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Es soll dort spukenFast schon mythische Bedeutung: DFB-Team bezieht WM-Quartier

Das schlossähnliche Hotel Graylyn Estate mit großer Parkanlage. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wohnt während der Weltmeisterschaft in den USA in dem herrschaftlichen Anwesen im US-Bundesstaat North Carolina.

Copyright: -/Wake Forest Athletics/DFB/dpa

Das schlossähnliche Hotel Graylyn Estate mit großer Parkanlage. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wohnt während der Weltmeisterschaft in den USA in dem herrschaftlichen Anwesen im US-Bundesstaat North Carolina. 

Die Nationalelf residiert bei der WM in Winston-Salem. Dort soll ein besonderer Geist entstehen.

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Das „Spukschloss“ für den Teamgeist war vor der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft hermetisch abgeriegelt – doch für die prominenten Gäste öffnete die perfekt hergerichtete Nobel-Herberge pünktlich ihre Pforten.

Um 13.19 Uhr Ortszeit rollten am Montag drei DFB-Busse flankiert von mehreren Polizeifahrzeugen die Einfahrt zum The Graylyn Estate hoch, Kapitän Joshua Kimmich und seine Mitspieler bezogen danach jeweils eines der 85 individuell gestalteten Zimmer des Luxus-Boutique-Hotels.

Ouédraogo empfängt DFB-Team in North Carolina

Der bereits am Sonntag angereiste Nachrücker Assan Ouédraogo nahm seine Kollegen im Sonnenschein und bei schwül-warmen Temperaturen in Winston-Salem in Empfang. Den WM-Thron wollen alle gemeinsam zwar erst am 19. Juli besteigen, doch wie Könige werden sie schon vorher behandelt. So lautet nämlich der Slogan der komplett vom DFB angemieteten Unterkunft.

Hinter den Mauern des historischen Anwesens mit seinen fünf Herrenhäusern im US-Bundesstaat North Carolina will sich der viermalige Titelträger auf eine erfolgreiche WM einstimmen. Nun werde „der volle Fokus auf das Turnier“ gerichtet, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann nach zuvor anderthalb freien Tagen in Chicago.

Dass es im The Graylyn Estate laut einer Erzählung spukt, soll kein Hindernis sein. Dahinter soll Nathalie Gray stecken, zu deren Ehren ihr Ehemann das Anwesen in den 1920er-Jahren im neo-normannischen, burgähnlichen Stil erbauen ließ.

Zwischen Ritterrüstungen und goldverzierten Wendeltreppen sowie dank Butler-Service rund um die Uhr soll sich die DFB-Auswahl wohlfühlen – auch wenn es für das 55 Hektar umfassende Gelände schon ein bisschen Spott gab.

„Ich weiß nicht, wo die sind, in North Carolina oder sonst irgendwas, in Hogwarts“, scherzte Konrad Laimer. Während der Bayern-Profi mit Österreich nahe Santa Barbara am Pazifik residiert, erinnert die deutsche Unterkunft in der Tat an die Schule für Hexerei und Zauberei aus der „Harry Potter“-Reihe.

Nagelsmann gefiel es schon vor der Ankunft nach dem zweistündigen Flug am Montag. „Wir finden hier tolle Bedingungen vor, sowohl auf dem Platz als auch außerhalb des grünen Rasens“, sagte der Bundestrainer. Die Herberge solle „ein Ort des Rückzugs“ werden. Das Base Camp in der früheren Zigaretten-Hauptstadt der Welt („Camel City“) sei das „ideale Teamquartier“, schwärmte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig und sprach von „unserem Wunschszenario“. Es schaffe „die bestmöglichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Turnier“.

Dem Quartier kommt traditionell fast mythische Bedeutung zu. Die Triumphe 1954, 1974, 1990 oder 2014 waren stets eng verbunden mit einem „Geist von...“. Wenn es schiefging, wie 2018 oder 2022, war immer auch die Unterkunft mitverantwortlich (Watutinki, Zulal).

Trainiert wird auf dem Gelände der renommierten Wake Forest University nur wenige Minuten entfernt. „Danke/Thanks Winston-Salem“, steht auf einer schwarz-rot-goldenen Plane am Eingang. „Hier ist jeder Team Deutschland“, betonte Craig Zakrzewski, der Athletik-Direktor der Uni, in deren Basketball-Halle schon NBA-Legende Tim Duncan als Wake-Absolvent Körbe warf.

Das DFB-Team löste schon vor der Anreise etwas WM-Euphorie aus. Die 3000 Tickets für das öffentliche Training am Montagabend waren laut Verband innerhalb von nur vier Minuten vergriffen.

Spannend war die Frage, ob der an der Wade verletzte Manuel Neuer bei der Einheit erstmals nach seiner Rückkehr komplett mit der Mannschaft trainieren würde. Ouédraogo hingegen traf etwas früher als erwartet ein. Der Leipziger wurde für den verletzt abgereisten Lennart Karl (Muskelbündelriss) nachnominiert. Er soll sich schnell einleben.

Die „schöne Umgebung“, hat Nagelsmann beobachtet, bietet „viel Wald, viele Wiesen“ und damit die „nötige Ruhe“. Aus Trainersicht „das Allerwichtigste“ sei die Nähe zu den Plätzen. Gleich drei stehen am W. Dennie Spry Soccer Stadium der Uni bereit, alle seien „in einem sehr, sehr guten Zustand“ und fußläufig oder mit dem Fahrrad „in weniger als zehn Minuten“ erreichbar.

Winston-Salem (nach Shalom, Frieden) liegt im Nordwesten von North Carolina, dessen Staatsmotto lautet: Esse quam videri, mehr Sein als Schein – der perfekte Leitsatz für die Thronbesteigung. (sid)

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