Klinsmann, Bierhoff & Co. Was machen unsere EM-Helden von 1996 heute?

Jürgen Klinsmann streckt am 30. Juni 1996 im Wembley-Stadion vor Queen Elizabeth II. den EM-Pokal nach oben. Was machen unsere EM-Helden heute?

Jürgen Klinsmann streckt am 30. Juni 1996 im Wembley-Stadion vor Queen Elizabeth II. den EM-Pokal nach oben. Was machen unsere EM-Helden heute?

25 Jahre ist es her, als die deutsche Nationalmannschaft das bisher letzte Mal den EM-Titel holte. Aber was machen Jürgen Klinsmann, Oliver Bierhoff und Co. eigentlich heute?

„Der Star ist die Mannschaft“ lautete das berühmte Credo des Bundestrainers Berti Vogts bei der Europameisterschaft 1996. Gleichzeitig war es auch das Erfolgsrezept des deutschen Teams, in dem fast jeder Spieler zum Einsatz kam, beziehungsweise zum Einsatz kommen musste!

Dass die DFB-Elf zum Anpfiff des Finales am 30. Juni 1996 im Wembley-Stadion überhaupt mit elf Feldspielern auf dem Platz stand, glich einem medizinischen Wunder! Mit einer unvergleichbaren Kampfleistung konnte sich das deutsche Team dennoch den Titel sichern. Und rang das Mutterland des Fußballs, England, sogar im eigenen legendären Wembley Stadion nieder.

Wir zeigen Ihnen, was unsere Helden von 1996 heute machen!

Oliver Kahn

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Oliver Kahn liegt auf der Linie im Training

Oliver Kahn bei einer Trainingseinheit im Vorlauf des der EM 1996.

Torwart-Titan Oliver Kahn reiste nur als Nummer Zwei mit nach England. Seine Zeit als Kapitän und Stammtorhüter im deutschen Kasten sollte erst später folgen.

Als Keeper Nummer Eins verschuldete er im Finale 2002 den Siegtreffer Brasiliens, Deutschland wurde nur Zweiter. Auch bei der enttäuschenden Europameisterschaft 2004 verpasste Kahn seinen großen internationalen Titel.

Beim Sommermärchen 2006 wurde er schließlich durch seinen Konkurrenten Jens Lehmann verdrängt. Und er nahm es, ganz unüblich für den cholerischen, allseits bekannten „Verrückten“, sportlich. Die kameradschaftlichen Szenen vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien bleiben den Zuschauern wohl immer in Erinnerung.  

Oliver Kahn auf einer Pressekonferenz des FC Bayern

Oliver Kahn am 5. Juli 2021 auf einer Pressekonferenz des FC Bayern.

Kahn beschäftigt sich auch heute noch mit Fußball. Zwölf Jahre lang, von 2008 bis 2020, war er als TV-Experte für das ZDF tätig. Seit Januar 2020 sitzt Kahn im Vorstand des FC Bayern, am 1. Juli 2021 übernahm er den Posten als Vorstandsvorsitzender von Karl-Heinz Rummenigge.  

Andreas Köpke

Andreas Köpke schaut im DFB-Trikot in die Kamera

Andreas Köppke konnte mit starken Leistungen bei der EM 1996 überzeugen. 

Andreas Köpke bestritt insgesamt 59 Länderspiele, wurde 1990 Weltmeister (hier mehr zum deutschen WM-Sieg 1990 lesen) und 1996 Europameister. Während er 1996 als Stammtorhüter zwischen den Pfosten stand und zum Welttorhüter des Jahres gewählt wurde,  kam er 1990 als Torwart Nummer drei zu keinem Einsatz.

Einer der wohl größten Momente seiner Karriere: Der gehaltene Elfmeter des Engländers Gareth Southgate im Halbfinal-Elfmeterschießen von Wembley 1996!

In der Bundesliga spielte Andreas Köpke bis zum Abstieg 1994 für den 1.FC Nürnberg und anschließend für Eintracht Frankfurt.

2001 beendete er seine aktive Karriere.

Besonders beachtlich ist auch Köpkes Karriere nach seiner fußballerischen Laufbahn. Von 2004 bis 2021 betreute er die deutsche Nationalmannschaft als Torwarttrainer.

Andi Köpke als Torwarttrainer des DFB im Juni 2021

Andi Köpke am 14. Juni 2021 beim Abschlusstraining vor dem Spiel gegen Frankreich.

Vor allem bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 stand er im Fokus, nachdem er sich im Kampf um die Nummer Eins des deutschen Tors für Jens Lehmann und nicht für den langjährigen Stammtorhüter Oliver Kahn entschieden hatte.

Der Höhepunkt seiner zweiten Karriere im Trainerteam der deutschen Mannschaft: der Weltmeistertitel 2014. Im Juli 2021 verkündete er rund ein Jahr vor Vertragsende sein vorzeitiges Aus beim DFB.

Oliver Reck

Oliver Reck im DFB-Trikot

Oliver Reck musste sich die gesamte EM 1996 von der Bank anschauen. 

Oliver Reck zog wie Oliver Kahn das Los des Ersatztorhüters, dementsprechend kam er zu keinem Einsatz.

Kurioserweise hätte er trotzdem fast auflaufen müssen. Und zwar als Feldspieler!

Die deutsche Mannschaft hatte so viele Verletzte, dass bereits Feldspieler-Trikots für Oliver Kahn und Oliver Reck angefertigt wurden. 

Reck galt als guter Kicker. Im Notfall hätte er im Finale auf dem Feld gestanden.

Der ehemalige Torhüter von Werder Bremen und Schalke wechselte später aus dem Tor an die Seitenlinie.

Oliver Reck lehnt als Trainer vom SSV Jeddeloh II am Pfosten

Oliver Reck am 12. Februar 2020 kurz nach seinem Amtsantritt beim SSV Jeddeloh II.

Nachdem er zunächst als Torwarttrainer tätig war, betreute er 2013 die Fortuna aus Düsseldorf und war von 2016 bis 2018 als Cheftrainer beim Regionalligisten Kickers Offenbach tätig. Seit Ende 2019 ist er Trainer in der Regionalliga Nord beim SSV Jeddeloh II.

Markus Babbel

Markus Babbel 1996 im DFB-Trikot

Markus Babbel, hier vor der EM 1996, ersetzte Jürgen Kohler tadellos. 

Markus Babbel löste 1996 den verletzten Routinier Jürgen Kohler in der Innenverteidigung ab. Beim Finalsieg über Tschechien stand er in der Startelf.

In seiner Karriere stand Babbel für den FC Bayern München, den Hamburger SV, den FC Liverpool, die Blackburn Rovers und den VfB Stuttgart auf dem Platz. Nach dem Meisterschaftsgewinn 2007 mit dem VfB wechselte der Verteidiger in den Trainerstab.

Seine lange und erfolgreiche Karriere gleicht fast einem Wunder. 2001 erkrankte Babbel am Guillaume-Barre-Syndrom, das schwere Lähmungen des Körpers und der Atemorgane nach sich zieht. Zeitweise konnte der Fußballer sich nur im Rollstuhl fortbewegen.

Er überwand die Krankheit entgegen aller Vermutungen und feierte sein Comeback bereits ein Jahr später.

Markus Babbel mit einem Schal der Western Sydney Wanderers

Markus Babbel, hier am 19. Mai 2018, war bis 2020 Trainer bei den Western Sydney Wanderers.

Markus Babbel versuchte sich bei mehreren Stationen als Trainer in Deutschland. Er scheiterte sowohl beim VfB Stuttgart, als auch bei der TSG Hoffenheim. Mit Hertha BSC konnte er dagegen den Aufstieg aus 2. Bundesliga ins Oberhaus feiern.

Von 2014 bis Januar 2018 war er Cheftrainer beim FC Luzern in der Schweiz, von Mai 2018 bis Januar 2020 in Australien bei den Western Sydney Wanderers. Seitdem ist Babbel ohne Job im Fußball.

Thomas Helmer

Thomas Helmer vor der EM 1996 im DFB-Trikot

Thomas Helmer, hier vor der EM 1996, war ein wichtiger Bestandteil der deutschen Mannschaft.

Thomas Helmer ging in den 90 Spielminuten immer an sein Limit. Und bezahlte das meist mit diversen Blessuren und Verletzungen. Auch bei der Europameisterschaft sah man den Kämpfer meistens mit bandagierten Knien rumlaufen. Allerdings nur zwischen den Spielen!

Gerade weil Trainer Berti Vogts so viele Verletzungssorgen plagten, biss sich Helmer durch. Vor allem die Mithilfe von Physiotherapeut Hans-Jürgen Montag und Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfart, der Helmer sogar jede Nacht behandelte, machten das möglich.

Thomas Helmer 2019 in einer Runde des Sport1-„Doppelpass“

Thomas Helmer (Mitte), hier in der Sendung vom 24. Februar 2019, hat von 2015 bis 2021 den Sport1-„Doppelpass“ moderiert.

Nach seiner Fußballkarriere wechselte Thomas Helmer ans Mikrofon. Als Experte ist er seit langer Zeit für Sport1 tätig. Von 2015 bis zum Juli 2021 moderierte auf dem Sender den „Doppelpass“.  

Jürgen Köhler

Jürgen Kohler vor einem DFB-Spiel

Jürgen Kohler verletzte sich im ersten Spiel der Europameisterschaft 1996 schwer.

Jürgen Kohler galt als einer der besten Verteidiger seiner Zeit. 

Das konnte er in der Nationalmannschaft ein ums andere Mal zeigen. Bei der Europameisterschaft 1996 verletzte er sich allerdings bereits im ersten Spiel so schwer, dass er keine Minute mehr absolvieren konnte.

Doch auch auf Vereinsebene legte er eine steile Karriere hin. Er wurde unter anderem Champions-League-Sieger und deutscher Meister in Dortmund, UEFA-Cup-Sieger und italienischer Meister bei Juventus Turin.

Seine nachfolgende Karriere im Fußballgeschäft verlief allerdings nicht so wie erhofft. Nach einer erfolglosen Zeit als Sportdirektor bei Bayer Leverkusen folgte eine noch schlechtere Amtszeit als Trainer beim MSV Duisburg. 

Jürgen Kohler lächelt

Jürgen Kohler am 18. Oktober 2020 als Zuschauer beim Regionallliga-West-Spiel 1. FC Köln II gegen Rot-Weiß Oberhausen.

Danach war Kohler sowohl als Sportdirektor als auch als Trainer im Amateurbereich aktiv. Zuletzt trainierte er den Mittelrheinligisten VfL Alfter. Im Sommer 2018 übernahm er die A-Junioren von Viktoria Köln, war 2019 sogar kurz Interimstrainer der (damaligen) Regionalligamannschaft. Seit Sommer 2020 ist Kohler ohne Job im Fußball.

Stefan Reuter

Stefan Reuter 1996 im DFB-Trikot

Der schnelle Verteidiger Stefan Reuter vor der EM 1996.

Stefan Reuter wurde nicht nur 1996 Europameister, 1990 konnte er auch den Weltmeistertitel mit der deutschen Mannschaft feiern.

Stefan Reuter stand zwar in den meisten Spielen der Weltmeisterschaft in der Startelf, wurde aber im Finale erst in der 74. Minute eingewechselt. 

Der große Moment Reuters bei der Europameisterschaft in England: Das legendäre Elfmeterschießen gegen England.

Als dritter Schütze verwandelte der nervenstarke Routinier seinen Elfmeter. Allerdings denkbar knapp, der englische Keeper hatte sogar die Hand am Ball!

Ihn, sowie die gesamte deutsche Fußballwelt, interessierte das wohl kaum, schließlich zappelte das Ding im Netz.  

Stefan Reuter spricht vor Mikrofonen

FCA-Geschäftsführer Stefan Reuter am 1. Juli 2021 beim Trainingsauftakt des FC Augsburg.

Der ehemals pfeilschnelle Verteidiger blieb der Fußballbranche auch nach seiner triumphalen Karriere erhalten. Und das sogar überaus erfolgreich. Seit Dezember 2012 ist Reuter  bis heute Sport-Geschäftsführer beim FC Augsburg. Die Fuggerstädter führte er 2016 sogar überraschenderweise in die Europa League!

René Schneider

René Schneider vor der EM 1996

René Schneider, hier vor der EM 1996, kam auf keinen Einsatz in England. 

René Schneider war als junger Spieler nur als Ergänzungsspieler vorgesehen. Nachdem die Verletzungsmisere im deutschen Team allerdings immer weiter anhielt, rückte Schneider immer näher an die Startelf.

Im Finale wurde er noch zum Warmmachen geschickt. Oliver Bierhoff erzielte allerdings das „Golden Goal“ und Schneider blieben seine EM-Spielminuten verwehrt.

Den ganz großen Durchbruch schaffte Schneider nie. Nach der Europameisterschaft ging er als Hoffnungsträger von Hansa Rostock zu Borussia Dortmund. Dort machte er aufgrund von Verletzungen allerdings in drei Jahren nur maue elf Ligaspiele. Dennoch gewann er mit Borussia Dortmund 1997 die Champions League.

René Schneider im Rostocker Stadion

René Schneider, ehemals Sportlicher Leiter beim FC Hansa Rostock, am 9. September 2017 im Rostocker Stadion.

Nach seiner Zeit wechselte er zurück nach Rostock, zum Hamburger SV und nach Osnabrück. Doch auch dort sah er öfter die Reha-Klinik als den Fußballplatz.

Von Juli 2016 bis Dezember 2017 war er Sportdirektor bei Hansa Rostock, zudem betreibt er seit 2003 bereits eine eigene Fußballschule.

Mario Basler

Mario Basler vor einem DFB-Spiel

Mario Basler musste bereits vor der EM 1996 wieder abreisen. 

Mario Basler gehörte zu den Pechvögeln der deutschen Mannschaft. Er verletzte sich bereits im Training vor dem Turnier und reiste vorzeitig ohne Einsatz wieder ab. 

Bereits während seiner Karriere machte Basler oft neben den Platz auf sich aufmerksam. Er galt als launenhafter Profi, fiel des Öfteren durch Sprüche oder sein Privatleben auf.

Nach seiner Profikarriere, in der er unter anderem 1995 als Mittelfeldspieler Torschützenkönig der Bundesliga wurde, landete er häufig in der Boulevard-Presse. 

Er nahm am RTL-Dschungelcamp, Let's Dance und bei Promi Big Brother teil. 

Mari Basler lächelt an der Kamera vorbei

Ex-Nationalspieler Mario Basler am 14. Mai 2021 am Rande eines Werbedrehs.

Im Fußball blieb er allerdings auch aktiv. Von 2015 bis 2016 war er als Sportdirektor bei Lokomotive Leipzig aktiv, 2017 war er für knapp drei Monate Trainer bei Rot-Weiß Frankfurt. Zurzeit ist er Experte im Sport1-„Doppelpass“.

Dieter Eilts 

Dieter Eilts vor der EM 1996

Der gnadenlose defensive Mittelfeldspieler Dieter Eilts vor der EM 1996.

Dieter Eilts hatte vor der Europameisterschaft wohl niemand auf dem Zettel. Der unermüdliche Kämpfer,  auch bekannt als „Ostfriesen-Alemao“, entwickelte sich während des Turniers unauffällig zum wichtigsten Spieler der Mannschaft.

Der bodenständige Nordmann erkämpfte sich mit seinen überragenden Leistungen einen Platz im All-Star-Team der EM, im Finale wurde er sogar zum „most valuable player“, also zum wertvollsten Spieler gekürt! Nicht, weil er mit fußballerischen Glanzleistungen und feiner Ballstreichelei überzeugte, sondern weil er jedem seiner Gegenspieler das Leben zur Hölle machte.

Dieter Eilts bei einem Hallenturnier im Zweikampf

Dieter Eilts (r.) am 16. Januar 2016 bei einem Hallenturnier alter Stars. 

Nach seiner Karriere, in der er für Werder Bremen spielte, war er für den DFB als Trainer der U19, U20 und U21 tätig. Auch im Bereich Profifußball versuchte er sich, kurzzeitig bekleidete er das Amt des Cheftrainers von Hansa Rostock.

Von 2012 bis 2018 leitete Eilts die Werder-Fußballschule, seit 2018 ist er Journalist beim „Weser-Kurier“.

Steffen Freund

Steffen Freund vor der EM 1996

Steffen Freund vor der EM 1996 im Dress der Nationalmannschaft.

Der defensive Mittelfeldspieler stand in zwei Spielen von Anfang an auf dem Platz, in zwei weiteren Partien wurde er jeweils eingewechselt. 

Ungewöhnlicherweise kickte Freund auf Vereinsebene sowohl für Schalke 04, als auch für Borussia Dortmund. Dort konnte er zweimal die Meisterschaft und 1997 sogar den Gewinn der Champions League bejubeln.

Anschließend zog es ihn nach England, zu den Tottenham Hotspurs. 

Freund blieb beim Fußball. Beim DFB betreute er diverse Jugendmannschaften, bis es ihn 2012 nach England zu seinem ehemaligen Klub zog. 

Unter Ex-Spurs-Trainer Andé Villas-Boas fungierte Steffen Freund drei Jahre lang als Co-Trainer.

Steffen Freund mit Schal im Stadion

Steffen Freund am 4. März 2020 beim DFB-Pokal-Viertelfinale Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen.

Seit seiner Entlassung auf der Insel, ist er im deutschen Fernsehen als TV-Experte bei verschiedenen Sendern zu sehen. Zurzeit arbeitet er bei den Fußball-Übertragungen für RTL und Tochtersender NITRO.

Thomas Häßler

Thomas Häßler vor der EM 1996

Thomas Häßler vor der EM 1996 im DFB-Trikot. 

Thomas Häßler stand bei allen Spielen der Europameisterschaft auf dem Platz. Ein Tor konnte der Mittelfeld-Spieler mit der Nummer 10 allerdings nicht erzielen.

Er erzählte zu den international erfahrensten und erfolgreichsten Spielern der deutschen Mannschaft. Neben dem Weltmeistertitel von 1990 (hier mehr zu Häßlers Turnier 1990) konnte er in England seinen zweiten großen Titel mit der Nationalmannschaft feiern.

Auch nach seiner aktiven Karriere versuchte er sich im Fußballgeschäft. Er war Co-Trainer bei Nigerias Nationalmannschaft und im Iran, außerdem versuchte er sich als Techniktrainer beim 1.FC Köln.

Thomas Häßler klatscht bei einem Hallenturnier ab

Thomas Häßler am 6. Januar 2018 bei einem Hallenturnier für 1860 München im Einsatz.

Auch im Show-Geschäft versuchte er Fuß zu fassen, trat bei „Let's Dance“ an und landete im Dschungelcamp.

Von 2016 bis 2019 betreuter der den Club Italia in Berlin, heute ist er Trainer beim BFC Preussen Berlin in der Landesliga.

Andreas Möller

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Andreas Möller, hier vor der EM 1996, verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen England.

Auch Andreas Möller stand bereits beim WM-Triumph 1990 im DFB-Kader. 1990 in Italien war Möller mit 23 Jahren allerdings einer der jüngsten Spieler im deutschen Kader und konnte sich nicht wirklich durchsetzen.

Sein Stern ging dafür bei der Europameisterschaft 1996 auf! In ganzen fünf der sechs Spiele stand der Mittelfeld-Mann auf dem Platz.

Als Weltmeister übernahm Möller Verantwortung im deutschen Team. Er trat zum entscheidenden Elfmeter im Halbfinale gegen England an. Und ballerte den Ball eiskalt ins Netz!

Andreas Möller und seine Frau Sigrid

Andreas Möller (l.) mit seiner Frau Sigrid am 9. November 2019 auf dem Deutschen Sportpresseball.

Möller versuchte sich später als Manager bei den Kickers Offenbach und versuchte durch Hospitanzen im Trainer-Geschäft zu landen. 

Von 2015 bis 2017 war Andreas Möller als Co-Trainer bei der ungarischen Nationalmannschaft beschäftigt. Seit 2019 leitet er bei Eintracht Frankfurt das Nachwuchsleistungszentrum.

Matthias Sammer

Matthias Sammer 1996 gegen England

Libero Matthias Sammer 1996 im EM-Halbfinale gegen England. 

Wie einst Franz Beckenbauer, führte Matthias Sammer als Libero die Regie auf dem Rasen. Er spielte ein überragendes Turnier, entschied das schwierige Duell gegen Kroatien mit seinem Siegtreffer und wurde sowohl zum besten Spieler des Turniers, als auch später zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.

Einziger Negativpunkt Sammers bei der Europameisterschaft: Im Finale gegen Tschechien verursachte er den Elfmeter, der den Tschechen den Führungstreffer bescherte.

Sammer kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Er wurde Champions League-Sieger, Weltpokalsieger und mit dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund insgesamt dreimal deutscher Meister.

Bei Borussia Dortmund wurde Sammer, nach Erwerb der DFB-Trainerlizenz, Chefcoach. Mit der Borussia konnte er, wie schon als Spieler, die Meisterschaft feiern.

Matthias Sammer sitzt auf der Tribüne

Matthias Sammer am 7. September 2020 auf der Tribüne vor Borussia Dortmund.

Nach seiner durchaus erfolgreichen Zeit als Trainer wechselte er von der Seitenlinie ins Büro des Sportfunktionärs. Von 2006 bis 2012 bekleidete er das Amt des Sportdirektors beim DFB. Anschließend wechselte er auf den Posten des Sportvorstandes des FC Bayern München.

2016 trat er allerdings aufgrund gesundheitlicher Probleme zurück. In der Saison 2017/18 war er als TV-Experte für Eurosport tätig,  seit 2018 ist er Berater des Managements bei Borussia Dortmund.

Mehmet Scholl 

Mehmet Scholl vor der EM 1996

Mehmet Scholl vor der EM 1996 im DB-Trikot.

Mehmet Scholl lief in den wichtigen Spielen, dem Viertel- und Halbfinale, sowie im Finale, von Beginn an auf.

Zu seiner Enttäuschung wurde der Mittelfeld-Lenker vom FC Bayern München im Finale allerdings ausgewechselt. Er hatte einen schweren Stand und blieb für seine Verhältnisse recht blass gegen Tschechien.

Berti Vogts bewies mit der Auswechslung allerdings ein goldenes Händchen, er brachte den späteren Schützen des Golden Goals, Oliver Bierhoff.

Nach der Saison 2006/2007 beendete Scholl seine Karriere im Dienste des FC Bayern München. Zeitweise betreute er anschließend die Amateure des FC Bayern, gab das Traineramt allerdings auf, um sich auf seine Karriere als TV-Experte zu konzentrieren.

Mehmet Scholl mit einer Mütze

Mehmet Scholl am 1. März 2017 für die ARD als TV-Experte im Einsatz.

2008 engagierte die ARD Scholl als Experten. Nach einem Streit zwischen der ARD-Redaktion und Mehmet Scholl über die Relevanz des Themas Doping im Fußball und dem eigenmächtigen Schwänzen einer Sendung trennte sich der Sender im August 2017 allerdings von seinem meinungsstarken Fachmann. Heute ist Scholl unter anderem als Experte bei der „Bild“ tätig.

Thomas Strunz 

Thomas Strunz vor der EM 1996

Thomas Strunz, kurz vor dem Turnier 1996 in England

Obwohl Thomas Strunz im Halbfinale gegen England erst in der 119. Minute eingewechselt wurde und keinen Ballkontakt vorweisen konnte, trat er als Schütze beim Elfmeterschießen gegen England an. Und verwandelte eiskalt!

Besonders in Erinnerung blieb Strunz nicht nur wegen seinen fußballerischen Leistungen, sondern vor allem aufgrund der legendären Wut-Rede von Giovanni Trapattoni, in der er sich wütend über die Leistungen des Spielers, mit den Worten „Was erlaube Strunz“ beschwert.

Nachdem der ehemalige Profi vom FC Bayern München und dem VfB Stuttgart in der Winterpause der Saison 2000/2001 von Ottmar Hitzfeld aussortiert wurde, beendete er seine aktive Karriere.

Thomas Strunz und Kevin Vogt

Thomas Strunz (l.) am 8. Januar 2020 mit Hoffenheim-Profi Kevin Vogt im Trainingslager auf Marbella.

Anschließend blieb er vielseitig im Fußballgeschäft aktiv. Unter anderem war er Manager und Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg. Später versuchte er sich als sportlicher Leiter beim Regionalligisten Rot-Weiß Essen.

Bis 2018 war er Experte beim Sport1-„Doppelpass“, mittlerweile arbeitet er als Spielerberater bei der „Arena11 Sports Group“. 

Jens Todt

Jens Todt bei der EM 1996

Jens Todt 1996 bei seiner Ankunft am Mannschaftshotel in London. 

Jens Todt erlebte eine ziemlich kurze Europameisterschaft. Zumindest als Spieler, denn: er wurde kurz vor dem Finale, dank einer Sonderregelung, nachnominiert.

Die Personalsituation im DFB-Team war dermaßen angespannt, dass Bundestrainer Vogts reagieren musste. Deswegen musste Todt kurzfristig eingeflogen werden. Europameister darf er sich, auch wenn es für ihn nur ein kurzes Turnier war, trotzdem nennen.

Kurioserweise reiste Todt einmal als Tourist und einmal als Spieler zur Europameisterschaft nach London. Einige Tage vor seiner Nominierung war er mit seinen Bremer Teamkollegen zum Zuschauen nach England geflogen.

Jens Todt in HSV-Jacke im Stadion

Jens Todt am 24. Februar 2018 als er noch für den Hamburger SV arbeitete.

Jens Todt blieb beim Fußball. Nachdem er beim VfL Bochum den Posten des sportlichen Leiters bekleidete, ging er als Sportdirektor zum Karlsruher SC. Im Januar 2017 heuerte er allerdings beim Ex-Bundesligisten Hamburger SV an, rund 14 Monate später war dort aber auch wieder Schluss. Seitdem ist er ohne Job um Fußball-Geschäft.

Christian Ziege 

Christian Ziege vor der EM 1996

Christian Ziege, hier 1996 vor dem EM, hatte entscheidenden Anteil am Sieg im Finale.

Christian Ziege fiel bei der Europameisterschaft vor allem durch seine Vorarbeit zum Ausgleichstreffer im Finale gegen Tschechien auf.

Sein Freistoß aus halbrechter Position landete bei Oliver Bierhoff, der den Ball zum 1:1 ins Netz köpfte.

Zunächst versuchte sich Ziege nach seiner Karriere als Manager. Bei Borussia Mönchengladbach war er als sportlicher Leiter tätig. Das Amt gab er jedoch freiwillig an Max Eberl ab, da er den Co-Trainer-Posten übernahm.

Anschließend betreute er den Zweitligisten Arminia Bielefeld als Cheftrainer. Nach der Entlassung ging es für ihn zum DFB, wo er verschiedene Jugendteams betreute.

Christian Ziege auf einem Fußballplatz in den Bergen

Christian Ziege, hier am 9. Juli 2019, ist Sportdirektor beim FC Pinzgau Saalfelden.

Weitere Trainerstation waren später die SpVgg Unterhaching und der spanische Drittligist Atlético Baleares, wo er im März 2017 entlassen wurde. Seit Sommer 2020 ist er Sportdirektor beim österreichischen Drittligisten FC Pinzgau Saalfelden.

Oliver Bierhoff

Oliver Bierhoff jubelt über sein Golde Goal

Oliver Bierhoff (r.) bei der EM 1996 kurz nach seinem Golden Goal.

Am 30. Juni 1996 sicherte sich Oliver Bierhoff einen Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs. 

Und das obwohl Bundestrainer Berti Vogts den Stürmer Gerüchten zufolge nur auf Drängen seiner Frau Monika mit zum Turnier nahm!

Die hatte offenbar das richtige Gespür. Obwohl Bierhoff nur als Reservist im deutschen Kader stand, wurde er im Finale gegen Tschechien in der 69. Minute für Mehmet Scholl eingewechselt. 

Er stand noch keine fünf Minuten auf dem Platz, da erzielte er bereits den Ausgleichstreffer per Kopf. 

In der 96. Minute dann Bierhoffs großer Moment: Aus der Drehung zieht er mit dem linken Fuß ab. Der harmlose Schuss wird abgefälscht, der tschechische Torhüter Petr Kouba lässt den Ball durch die Finger rutschen. 

Da 1996 das Spiel in der Verlängerung durch die Golden-Goal-Regel entschieden wurde, ist Deutschland prompt Europameister!

Oliver Bierhoff telefoniert und winkt

Oliver Bierhoff, hier am 19. Juni 2021 vor dem EM-Spiel gegen Portugal, ist seit 2004 Teammanager bei der deutschen Nationalmannschaft.

Dem DFB, dem Bierhoff einen ordentlichen Karriereschub in seiner fußballerischen Laufbahn zu verdanken hat, ist der ehemalige Stürmer treu geblieben. 

Seit Juli 2004 ist Bierhoff Manager der Nationalmannschaft. Gemeinsam mit dem Team rund um Joachim Löw konnte er 2014 den Weltmeistertitel in Brasilien bejubeln.

Fredi Bobic

Fredi Bobic vor der EM 1996

Fredi Bobic, hier vor der EM 1996, reiste als amtierender Torschützenkönig der Bundesliga nach England. 

Der Bundesliga-Torschützenkönig 1996 Fredi Bobic stand bei der Europameisterschaft 1996 in drei Spielen auf dem Platz. 

Er kam in der Vorrunde gegen Italien und Tschechien zum Einsatz, im Viertelfinale stürmte er gegen Kroatien. 

Gegen Kroatien verletzte sich der Torjäger allerdings schwer an der Schulter. Er konnte nach dem Gewinn der Europameisterschaft nicht einmal den Pokal in die Höhe stemmen!

Wie viele seiner Nationalmannschaftskollegen ist Fredi Bobic nun im Management-Bereich des Fußballs tätig.

Er versuchte sich erst bei seinem ehemaligen Klub VfB Stuttgart, wurde dort allerdings 2014 entlassen.

Fredi Bobic vor einem ARD-Mikrofon

Fredi Bobic, hier am 5. Juli 2021, ist seit Sommer 2021 neuer Sportdirektor bei Hertha BSC.

Von 2016 bis 2021 war er Sport-Vorstand bei Eintracht Frankfurt, kam mit den Hessen in der Saison 2020/21 sogar fast in die Champions League. Auf eigenen Wunsch wurde sein Vertrag im Sommer 2021 aufgelöst, seitdem ist er Sportdirektor beim Bundesliga-Konkurrenten Hertha BSC.

Marco Bode

Marco Bode vor der E 1996

Marco Bode kurz vor dem Turnier 1996 in England. 

Zwischen 1995 und 2002 bestritt Marco Bode 40 Länderspiele, wurde Europameister und stand im WM-Endspiel 2002 gegen Brasilien. 

Das Endspiel 1996 musste er sich zunächst von der Bank aus anschauen. Kurz vor der Pause wurde er dann allerdings doch für den verletzten Dieter Eilts eingewechselt und das obwohl er selber an einer Oberschenkelzerrung litt!

Bundestrainer Berti Vogts blieb allerdings nichts anderes übrig und so kämpfte Bode im Dienst der deutschen Mannschaft bis zum Schlusspfiff.

Marco Bode auf einer Pressekonferenz von Werder Bremen

Marco Bode, hier am 10. Juli 2020, ist bis September 2021 noch Aufsichtsratsvorsitzender bei Werder Bremen.

Die Bremen-Ikone Marco Bode betätigte sich zunächst als TV-Experte für verschiedene Sender, seit 2014 ist er Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins an der Weser, am 4. September 2021 ist seine Tätigkeit dort allerdings vorbei.

Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann vor der EM 1996

Jürgen Klinsmann, hier vor der EM 1996, war der beste deutsche Torschütze bei der Europameisterschaft.

Als Weltmeister von 1990 zählte Jürgen Klinsmann bei der Europameisterschaft 1996 zu den Führungsspielern im deutschen Team.

Doch auch ihn plagte das Verletzungspech. Beim legendären Halbfinal-Spiel gegen England musste er von der Bank aus zusehen, er hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen.

Der war zwar bis zum Finale nicht verheilt, Klinsmann stand aber trotzdem auf dem Platz!

Die medizinische Abteilung hatte ihn fit gespritzt. Der Stürmer hielt durch, er stand bis zum Golden Goal durch Kollege Oliver Bierhoff auf dem Platz.

Mit drei Toren war „Klinsi“ sogar bester deutscher Torschütze, obwohl er zwischenzeitlich aussetzen musste.

Klinsmann legte eine durchaus erfolgreiche Karriere als Trainer zurück. Von 2004 bis 2006 brachte er den DFB auf Vordermann, führte die deutsche Elf zum Sommermärchen im eigenen Land. 

Jürgen Klinsmann mit einem Mikrofon von BBC in der Hand

Jürgen Klinsmann am 11. Juli 2021 beim EM-Finale Italien gegen England für BBC im Einsatz.

Zuletzt betreute er die amerikanische Nationalmannschaft, wurde dort allerdings 2016 entlassen. Von November 2019 bis Februar 2020 war Klinsmann Trainer bei Hertha BSC, kündigte dort überraschend und trat im Nachhinhein noch gegen die Klubführung nach. Seitdem ist er ohne Job im Fußball. Bei der EM 2021 war er für den britischen TV-Sender BBC als Experte im Einsatz.

Stefan Kuntz

Stefan Kuntz vor der EM 1996

Der England-Schreck Stefan Kuntz vor der EM 1996. 

Seit 1996 gilt Stefan Kuntz als „England-Schreck“. Die große Stunde des Stürmers schlug nämlich im Halbfinale gegen die „Three Lions“. Er stand in der Startelf, erzielte das Tor zum 1:1 Ausgleich und verwandelte den fünften Strafstoß der Deutschen.

Nach der starken Leistung in Wembley durfte Kuntz auch im Finale, diesmal an der Seite von Jürgen Klinsmann, stürmen und das entscheidende Tor aus nächster Nähe erleben.

Der Titelgewinn der Europameisterschaft war, neben dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und dem Pokalsieg mit Kaiserslautern, der größte Erfolg des Fußballers des Jahres 1991. 

Nach seiner Spielerkarriere war Stefan Kuntz zunächst als Trainer tätig, bevor er ins Management wechselte. Über den Tus Koblenz und den VfL Bochum ging es für ihn zurück zu seinem ehemaligen Verein 1. FC Kaiserslautern. Dort bekleidete er acht Jahre lang den Posten des Vorstandsvorsitzenden.

Stefan Kuntz verschränkt die Arme

Stefan Kuntz, hier am 13. Juli 2021, nimmt mit der deutschen U21-Nationalmannschaft an den Olympischen Spielen in Tokio teil.

Von August 2016 bis September 2021 war er Trainer der deutschen U21 Nationalmannschaft. Mit der konnte er gleich bei seinem ersten Turnier den U21-Europameistertitel 2017 in Polen feiern, 2021 wiederholte er dieses Kunststück! Bei der EM 2021 war er zudem als Experte für die ARD tätig. Im September wechselte er dann als Nationaltrainer in die Türkei und hofft noch auf das WM-Ticket für Katar 2022.

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