Wildes Spiel bei Hertha Zweimal Choupo-Moting, aber Zittersieg – massive Fan-Proteste gegen WM

Herthas Davie Selke (r) trifft gegen Bayern Münchens Manuel Neuer per Strafstoß.

Herthas Davie Selke (r) verwandelt den Elfmeter zum 2:3 gegen Bayerns Torhüter Manuel Neuer.

Vor dem Spiel dachten viele: klare Sache. Doch am Ende wurde es für Bayern München bei Hertha BSC am Samstag eine Zitterpartie mit einem glücklichen Sieg.

Der FC Bayern München hat zumindest bis zum Sonntag (6. November 2022) wieder die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga übernommen. Der Rekordmeister gewann am 13. Spieltag 3:2 bei Hertha BSC und verdrängte damit den 1. FC Union vorläufig von Rang eins.

Der Berliner Ortsrivale der Hertha spielt erst am Sonntag bei Bayer Leverkusen und würde nur mit einem Sieg an die Tabellenspitze zurückkehren.

Manuel Neuer gibt Comeback beim FC Bayern München

Bayern hat beim Comeback von Nationaltorhüter Manuel Neuer allerdings zittern müssen. Jamal Musiala (12.) und Eric Maxim Choupo-Moting (37./38.) trafen für die Bayern, die zwei Wochen vor der WM in Katar (20. November bis 18. Dezember) erneut auf Nationalspieler Thomas Müller (muskuläre Probleme) verzichten mussten.

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Kapitän Neuer hatte aufgrund einer Schultereckgelenkprellung die letzten sieben Pflichtspiele der Münchner verpasst, bei den Gegentreffern war er dann chancenlos. Dodi Lukebakio per Direktabnahme (40.) und Davie Selke mit einem verwandelten Foulelfmeter nach Videobeweis (45.) waren für den Hauptstadtklub erfolgreich, der nach dem hohen Rückstand große Moral bewies und nie aufsteckte.

Der FCB begann dominant, die kompakt verteidigenden Berliner setzten aber die ersten Nadelstiche. Bayern-Schreck Lukebakio, der schon fünfmal gegen die Münchner getroffen hatte, testete mit einem harten Schuss erstmals Neuers wiedergenesene Schulter (4.). Auf der anderen Seite nutzten dann die Bayern ihre erste Chance eiskalt. Nach einem einfachen Ballverlust der Hertha legte Sadio Mane für Wirbelwind Musiala auf, der aus zehn Metern locker einschob. Die Bayern zeigten zunächst nur phasenweise ihr ganzes Können. Zur Pause gab es nur eine knappe 3:2-Führung.

Hertha- und Bayern-Fans protestieren gegen WM in Katar

Das mit 74.667 Zuschauern ausverkaufte Olympiastadion bebte, puschte die Hertha nach vorne. Nach Wiederanpfiff drückte das Nagelsmann-Team auf den vierten Treffer. Nach einem Durcheinander im Strafraum der Gastgeber traf Agustin Rogel plötzlich ins eigene Tor, doch der Videoassistent entschied nach minutenlanger Ansicht der Bilder auf Abseits (57.). Die Belagerung hielt an, die Hertha lauerte auf Konter, blieb bis zum Schluss gefährlich und machte den Bayern das Leben schwer.

Während des Spiels hatten die Fanlager von Hertha BSC und des FC Bayern München gegen die WM in Katar protestiert und zum Boykott des Turniers aufgerufen. „15 000 Tote für 5760 Minuten Fußball! Schämt euch“, stand kurz nach Anpfiff der Partie auf großen Bannern in den Blocks beider Fanlager.

Die Transparente spielten auf die prekäre Situation der Gastarbeiter in dem arabischen Emirat an, die immer wieder kritisiert werden. Während der gesamten Partie hing auf Höhe der Mittellinie an der Gegengeraden ein großes Plakat mit der Aufschrift „Boycott Qatar 2022“.

Herthas Fans in der Ostkurve zeigen Spruchbänder und protestieren gegen die Fußball-WM in Katar.

Berliner Olympiastadion am 5. November 2022: Herthas Fans zeigen Spruchbänder mit der Aufschrift „Klimatisierte Stadien statt Klimaschutz / Verfolgung bestimmter Sexualitäten / Missachtung von Menschenrechten / keine Meinungsfreiheit / Verbot von Alkohol“ als Protest gegen die bevorstehende Fußball-WM in Katar und rufen zum Boykott des Turniers auf.

Mit zahlreichen Bannern in den Vereinsfarben weiß und blau machten Hertha-Zuschauer auch etwa auf die „Missachtung von Menschenrechten“ oder „klimatisierte Stadien statt Klimaschutz“ aufmerksam.

Katar ist vom 20. November bis 18. Dezember Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaft. Das arabische Land wird immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und der Ausbeutung von Migranten kritisiert. (sid, dpa)

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