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„Kein Plan erkennbar“ Lahm und van Gaal mit harter Kritik an Ex-Bundestrainer Löw

Der scheidende Bundestrainer Joachim Löw geht nach der Pressekonferenz aus dem Raum.

Nach seiner Abschluss-Pressekonferenz als Bundestrainer verlässt Joachim Löw am 30. Juni das Podium.

Die Experten sind von der Leistung der Nationalmannschaft weiterhin entsetzt. Vor allem Ex-Bundestrainer Joachim Löw muss sich viel Kritik für seine Arbeit anhören.

München. Die Ära von Joachim Löw (61) gehört schon längst der Vergangenheit an. Dennoch beschäftigt das Achtelfinal-Aus bei der EM gegen England die Experten immer noch. Nur ein Sieg in vier Turnierspielen: Wieso hat der Bundestrainer nach der WM 2018 auch bei diesem Turnier kein richtiges Erfolgsrezept gefunden?

Der ehemalige Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm (37) kritisiert den abgetretenen Bundestrainer und sieht den deutschen Fußball kurzfristig nicht titelreif. „Es hat der letzte Biss, der Mut gefehlt. Es war kein klarer Plan erkennbar, wie die Mannschaft spielen will. Es fehlte die Balance zwischen Defensive und Offensive“, sagte er im „Spiegel“.

Philipp Lahm mit Kritik an Rückholaktion von Thomas Müller und Mats Hummels

Explizit kritisierte der Weltmeister von 2014 Löws Entscheidung, Lahms damalige Teamkollegen zurückzuholen. „Ob man sich einen Gefallen damit getan hat, Mats Hummels und Thomas Müller zurückzuholen, gerade zu einem so späten Zeitpunkt, das kann man sicher diskutieren“, sagte er: „Da wird erst ein Umbruch eingeleitet, dann wieder unterbrochen. Nicht gut. Es verändert sich etwas in der Hierarchie einer Mannschaft, wenn man Spieler, die in der Vergangenheit so wichtig waren wie Müller und Hummels, plötzlich wieder zurückholt. Verantwortung wird neu verteilt“. An der mangelnden Qualität der Spieler jedenfalls habe das frühe EM-Aus im Achtelfinale gegen England nicht gelegen.

Der frühere Bayern-Trainer Louis van Gaal (69), der derzeit als neuer niederländischer Nationaltrainer gehandelt wird, sieht ebenfalls klare Versäumnisse bei Deutschland. „Ich war nicht mittendrin, aber es ist ein komischer Zufall, dass gescheiterte Favoriten wie Portugal, Frankreich oder Deutschland seit sieben, neun oder 15 Jahren denselben Trainer haben. Santos, Deschamps oder Löw führen ihre Mannschaft schon zu lange, sie fassen nichts mehr an, vertrauen ihren Spielern“, erklärte van Gaal in der „L'Équipe“.

Er ergänzte: „Manchmal frage ich mich: Warum gewinnen diese Spieler nicht mehr? Das liegt daran, dass die Balance zwischen Spielern und Trainer gestört ist. Löw war 15 Jahre dabei, er glaubt an seine Philosophie und Struktur, er wurde Weltmeister, also macht er so weiter. Und doch war er schon bei der letzten WM gescheitert.“

Dass auch Löw-Nachfolger Hansi Flick (56) die DFB-Auswahl nicht von jetzt auf gleich zum Titel führen könne, machte Lahm ebenfalls noch einmal klar. Vor allem die WM 2022 in Katar komme zu früh. „In so kurzer Zeit kann sich die Mannschaft nicht einspielen, nicht finden. Das ist ein Prozess, der ein paar Jahre dauert. Aber bis zur Heim-EM 2024 sollte es klappen, dass wir dann zu den Titelkandidaten zählen.“

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