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„In Deutschland gibt es immer einen“Eberl knöpft sich Hamann vor

Max Eberl trinkt aus einem Glas Wasser

Copyright: IMAGO / HMB-Media

Max Eberl hat auf die Kane-Zweifel von Didi Hamann reagiert.

Nach Kanes Treuebekenntnis in München äußert Hamann Bedenken – und kassiert von Max Eberl eine heftige Abfuhr.

Was für ein deutliches Statement! Vor der Bundesliga-Partie in Mainz knöpfte sich Max Eberl den TV-Experten Dietmar Hamann vor. Auslöser waren wiederholte Zweifel des Sky-Analysten am frisch unterzeichneten Vertrag von Harry Kane.

Zwar bleibt der britische Stürmerstar den Münchnern erhalten, aber Hamann warnt vor zu viel Euphorie. Für ihn birgt der kostspielige Deal durchaus Gefahren.

Freund holt alte Hamann-Aussagen wieder hoch

Grundsätzlich bewertet Hamann die Einigung durchaus wohlwollend. Dennoch betont er, dass Abschlüsse dieser gigantischen Größenordnung stets gewisse Unwägbarkeiten beinhalten. Am Sky-Mikrofon führte er aus: „Er hatte kaum Verletzungen, seit er hierhergekommen ist. Und natürlich hoffen wir, dass es so bleibt. Aber wenn du dich mal verletzt, dauert es länger zurückzukommen. Wenn du einen Vertrag unterschreibst, der dich bis fast 36 bringt, besteht – egal, wer es ist – immer ein gewisses Risiko.“

Unmittelbar vor Spielbeginn in Mainz (ab 15.30 Uhr) wurde Eberl mit diesen kritischen Aussagen konfrontiert. Das berichtet „Sport1“. Anfangs reagierte der 53-Jährige noch recht gelassen: „Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Wenn wir den Weltfußballer in der Bundesliga haben, der ausgezeichnet in Form ist, in der Blüte seiner Karriere, dann ist es ein großes Zeichen für die Bundesliga.“

Anschließend wurde der Ton jedoch deutlich schärfer. Der Sportvorstand holte zum Gegenschlag aus und nahm Hamann frontal ins Visier: „Ich weiß, die Bayern-Fans haben sich alle sehr gefreut. Ich glaube, die deutschen Fans auch. Deswegen ist es leider so: In Deutschland gibt es immer einen, der in die Suppe spucken muss – und Didi ist leider oft dabei.“

Komplett negativ war Hamanns Fazit zur Personalie allerdings keineswegs. Er verteilte nämlich durchaus auch Anerkennung an die Vereinsführung: Die Entscheidung, Kanes Kontrakt lediglich um zwei Spielzeiten auszudehnen, hält er für klug. „Man hat eine gute Lösung gefunden. Drei Jahre wären wahrscheinlich etwas zu viel gewesen“, lautete sein Urteil.

Bauchschmerzen bereitet dem Experten vielmehr der finanzielle Aspekt. Schließlich greift der deutsche Rekordmeister für den Ballon-d’Or-Sieger künftig noch tiefer in die Tasche – trotz dessen fortgeschrittenen Fußballeralters. „Er ist teurer geworden für den FC Bayern. Es wird von 30 Millionen gesprochen. Dass ein gewisses Risiko in dem Alter besteht, ist ja ganz klar“, merkte er an.

Mittlerweile sind auch die genauen Zahlen hinter dem Mega-Deal durchgesickert. Demnach streicht Kane demnächst ein Jahresgehalt von etwa 25 Millionen Euro brutto ein. Durch zusätzliche Bonuszahlungen kann diese Summe noch ordentlich ansteigen. Berichten von „The Athletic“ zufolge steigt der Torjäger damit zum Profi mit dem höchsten Basisverdienst auf dem gesamten europäischen Kontinent auf.

Bereits vor Eberls Auftritt hatte Sportdirektor Christoph Freund auf die Sticheleien reagiert. Während der Medienrunde am Freitag fand Freund klare Worte: „Schon bei seiner Verpflichtung wurde von einigen Experten hinterfragt, ob er das Geld wert und so gut ist. Nach einem Jahr wurde dann gefragt, ob er das Level halten kann. Es wurde immer so viel spekuliert und bislang hat er alles übertroffen, was auch von manch einem Experten vorhergesagt wurde.“

Ein klarer Seitenhieb, der ebenfalls in Richtung Hamann ging. Schließlich gehörte dieser schon vor der Verpflichtung des Briten zu den prominentesten Kritikern des Transfers. „Für die Bundesliga und die Bayern wäre es super, aber für das Geld würde ich es nicht machen“, erklärte er seinerzeit. Zudem legte er damals nach: „Er hat nicht die Physis eines (Robert) Lewandowski, schnell war er noch nie, und ich hätte größte Bedenken, ob er in zwei oder drei Jahren die Tore schießt, die Lewandowski jetzt noch mit 34 schießt.“

Die darauffolgende Entwicklung auf dem Rasen widerlegte diese Prognose jedoch komplett. Nach seinem Transfer von den Tottenham Hotspur an die Isar im Sommer 2023 avancierte Kane prompt zum unverzichtbaren Schlüsselspieler. Seine beeindruckende Ausbeute bis dato: sensationelle 156 Treffer in 161 Pflichtspielen. (red)