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Harte Kritik nach PremiereDas ist Ex-FC-Star Skhiri noch nie passiert

Auf diese bittere Premiere hätte Ellyes Skhiri nur allzu gerne verzichtet. Ein reichweitenstarker Frankfurt-Account fordert Konsequenzen.

Eintracht Frankfurt steckt vor der Ankunft des neuen Trainers Albert Riera weiter tief in der Krise. Gegen Bayer Leverkusen verloren die Hessen am 20. Spieltag 1:3. Vor allem für den früheren Kölner Ellyes Skhiri wurde es ein ganz bitterer Nachmittag.

Denn die Schlussphase absolvierten die Adlerträger nach der Gelb-Roten Karte gegen Skhiri (70./wiederholtes Foulspiel) in Unterzahl. Der zentrale Mittelfeldspieler hatte sich innerhalb weniger Minuten zwei gelbwürdige Fouls geleistet.

Skhiri-Kritik: „Zu langsam im Kopf und den Beinen“

Für Skhiri, der bei seiner vorigen Station beim 1. FC Köln als absoluter Vielspieler nur zweimal wegen der fünften Gelben Karte gesperrt war, war es der erste Platzverweis seiner Karriere. Der passt ins Bild, denn der Tunesier steckt seit geraumer Zeit im Formtief.

Auf X forderte „Inside Eintracht FFM“, ein Account mit über 20.000 Followern, Konsequenzen: „Nun bleibt eigentlich nur für Krösche noch eins: Hole einen 6er. Um noch Platz 7 zu sichern und damit vermutlich sogar einen Euro-League-Platz, muss der Umschwung schnell her. Dafür sollte diese wichtige Position gestärkt werden. Skhiri demonstriert diese Saison zu oft, dass er für gehobene Bundesligaansprüche schlicht zu langsam im Kopf und den Beinen geworden ist.“

Die Eintracht-Probleme nur an Skhiri festzumachen, wäre aber zu einfach. Unter Interimstrainer Dennis Schmitt gab es vier Niederlagen aus vier Spielen. Mario Götze gab nach dem nächsten Rückschlag die Marschroute vor.

Ellyes Skhiri sitzt auf dem Rasen, der Schiedsrichter hält in der linken Hand die Gelbe Karte und holt aus seiner Gesäßtasche die Rote Karte.

Ellyes Skhiri sitzt auf dem Rasen und ahnt schon, was kommt: Der Schiedsrichter holt die Rote Karte aus der Gesäßtasche.

„Wir müssen bei null anfangen“, sagte der WM-Held von 2014 vor der Ankunft des Frankfurter Hoffnungsträgers Riera. „Schritt für Schritt“, betonte Götze nach dem 1:3 der Eintracht gegen Leverkusen, müsse man sich unter dem neuen Coach aus der misslichen Lage befreien.

Nach der Trennung von Trainer Dino Toppmöller verloren die Hessen auch ihr viertes Spiel, die erneute Qualifikation für die Champions League ist derzeit ganz weit weg. „Wir wollten, wir haben gemacht, wir haben Chancen kreiert. Man muss aber Spiele gewinnen, das haben wir nicht geschafft“, sagte Götze.

20 Tore hat die Eintracht in diesem Jahr in sieben Spielen kassiert. Arthur (26.) nach schöner Vorarbeit von Alejandro Grimaldo, Malik Tillman (33.) und Aleix Garcia (90.+3) trafen für Leverkusen. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Robin Koch (49.) genügte Frankfurt nicht. 

Interimstrainer Schmitt hatte trotz der Negativserie vor seinem finalen Spiel an der Seitenlinie zur Ruhe gemahnt. „Es bringt nichts, wenn wir emotional durch die Gegend rennen und jedem erzählen, wie wichtig das Spiel ist“, hatte der 32-Jährige gesagt. Am Montag kommt der Spanier Riera vom slowenischen Conference-League-Teilnehmer NK Celje und übernimmt Schmitts Aufgaben, er soll die Eintracht wieder auf Kurs bringen.

Die Frankfurter begannen in den ersten Minuten druckvoll und hochmotiviert, hatten aber Pech. Im Gedränge trat Leverkusens Nationalspieler Robert Andrich Stürmer Arnaud Kalimuendo gegen die Wade (5.). Nach Ansicht der Bilder reichte Schiedsrichter Robert Schröder der Kontakt aber nicht für einen Elfmeter.

Nach der minutenlangen Unterbrechung büßte die Partie etwas an Tempo ein. Leverkusen verbuchte mehr Ballbesitz und hebelte durch einen Geistesblitz von Grimaldo die Frankfurter Abwehr aus. Der Spanier legte den Ball sehenswert und klug auf Arthur ab, der Nathaniel Brown im Strafraum davonrannte und ins lange Eck traf. Sieben Minuten später bediente Christian Kofane den freistehenden Tillmann an der Strafraumkante, der mit guter Übersicht zum 2:0 einschob.

Zwar gaben sich die Frankfurter offensiv nicht auf, sie wirkten im eigenen Ballbesitz aber teilweise planlos. Die Leverkusener hatten wenig Mühe, die Gastgeber vom Tor fernzuhalten. Edmond Tapsoba verpasste kurz vor der Pause die Entscheidung per Kopf (45.+3).

Immerhin peitschten die Heimfans ihre Mannschaft auch nach dem Rückstand weiter nach vorne – anders als nach der Heimniederlage gegen die TSG Hoffenheim (1:3) eine Woche zuvor, als einige Pfiffe durch das Waldstadion geschallt waren.

Nach der Pause schöpfte die Eintracht durch den Treffer von Kapitän Koch neue Hoffnung. Die Mannschaft wirkte dadurch beflügelt, spielte sich aber weiter zu wenig klare Chancen heraus. Stattdessen wurde die Partie härter, Skhiri flog zurecht vom Platz. Garcia nutzte die Überzahl spät zur Entscheidung. (are/sid)

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