Hätten Sie es gewusst? Nach Kainz-Drama: Das steht wirklich in den Elfmeter-Regeln des DFB

Florian Kainz vom 1. FC Köln schießt seinen Elfmeter gegen den HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes am 18. Januar 2022.

Florian Kainz vom 1. FC Köln rutscht beim Elfmeter im Pokalspiel gegen den HSV am 18. Januar weg und schießt sich selber an. Eine, von vielen Regeln des DFBs zum Thema Elfmeter. 

Durch einen kuriosen ungültigen Elfmeter von Florian Kainz hat sich der 1. FC Köln aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Doch welche Regeln gibt es sonst noch rund um das Elfmeterschießen? Das sagt das DFB-Regelwerk.

Das Elfmeter-Drama um Florian Kainz (28) im DFB-Pokalspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV am Dienstag (18. Januar 2022) hat für ungläubiges Staunen gesorgt. Der kuriose Fehlversuch ist Grund genug, um sich die Elfmeter-Regeln des DFB (Deutscher Fußball Bund) noch einmal genauer anzuschauen.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat EXPRESS.de einen Blick in das umfassende Regelwerk zum Thema Elfmeter gewagt und klärt über die wichtigsten Regeln auf, die längst nicht allen Fußballfans bekannt sein dürften.

Florian Kainz rutscht weg: Elfmeter unzulässig

Unglücksrabe Florian Kainz! Mit einem Spielstand von 1:1 nach 120 Minuten ging es für den 1. FC Köln im Pokal-Duell gegen den HSV im Rhein-Energie-Stadion ins Elfmeterschießen. Der letzte Schütze des 1. FC Köln: Florian Kainz. Der Österreicher versenkte den Ball zwar im Tor, Schiedsrichter Daniel Schlager (32) erklärte den Schuss allerdings nur wenige Sekunden nach Ausführung für ungültig. 

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Doch was steckte dahinter? „Das war eine Doppel-Berührung und in dem Fall gibt es indirekten Freistoß. Im Elfmeterschießen ist der Strafstoß dann verwirkt“, so der Referee nach der Partie.

Im Regel-Sprech des DFB heißt es dazu: „Der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, nachdem dieser von einem anderen Spieler berührt wurde.“ So wird verhindert, dass Spieler bei der Ausführung etwa einfach losdribbeln.

Elfmeter-Regel verbietet direkten Nachschuss nach Alu-Trefffer

Im Elfmeterschießen gibt es dann keine Chance auf Wiederholung. Passiert ein ähnlicher Fall allerdings bei einem Strafstoß im Spiel, heißt es im Regelwerk: „Wenn nach der Ausführung des Strafstoßes der Schütze den Ball berührt, bevor dieser von einem anderen Spieler berührt wurde,
wird ein indirekter Freistoß (oder ein direkter Freistoß bei einem
Handspielvergehen) verhängt.“

Die Regel gilt übrigens auch für den Fall, dass der Schütze den Pfosten oder die Latte trifft und der Ball zurückprallt. Denn: Auch in dem Fall ist es unzulässig, den Ball direkt per Nachschuss zu verwerten. Ein anderer Spieler muss vorher Ballkontakt gehabt haben.

Regulär ist dagegen die Ausführung eines Elfmeters mit einem kurzen Pass nach vorne. Daraufhin dürfte ein Mitspieler den „Nachschuss“ aus kürzerer Distanz antreten oder sogar noch einmal zurück auf den eigentlichen Elfmeterschützen passen.

Die Stars von Real Madrid und dem FC Barcelona waren mit dieser Taktik in der Vergangenheit in Ligaspielen bereits erfolgreich. Wichtig ist allerdings: Der Ball muss beim Elfmeter nach vorne gespielt werden. Ein Pass zurück ist nicht möglich und wird ebenso wie ein Doppel-Kontakt mit folgendem Freistoß für den Gegner geahndet.

Elfmeter-Anlauf: Finte ist erlaubt

Und was regelt sonst noch einen rechtmäßigen Strafstoß? Der Anlauf. Dazu heißt es: „Eine Finte während des Anlaufens ist zulässig, nach dem Anlaufen den Schuss anzutäuschen allerdings nicht. Dann muss der Spieler vom Schiedsrichter verwarnt werden.“

Bedeutet im Klartext: Beim Anlauf anzutäuschen oder zu verzögern ist erlaubt, beim Schuss selber ist eine Finte allerdings nicht zulässig. Wie sehr man diese Regel ausreizen kann, zeigte zuletzt der japanische Nachwuchsspieler Taguchi Soraga.

Der ließ sich nämlich bei der Ausführung seines Elfmeters sehr lange Zeit. So lange, dass es für die Zuschauer fast wie ein Standbild wirkte. Insgesamt 25 Sekunden dauerte die gesamte Elfmeter-Prozedur, ehe er den Ball regelkonform im Tor unterbrachte.

Übrigens: Selbst ein Schuss mit der Hacke ist erlaubt. Genau genommen: „Der Schütze muss den Ball mit dem Fuß nach vorne spielen; ein Schuss mit der Hacke ist erlaubt, sofern sich der Ball nach vorne bewegt.“ Geht der Schuss also aufs Tor, wären theoretisch auch kunstvoll geschossene Elfmeter zulässig. 

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