiesen, versorgte Sportvorstand Max Eberl die Öffentlichkeit mit frischen Details zur Verfassung des Cheftrainers.
Schon vor Spielbeginn zeigte sich, wie sehr dieses Ereignis den gesamten Kader bewegt. Am Mikrofon von DAZN äußerte sich Abwehrspieler Jonathan Tah vor dem Duell: „Es ist keine einfache Situation. In solchen Momenten ist es noch wichtiger, zusammenzuhalten und noch enger zusammenzurücken als Team und Klub.“ Das berichtet Sport1.
Kompany: Fußball-Tabu während der Erholung
Als das Spiel beendet war, folgte schließlich die ersehnte Auskunft durch Eberl. „Er ist stabil. Er hat keine Kopfschmerzen mehr. Er wird jetzt dahingehend untersucht“, schilderte der Bayern-Boss den aktuellen Stand. Ein abschließendes Untersuchungsergebnis steht momentan zwar noch aus, doch Hektik kommt bei den Verantwortlichen nicht auf: „Wir lassen ihn einfach in Ruhe. Er soll ganz entspannt – entspannt in Anführungsstrichen – diese Diagnose jetzt abwarten und dann wissen, was zu tun ist.“
Irgendeine Art von Eile bei seiner Erholung? Seitens der Vereinsführung absolut ausgeschlossen. Diesbezüglich ließ Eberl keinerlei Zweifel aufkommen. „Alle Zeit. Wirklich, er bekommt alle Zeit“, unterstrich der Funktionär. Er legte sogar noch nach: „Und wenn er gesund ist, wird er wahrscheinlich nochmal eine Woche länger bekommen. Ich hoffe, er nimmt es dann auch an, um wirklich ganz gesund zu sein.“ Unterdessen wirken positive Resultate des Teams auf dem Platz wie ein echtes Heilmittel. Laut Eberl gelten die laufenden Begegnungen samt der eingefahrenen Dreier als „die beste Medizin für ihn“.
Bereits vor dem Anstoß hatte Assistenzcoach Aaron Danks, welcher derzeit als Ersatz für den Belgier einspringt, für Zuversicht gesorgt. „Das Feedback ist im Moment sehr positiv. Er (Kompany, Anm. d. Red.) ist stabil, er fühlt sich wohl. Er fühlt sich jeden Tag etwas besser. Es laufen immer noch Tests, aber die Zeichen sind richtig positiv“, gab Danks zu Protokoll.
Sportliche Angelegenheiten klammerte der Co-Trainer bei den jüngsten Kontakten komplett aus. „Ich habe mein Versprechen gehalten. Ich habe mit ihm überhaupt nicht (über Fußball, Anm. d. Red.) gesprochen, ich habe ihn regenerieren und mit seiner Familie gelassen.“
Auf den Rängen sorgten die mitgereisten Münchner Unterstützer noch vor Spielbeginn für Gänsehaut, als sie ein Spruchband entrollten: „Gute Besserung, Vincent. Wir stehen an deiner Seite.“ Vor Ort konnte der Chefcoach diese Geste nicht miterleben. Nachdem er am Freitag während einer Übungseinheit der zweiten Mannschaft des Klubs kollabiert war, folgte die Einlieferung in eine Klinik. Aktuellen Prognosen zufolge steht ihm eine längere Pause bevor.
Allerdings bildete der Fußballlehrer im Breisgau bei weitem nicht die einzige Lücke im Kader. Die Ausfallliste beim deutschen Rekordchampion ist derzeit extrem lang. Wegen eines Todesfalls in der direkten Verwandtschaft setzte Joshua Kimmich aus. Während Minjae Kim aufgrund einer Muskelverletzung passen musste, laboriert Keeper Manuel Neuer weiterhin an einer hartnäckigen Fußsehnenreizung. Obendrein zwingen ein gerissenes Muskelbündel Luis Díaz sowie ein Faserriss im rechten Oberschenkel Jamal Musiala zum Zuschauen. Unmittelbar vor dem Anstoß gab der Verein noch zwei zusätzliche Hiobsbotschaften bekannt: Weder Aleksandar Pavlović mit leichten Problemen an der Wade noch Bara Ndiaye nach einer Operation am Blinddarm waren einsatzfähig.
Große Geste vom Freiburger Übungsleiter
Aus diesem Grund stand die Marschroute für Verteidiger Tah außer Frage. „Es sind Dinge passiert, die sind wichtiger als der Fußball. Wir wollen heute zeigen, dass wir für die spielen, die nicht dabei sein können“, merkte Tah an.
Auch die Gastgeber zeigten sich von ihrer empathischen Seite. Angesichts des schmerzlichen Verlusts im engsten Umfeld von Kimmich richtete SCF-Coach Julian Schuster seine Worte zunächst an dessen Angehörige. „Das nimmt man schon auch mit. Auf der einen Seite ist es mir wichtig, mein Beileid auszusprechen, was Familie Kimmich angeht“, erklärte der Fußballlehrer.
Bezüglich des erkrankten Kompany äußerte sich Schuster ebenfalls sehr einfühlsam: „Wenn es deinem Trainerkollegen nicht gut geht und er nicht an der Seitenlinie stehen kann, da fühlt man mit, wünscht natürlich nur das Beste und eine schnelle Genesung. Schnell, aber in Anführungszeichen, denn das Wichtigste ist, dass er wieder komplett gesund wird.“ (red)
