Corona in Köln Inzidenzwert steigt gnadenlos – Stadt beklagt weitere Todesopfer

Bierhoff, Sammer & Co. Was machen unsere Wembley-Helden von 1996 heute?

europameister 1996 1

London – „Der Star ist die Mannschaft“ lautete das berühmte Credo des Bundestrainers Berti Vogts bei der Europameisterschaft 1996.

Gleichzeitig war es auch das Erfolgsrezept des deutschen Teams, in dem fast jeder Spieler zum Einsatz kam, beziehungsweise zum Einsatz kommen musste!

Das die DFB-Elf zum Anpfiff des Finales im Wembley-Stadion überhaupt mit elf Feldspielern auf dem Platz stand, glich einem medizinischen Wunder! 

Mit einer unvergleichbaren Kampfleistung konnte sich das deutsche Team dennoch den Titel sichern. Und rang das Mutterland des Fußballs, England, sogar im eigenen legendären Wembley Stadion nieder.

Wir zeigen Ihnen, was unsere Helden von 1996 heute machen!

Oliver Kahn

GettyImages-52917624

Oliver Kahn bei einer Trainingseinheit im Vorlauf des Turniers.

Torwart-Titan Oliver Kahn reiste nur als Nummer Zwei mit nach England. Seine Zeit als Kapitän und Stammtorhüter im deutschen Kasten sollte erst später folgen.

Also Keeper Nummer Eins verschuldete er im Finale 2002 den Siegtreffer Brasiliens, Deutschland wurde nur Zweiter. Auch bei der enttäuschenden Europameisterschaft 2004 verpasste Kahn seinen großen internationalen Titel.

Beim Sommermärchen 2006 wurde er schließlich durch seinen Konkurrenten Jens Lehmann verdrängt. Und er nahm es, ganz unüblich für den cholerischen, allseits bekannten „Verrückten“, sportlich. Die kameradschaftlichen Szenen vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien, bleiben den Zuschauern wohl immer in Erinnerung.  

Kahn beschäftigt sich auch heute noch mit Fußball. Gemeinsam mit TV-Moderator Oliver Welke tritt er als beliebter Fußball-Experte im ZDF auf.  

GettyImages-510837752

Als ZDF-Experte gibt Oliver Kahn seine Meinung zum heutigen Fußball kund. 

Andreas Köpke

GettyImages-52915307

Andreas Köppke konnte mit starken Leistungen überzeugen. 

Andreas Köpke bestritt insgesamt 59 Länderspiele, wurde 1990 Weltmeister (hier mehr zum Titelgewinn 1990 lesen) und 1996 Europameister. Während er 1996 als Stammtorhüter zwischen den Pfosten stand und zum Welttorhüter des Jahres gewählt wurde,  kam er 1990 als Torwart Nummer drei zu keinem Einsatz.

Einer der wohl größten Momente seiner Karriere: Der gehaltene Elfmeter des Engländers Gareth Southgate im Halbfinal-Elfmeterschießen von Wembley 1996!

In der Bundesliga spielte Andreas Köpke bis zum Abstieg 1994 für den 1.FC Nürnberg und anschließend für Eintracht Frankfurt.

2001 beendete er seine aktive Karriere.

Besonders beachtlich ist auch Köpkes Karriere nach seiner fußballerischen Laufbahn. Seit 2004 betreut er die deutsche Nationalmannschaft als Torwarttrainer.

Vor allem bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 stand er im Fokus, nachdem er sich im Kampf um die Nummer Eins des deutschen Tors für Jens Lehmann und nicht für den langjährigen Stammtorhüter Oliver Kahn entschieden hatte.

Der Höhepunkt seiner zweiten Karriere im Trainerteam der deutschen Mannschaft: der Weltmeistertitel 2014.

Oliver Reck

GettyImages-52942579

Oliver Reck musste sich das gesamte Turnier von der Bank anschauen. 

Oliver Reck zog wie Oliver Kahn das Los des Ersatztorhüters, dementsprechend kam er zu keinem Einsatz.

Kurioserweise hätte er trotzdem fast auflaufen müssen. Und zwar als Feldspieler!

Die deutsche Mannschaft hatte so viele Verletzte, dass bereits Feldspieler-Trikots für Oliver Kahn und Oliver Reck angefertigt wurden. 

Reck galt als guter Kicker. Im Notfall hätte er im Finale auf dem Feld gestanden.

Der ehemalige Torhüter von Werder Bremen und Schalke wechselte später aus dem Tor an die Seitenlinie.

Nachdem er zunächst als Torwarttrainer tätig war, betreute er die Fortuna aus Düsseldorf und ist mittlerweile als Cheftrainer beim Regionalligisten Kickers Offenbach tätig.

GettyImages-458178772

Der ehemalige Coach von Fortuna Düsseldorf: Oliver Reck.

Markus Babbel

GettyImages-52917748

Markus Babbel ersetzte Jürgen Kohler tadellos. 

Markus Babbel löste 1996 den verletzten Routinier Jürgen Kohler in der Innenverteidigung ab. Beim Finalsieg über Tschechien stand er in der Startelf.

In seiner Karriere stand Babbel für den FC Bayern München, den Hamburger SV, den FC Liverpool, die Blackburn Rovers und den VfB Stuttgart auf dem Platz. Nach dem Meisterschaftsgewinn 2007 mit dem VfB wechselte der Verteidiger in den Trainerstab.

Seine lange und erfolgreiche Karriere gleicht fast einem Wunder. 2001 erkrankte Babbel am Guillaume-Barre-Syndrom, das schwere Lähmungen des Körpers und der Atemorgane nach sich zieht. Zeitweise konnte der Fußballer sich nur im Rollstuhl fortbewegen.

Er überwand die Krankheit entgegen aller Vermutungen und feierte sein Comeback bereits ein Jahr später.

Markus Babbel versuchte sich bei mehreren Stationen als Trainer in Deutschland. Er scheiterte sowohl beim VfB Stuttgart, als auch bei der TSG Hoffenheim. Mit Hertha BSC konnte er dagegen den Aufstieg aus 2.Bundesliga ins Oberhaus feiern.

Mittlerweile ist Babbel beim FC Luzern in der Schweiz beschäftigt.    

GettyImages-588582882

Der ehemalige Verteidiger ist nun Trainer in Luzern.  

Thomas Helmer

GettyImages-52942599

Thomas Helmer war ein wichtiger Bestandteil der deutschen Mannschaft.

Thomas Helmer ging in den 90 Spielminuten immer an sein Limit. Und bezahlte das meist mit diversen Blessuren und Verletzungen. Auch bei der Europameisterschaft sah man den Kämpfer meistens mit bandagierten Knien rumlaufen. Allerdings nur zwischen den Spielen!

Grade weil Trainer Berti Vogts so viele Verletzungssorgen plagten, biss sich Helmer durch. Vor allem die Mithilfe von Physiotherapeut Hans-Jürgen Montag und  Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfart, der Helmer sogar jede Nacht behandelte, machten das möglich.

Nach seiner Fußballkarriere wechselte Thomas Helmer ans Mikrofon. Als Experte ist er seit langer Zeit für Sport1 tätig. Seit geraumer Zeit moderiert er sogar das Erfolgs-Format „Doppelpass“.  

81489330

TV-Experte Thomas Helmer

Jürgen Köhler

GettyImages-1920411

Jürgen Kohler verletzte sich im ersten Spiel der Europameisterschaft schwer.

Jürgen Kohler galt als einer der besten Verteidiger seiner Zeit. 

Das konnte er in der Nationalmannschaft ein ums andere Mal zeigen. Bei der Europameisterschaft 1996 verletzte er sich allerdings bereits im ersten Spiel so schwer, dass er keine Minute mehr absolvieren konnte.

Doch auch auf Vereinsebene legte er eine steile Karriere hin. Er wurde unter anderem Champions-League-Sieger und deutscher Meister in Dortmund, UEFA-Cup-Sieger und italienischer Meister bei Juventus Turin.

Seine nachfolgende Karriere im Fußballgeschäft verlief allerdings nicht so wie erhofft. Nach einer erfolglosen Zeit als Sportdirektor bei Bayer Leverkusen folgte eine noch schlechtere Amtszeit als Trainer beim MSV Duisburg. 

Danach war Kohler sowohl als Sportdirektor als auch als Trainer im Amateurbereich aktiv. Zuletzt trainierte er den Mittelrheinligisten VfL Alfter.

jürgen kohler neu

Seine Trainerkarriere verlief bislang nicht wirklich nach Plan. 

Stefan Reuter

GettyImages-52942573

Der schnelle Verteidiger Stefan Reuter.

Stefan Reuter wurde nicht nur 1996 Europameister, 1990 konnte er auch den Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft feiern.

Stefan Reuter stand zwar in den meisten Spielen der Weltmeisterschaft in der Startelf, wurde aber im Finale erst in der 74. Minute eingewechselt. 

Der große Moment Reuters bei der Europameisterschaft in England: Das legendäre Elfmeterschießen gegen England.

Als dritter Schütze verwandelte der nervenstarke Routinier seinen Elfmeter. Allerdings denkbar knapp, der englische Keeper hatte sogar die Hand am Ball!

Ihn, sowie die gesamte deutsche Fußballwelt, interessierte das wohl kaum, schließlich zappelte das Ding im Netz.  

Der ehemals pfeilschnelle Verteidiger blieb der Fußballbranche auch nach seiner triumphalen Karriere erhalten. Und das sogar überaus erfolgreich. Seit Dezember 2012 ist Reuter Sport-Geschäftsführer beim FC Augsburg. Die Fuggerstädter führte er 2016 sogar überraschenderweise in die Europa League!

stefan reuter neu

Mittlerweile ist Stefan Reuter erfolgreich beim FC Augsburg.

René Schneider

GettyImages-52920318

René Schneider kam auf keinen Einsatz in England. 

René Schneider war als junger Spieler nur als Ergänzungsspieler vorgesehen. Nachdem die Verletzungsmisere im deutschen Team allerdings immer weiter anhielt, rückte Schneider immer näher an die Startelf.

Im Finale wurde er noch zum Warmmachen geschickt. Oliver Bierhoff erzielte allerdings das „Golden Goal“ und Schneider blieben seine EM-Spielminuten verwehrt.

Den ganz großen Durchbruch schaffte Schneider nie. Nach der Europameisterschaft ging er als Hoffnungsträger von Hansa Rostock zu Borussia Dortmund. Dort machte er aufgrund von Verletzungen allerdings in drei Jahren nur maue elf Ligaspiele. Dennoch gewann er mit Borussia Dortmund 1997 die Champions League.

Nach seiner Zeit wechselte er zurück nach Rostock, zum Hamburger SV und nach Osnabrück. Doch auch dort sah er öfter die Reha-Klinik als den Fußballplatz. 

Mario Basler

GettyImages-1920412

Mario Basler musste bereits vor dem Turnier wieder abreisen. 

Mario Basler gehörte zu den Pechvögeln der deutschen Mannschaft. Er verletzte sich bereits im Training vor dem Turnier und reiste vorzeitig ohne Einsatz wieder ab. 

Bereits während seiner Karriere machte Basler oft neben den Platz auf sich aufmerksam. Er galt als launenhafter Profi, fiel des Öfteren durch Sprüche oder sein Privatleben auf.

Nach seiner Profikarriere, in der er unter anderem 1995 als Mittelfeldspieler Torschützenkönig der Bundesliga wurde, landete er häufig in der Boulevard-Presse. 

Er nahm am RTL-Dschungelcamp, Let's Dance und bei Promi Big Brother teil. 

Im Fußball blieb er allerdings auch aktiv. Zuletzt war er als Sportdirektor bei Lokomotive Leipzig aktiv. Außerdem gilt er als gefragter Fußball-Experte.   

GettyImages-103381709

Mario Basler landet immer wieder in den Schlagzeilen.

Dieter Eilts 

GettyImages-52915289

Der gnadenlose defensive Mittelfeldspieler Dieter Eilts.

Dieter Eilts hatte vor der Europameisterschaft wohl niemand auf dem Zettel. Der unermüdliche Kämpfer,  auch bekannt als „Ostfriesen-Alemao“, entwickelte sich während des Turniers unauffällig zum wichtigsten Spieler der Mannschaft.

Der bodenständige Nordmann erkämpfte sich mit seinen überragenden Leistungen einen Platz im All-Star-Team der EM, im Finale wurde er sogar zum „most valuable player“, also zum wertvollsten Spieler gekürt! Nicht, weil er mit fußballerischen Glanzleistungen und feiner Ballstreichelei überzeugte, sondern weil er jedem seiner Gegenspieler das Leben zur Hölle machte.

Nach seiner Karriere, in der er für Werder Bremen spielte, war er für den DFB als Trainer der U19, U20 und U21 tätig. Auch im Bereich Profifußball versuchte er sich, kurzzeitig bekleidete er das Amt des Cheftrainers von Hansa Rostock.

Mittlerweile ist er zurück bei Werder Bremen und ist dort Leiter der Fußballschule. 

65088217

Dieter Eilts bei einem Hallenturnier alter Stars. 

Steffen Freund

GettyImages-52920321

Steffen Freund im Dress der Nationalmannschaft.

Der defensive Mittelfeldspieler stand in zwei Spielen von Anfang an auf dem Platz, in zwei weiteren Partien wurde er jeweils eingewechselt. 

Ungewöhnlicherweise kickte Freund auf Vereinsebene sowohl für Schalke 04, als auch für Borussia Dortmund. Dort konnte er zweimal die Meisterschaft und 1997 sogar den Gewinn der Champions League bejubeln.

Anschließend zog es ihn nach England, zu den Tottenham Hotspurs. 

Freund blieb beim Fußball. Beim DFB betreute er diverse Jugendmannschaften, bis es ihn 2012 nach England zu seinem ehemaligen Klub zog. 

Unter Trainer Andé Villas-Boas fungierte Steffen Freund drei Jahre lang als Co-Trainer.

Seit seiner Entlassung auf der Insel, ist er im deutschen Fernsehen als TV-Experte bei verschiedenen Sendern zu sehen.

GettyImages-491440412

Steffen Freund beim Sportjournalistenpreis 2015.

Thomas Häßler

Thomas Häßler 1996

Thomas Häßler im DFB-Trikot. 

Thomas Häßler stand bei allen Spielen der Europameisterschaft auf dem Platz.

Ein Tor konnte der Mittelfeld-Spieler mit der Nummer 10 allerdings nicht erzielen.

Er erzählte zu den international erfahrensten und erfolgreichsten Spielern der deutschen Mannschaft. Neben dem Weltmeistertitel von 1990 (hier mehr zu Häßlers Turnier 1990) konnte er in England seinen zweiten großen Titel mit der Nationalmannschaft feiern.

Auch nach seiner aktiven Karriere versuchte er sich im Fußballgeschäft. Er war Co-Trainer bei Nigerias Nationalmannschaft und im Iran, außerdem versuchte er sich als Techniktrainer beim 1.FC Köln.

Auch im Show-Geschäft versuchte er Fuß zu fassen, trat bei „Let's Dance“ an und landete im Dschungelcamp.

Mittlerweile coacht er den Berliner-Bezirksligisten „Club Italia“.

thomas häßler neu (1)

Thomas Häßler bei „Let's Dance“.

Andreas Möller

GettyImages-52942572

Andreas verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen England.

Auch Andreas Möller stand bereits beim WM-Triumpf 1990 im DFB-Kader. 1990 in Italien war Möller mit 23 Jahren allerdings einer der jüngsten Spieler im deutschen Kader und konnte sich nicht wirklich durchsetzen

Sein Stern ging dafür bei der Europameisterschaft 1996 auf! In ganzen fünf der sechs Spiele stand der Mittelfeld-Mann auf dem Platz.

Als Weltmeister übernahm Möller Verantwortung im deutschen Team. Er trat zum entscheidenden Elfmeter im Halbfinale gegen England an. Und ballerte den Ball eiskalt ins Netz!

Möller versuchte sich später als Manager bei den Kickers Offenbach und versuchte durch Hospitanzen im Trainer-Geschäft zu landen. 

Zurzeit ist Andreas Möller als Co-Trainer bei der ungarischen Nationalmannschaft beschäftigt. 

GettyImages-541047134

Andreas Möller als Co-Trainer Ungarns bei der EM 2016.

Matthias Sammer

GettyImages-52943633

Libero Matthias Sammer im Halbfinale gegen England. 

Wie einst Franz Beckenbauer, führte Matthias Sammer als Libero die Regie auf dem Rasen. Er spielte ein überragendes Turnier, entschied das schwierige Duell gegen Kroatien mit seinem Siegtreffer und wurde sowohl zum besten Spieler des Turniers, als auch später zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

Einziger Negativpunkt Sammers bei der Europameisterschaft. Im Finale gegen Tschechien verursachte er den Elfmeter, der den Tschechen den Führungstreffer bescherte.

Sammer kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Er wurde Champions League-Sieger, Weltpokalsieger und  mit dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund insgesamt dreimal deutscher Meister.

Bei Borussia Dortmund wurde Sammer, nach Erwerb der DFB-Trainerlizenz, Chefcoach. Mit der Borussia konnte er, wie schon als Spieler, die Meisterschaft feiern.

Nach seiner durchaus erfolgreichen Zeit als Trainer wechselte er von der Seitenlinie ins Büro des Sportfunktionärs. Von 2006 bis 2012 bekleidete er das Amt des Sportdirektors beim DFB. Anschließend wechselte er auf den Posten des Sportvorstandes des FC Bayern München.

2016 trat er allerdings aufgrund gesundheitlicher Probleme zurück.  

GettyImages-631832532

Matthias Sammer ist in der Saison 2017/2018 Experte für Eurosport. 

Mehmet Scholl 

GettyImages-52945252

Mehmet Scholl 1996 im DB-Trikot.

Mehmet Scholl lief in den wichtigen Spielen, dem Viertel- und Halbfinale, sowie im Finale, von Beginn an auf.

Zu seiner Enttäuschung wurde der Mittelfeld-Lenker vom FC Bayern München im Finale allerdings ausgewechselt. Er hatte einen schweren Stand und blieb für seine Verhältnisse recht blass gegen Tschechien.

Berti Vogts bewies mit der Auswechslung allerdings ein goldenes Händchen, er brachte den späteren Schützen des Golden Goals, Oliver Bierhoff.

Nach der Saison 2006/2007 beendete Scholl seine Karriere im Dienste des FC Bayern München. Zeitweise betreute er anschließend die Amateure des FC Bayern, gab das Traineramt allerdings auf, um sich auf seine Karriere als TV-Experte zu konzentrieren.

2008 engagierte die ARD Scholl als Experten. Nach einem Streit zwischen der ARD-Redaktion und Mehmet Scholl über die Relevanz des Themas Doping im Fußball und dem eigenmächtigen Schwänzen einer Sendung trennte sich der Sender im August 2017 allerdings von seinem meinungsstarken Fachmann. Hier mehr zur Scholl-Trennung lesen.

170807 Mehmet Scholl

Mehmet Scholl wird auch zukünftig als Experte für die ARD tätig sein.

Thomas Strunz 

GettyImages-52915295

Thomas Strunz, kurz vor dem Turnier in Italien. 

Obwohl Thomas Strunz im Halbfinale gegen England erst in der 119 Minute eingewechselt wurde und keinen Ballkontakt vorweisen konnte, trat er als Schütze beim Elfmeterschießen gegen England an. Und verwandelte eiskalt!

Besonders in Erinnerung blieb Strunz nicht nur wegen seinen fußballerischen Leistungen, sondern vor allem aufgrund der legendären Wut-Rede von Giovanni Trapattoni, in der er sich wütend über die Leistungen des Spielers, mit den Worten „Was erlauben Strunz“ beschwert.

Nachdem der ehemalige Profi vom FC Bayern München und dem VfB Stuttgart in der Winterpause der Saison 2000/2001 von Ottmar Hitzfeld aussortiert wurde, beendete er seine aktive Karriere.

Anschließend blieb er vielseitig im Fußballgeschäft aktiv. Unter anderem war er Manager und Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg. Später versuchte er sich als sportlicher Leiter beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen.

Mittlerweile arbeitet er als TV-Experte und Spielerberater bei der „Arena11 Sports Group“. 

GettyImages-454949687

Thomas Strunz bei einer Fernsehsendung. 

Jens Todt

GettyImages-52941920

Jens Todt bei seiner Ankunft am Mannschaftshotel in London. 

Jens Todt erlebte eine ziemlich kurze Europameisterschaft. Zumindest als Spieler, denn: er wurde kurz vor dem Finale, dank einer Sonderregelung, nachnominiert.

Die Personalsituation im DFB-Team war dermaßen angespannt, dass Bundestrainer Vogts reagieren musste. Deswegen musste Todt kurzfristig eingeflogen werden. Europameister darf er sich, auch wenn es für ihn nur ein kurzes Turnier war, trotzdem nennen.

Kurioserweise reiste Todt einmal als Tourist und einmal als Spieler zur Europameisterschaft nach London. Einige Tage vor seiner Nominierung war er mit seinen Bremer Teamkollegen zum Zuschauen nach England geflogen.

Jens Todt blieb beim Fußball. Nachdem er beim VfL Bochum den Posten des sportlichen Leiters bekleidete, ging er als Sportdirektor zum Karlsruher SC. Im Januar 2017 heuerte er allerdings beim Bundesligisten Hamburger SV an, den er als Sportdirektor zurück zu alter Stärke führen soll.

GettyImages-680044402

Jens Todt, Sportdirektor beim Hamburger SV.

Christian Ziege 

GettyImages-52917759

Christian Ziege hatte entscheidenden Anteil am Sieg im Finale.

Christian Ziege fiel bei der Europameisterschaft vor allem durch seine Vorarbeit zum Ausgleichstreffer im Finale gegen Tschechien auf.

Sein Freistoß aus halbrechter Position landete bei Oliver Bierhoff, der den Ball zum 1:1 ins Netz köpfte.

Zunächst versuchte sich Ziege nach seiner Karriere als Manager. Bei Borussia Mönchengladbach war er als sportlicher Leiter tätig. Das Amt gab er jedoch freiwillig an Max Eberl ab, da er den Co-Trainer-Posten übernahm.

Anschließend betreute er den Zweitligisten Arminia Bielefeld als Cheftrainer. Nach der Entlassung ging es für ihn zum DFB, wo er verschiedene Jugendteams betreute.

Weitere Trainerstation waren später die SpVgg Unterhaching und der spanische Drittligist Atlético Baleares, wo er im März 2017 entlassen wurde. 

GettyImages-489105379

Christian Ziege bei einem Spiel seiner ehemaligen Trainer-Station Unterhaching.

Oliver Bierhoff

GettyImages-52935231

Oliver Bierhoff kurz nach seinem Golden Goal.

Am 30. Juni 1996 sicherte sich Oliver Bierhoff einen Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs. 

Und das obwohl Bundestrainer Berti Vogts den Stürmer Gerüchten zufolge nur auf Drängen seiner Frau Monika mit zum Turnier nahm!

Die hatte offenbar das richtige Gespür. Obwohl Bierhoff nur als Reservist im deutschen Kader stand, wurde er im Finale gegen Tschechien in der 69. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt. 

Er stand noch keine fünf Minuten auf dem Platz, da erzielte er bereits den Ausgleichstreffer per Kopf. 

In der 96 Minute dann Bierhoffs großer Moment: Aus der Drehung zieht er mit dem linken Fuß ab. Der harmlose Schuss wird abgefälscht, der tschechische Torhüter Petr Kouba lässt den Ball durch die Finger rutschen. 

Da 1996 das Spiel in der Verlängerung durch die Golden-Goal-Regel entschieden wurde, ist Deutschland prompt Europameister!

Dem DFB, dem Bierhoff einen ordentlichen Karriereschub in seiner fußballerischen Laufbahn zu verdanken hat, ist der ehemalige Stürmer treu geblieben. 

Seit Juli 2004 ist Bierhoff Manager der Nationalmannschaft.

Gemeinsam mit dem Team rund um Joachim Löw konnte er 2014 den Weltmeistertitel in Brasilien bejubeln.

Fredi Bobic

GettyImages-52915286

Fredi Bobic reiste als amtierender Torschützenkönig der Bundesliga nach England. 

Der Bundesliga-Torschützenkönig 1996 Fredi Bobic stand bei der Europameisterschaft 1996 in drei Spielen auf dem Platz. 

Er kam in der Vorrunde gegen Italien und Kroatien zum Einsatz, im Viertelfinale stürmte er gegen Kroatien. 

Gegen Kroatien verletzte sich der Torjäger allerdings schwer an der Schulter. Er konnte nach dem Gewinn der Europameisterschaft nicht einmal den Pokal in die Höhe stemmen!

Wie viele seiner Nationalmannschaftskollegen ist Fredi Bobic nun im Management-Bereich des Fußballs tätig.

Er versuchte sich erst bei seinem ehemaligen Klub VfB Stuttgart, wurde dort allerdings 2014 entlassen.

Mittlerweile ist Sportvorstand beim Traditionsklub Eintracht Frankfurt.

GettyImages-476143761

Der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic.

Marco Bode

GettyImages-52920241

Marco Bode kurz vor dem Turnier in England. 

Zwischen 1995 und 2002 bestritt Marco Bode 40 Länderspiele, wurde Europameister und stand im WM-Endspiel 2002 gegen Brasilien. 

Das Endspiel 1996 musste er sich zunächst von der Bank aus anschauen. Kurz vor der Pause wurde er dann allerdings doch für den verletzten Dieter Eilts eingewechselt und das obwohl er selber an einer Oberschenkelzerrung litt!

Bundestrainer Berti Vogts blieb allerdings nichts anderes übrig und so kämpfte sich Bode im Dienst der deutschen Mannschaft bis zum Schlusspfiff.

Die Werder Bremen-Ikone Marco Bode betätigte sich zunächst als TV-Experte für verschiedene Sender, seit 2014 ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins an der Weser. 

GettyImages-624817992

Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender beim SV Werder Bremen.

Jürgen Klinsmann

GettyImages-52942590

Jürgen Klinsmann, der beste deutsche Torschütze bei der Europameisterschaft.

Als Weltmeister von 1990 zählte Jürgen Klinsmann bei der Europameisterschaft 1996 zu den Führungsspielern im deutschen Team.

Doch auch ihn plagte das Verletzungspech. Beim legendären Halbfinal-Spiel gegen England musste er von der Bank aus zusehen, er hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen.

Der war zwar bis zum Finale nicht verheilt, Klinsmann stand aber trotzdem auf dem Platz!

Die medizinische Abteilung hatte ihn fit gespritzt. Der Stürmer hielt durch, er stand bis zum Golden Goal durch Kollege Oliver Bierhoff auf dem Platz.

Mit drei Toren war „Klinsi“ sogar bester deutscher Torschütze, obwohl er zwischenzeitlich aussetzen musste.

Klinsmann legte eine durchaus erfolgreiche Karriere als Trainer zurück.

Von 2004 bis 2006 brachte er den DFB auf Vordermann, führte die deutsche Elf zum Sommermärchen im eigenen Land. 

Zuletzt betreute er die amerikanische Nationalmannschaft, wurde dort allerdings 2016 entlassen.

Seitdem ist „Klinsi“ ohne Engagement.  

klinsmann neu

Jürgen Klinsmann bei einem Freundschaftsspiel der amerikanischen Nationalmannschaft.

Stefan Kuntz

GettyImages-52915306

Der England-Schreck Stefan Kuntz. 

Seit 1996 gilt Stefan Kuntz als „England-Schreck“. Die große Stunde des Stürmers schlug nämlich im Halbfinale gegen die „Three Lions“. Er stand in der Startelf, erzielte das Tor zum 1:1 Ausgleich und verwandelte den fünften Strafstoß der Deutschen.

Nach der starken Leistung in Wembley durfte Kuntz auch im Finale, diesmal an der Seite von Jürgen Klinsmann, stürmen und das entscheidende Tor aus nächster Nähe erleben.

Der Titelgewinn der Europameisterschaft war, neben dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und dem Pokalsieg mit Kaiserslautern, der größte Erfolg des Fußballers des Jahres 1991. 

Nach seiner Spielerkarriere war Stefan Kuntz zunächst als Trainer tätig, bevor er ins Management wechselte. Über den Tus Koblenz und den VfL Bochum ging es für ihn zurück zu seinem ehemaligen Verein 1. FC Kaiserslautern. Dort bekleidete er acht Jahre lang den Posten des Vorstandsvorsitzenden.

Seit August 2016 ist er nun Trainer der deutschen U21 Nationalmannschaft. Mit der konnte er gleich bei seinem ersten Turnier den U21-Europameistertitel 2017 in Polen feiern!

GettyImages-622147722

Stefan Kuntz bei einem Freundschaftsspiel der deutschen U21.

(krä)

Das könnte Sie auch interessieren:

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.