Nach der WM-Pleite und dem Abschied von Nagelsmann beginnt eine neue Zeitrechnung. Die Hoffnung ruht auf Jürgen Klopp, der mit zahlreichen frischen Kräften den Neuanfang gestalten soll!
DFB-Kader nach WM-DesasterEl Mala unverzichtbar? Großer Klopp-Umbruch winkt
Die deutsche Nationalmannschaft ist ausgeschieden, die Profis versuchen das WM-Debakel im Urlaub abzuschütteln – aber die Führungsetage hat keine Zeit für Erholung.
Ein Ersatz für den zurückgetretenen Coach Julian Nagelsmann (38) wird dringend gesucht, wobei Jürgen Klopp (59) als Top-Favorit gilt. Er hat bereits zugestimmt, nun müssen nur noch Kleinigkeiten geklärt werden. Anschließend erwartet das Nationalteam ein tiefgreifender Umbruch.
Abwehr-Umbruch: Aus für Rüdiger, Platz für junge Kräfte
Zwar wird ein Teil der WM-Mannschaft weitermachen, aber das Debakel eröffnet jungen Nachwuchskräften eine riesige Möglichkeit. Für einige gestandene Profis wird die Zeit im Nationaltrikot hingegen ablaufen.
So wird Manuel Neuer (40) seine Laufbahn im DFB-Dress beenden; seine Rückkehr war ausschließlich für das Turnier vorgesehen. Ebenso ist ein Abschied von Antonio Rüdiger (33) vorstellbar. Das berichtet „bild.de“.
Für die Verteidigung stehen einige hoffnungsvolle Anwärter in den Startlöchern. Nathaniel Brown (23), der demnächst für den FC Bayern aufläuft, hat Eindruck hinterlassen und wird sich durch Spiele in der Königsklasse wohl noch steigern.
Auf der rechten Abwehrseite wäre Philipp Treu (25) vom SC Freiburg eine denkbare Alternative, laut „Transfermarkt“-Marktwert ist er schon jetzt der wertvollste Linksverteidiger des Landes (15 Millionen Euro).
Sollte Said El Mala beim Neuanfang der DFB-Elf auf jeden Fall dabei sein?
In der Innenverteidigung dürften Nico Schlotterbeck (26) und Jonathan Tah (30) ihren Platz behalten, aber jüngere Spieler wie Yann Bisseck (25), der frisch das italienische Double mit Inter Mailand gewann, machen Druck. Der gebürtige Kölner hatte bei der Kader-Nominierung von Nagelsmann für diese WM überhaupt keine Rolle gespielt.
Auf lange Sicht notieren Nachwuchs-Experten des Verbands zudem hochgeschätzte Talente wie Karim Coulibaly (19) von Werder Bremen, Finn Jeltsch (19) vom VfB Stuttgart sowie den flexibel einsetzbaren Nnamdi Collins (22) von Eintracht Frankfurt.
Als ebenfalls hoffnungsvoll für die große Problem-Position beim DFB wird der junge Rechtsverteidiger Rafael Pinto Pedrosa (18) vom Karlsruher SC angesehen.
Schluss für DFB-Routiniers – Bühne frei für El Mala?
Die Generation rund um Kapitän Joshua Kimmich, bekannt als die „Klasse von 1995“, hat bei wichtigen Wettbewerben keinen Erfolg erzielt. Kollegen wie Leon Goretzka (31) und Leroy Sané (30) werden von Fans kritisch gesehen und könnten Platz machen, um die Ernsthaftigkeit des Umbruchs zu unterstreichen.
Kimmich selbst schloss einen Abschied aus, doch Mats Hummels äußerte bei MagentaTV: „Da kann ich mir schon vorstellen, dass einige zurücktreten werden.“ Akteure wie Aleksandar Pavlović (22) und Felix Nmecha (25) deuteten beim Turnier ihr Potenzial an, bauten dann aber ab und stehen nun vor einer Bewährungsprobe.
Im offensiven Mittelfeld werden auch künftig Florian Wirtz (23) vom FC Liverpool und Jamal Musiala (23) vom FC Bayern die Fäden ziehen, Klopp dürfte darauf setzen, dass beide die Form voriger Spielzeiten wieder erreichen. 2025/2026 war schließlich weder das Jahr des lange verletzten Musiala noch des in England mit Anpassungsproblemen kämpfenden Wirtz.
Aber neue Kräfte drängen nach: Für viele Fachleute unerwartet, ließ Nagelsmann Said El Mala (19) vom 1. FC Köln zu Hause. Gemeinsam mit Lennart Karl (18), der sich kurz vor der WM verletzte, verkörpert er genau jene Unbekümmertheit und jene magischen Momente, die der deutschen Auswahl so sehr mangelten.
El Mala zeigte sich unbekümmert, mutig und dribbelstark – drei Attribute, die der deutschen Auswahl in den entscheidenden Turnieren komplett fehlten. Zumal El Mala in Köln zeitweise auch zeigte, dass er als Joker ohne Anlaufzeit funktioniert. Gegen Paraguay hätte es exakt dieses Spielerprofil gebraucht.
Dass Nagelsmann in El Mala den zweitbesten deutschen Bundesliga-Scorer nach Deniz Undav (29) freiwillig zu Hause ließ, sogar als es nach der Karl-Verletzung die Möglichkeit zur Nachnominierung gab, entpuppte sich wie von vielen befürchtet als fahrlässig.
Es war letztlich eine weitere der vielen Fehlentscheidungen, die den Bundestrainer in der Konsequenz den Job kosteten. Auch deshalb scheint der von vielen Experten hochgeschätzte Individualist fast schon unverzichtbar für das erste Aufgebot nach dem Trainerwechsel.
Zusätzliche Hoffnung für den Angriff machen Assan Ouédraogo (20) von RB Leipzig sowie das Gladbacher Talent Wael Mohya (17), dessen Marktwert schon auf etwa 17 Millionen Euro taxiert wird.
Junioren-Nationalstürmer Nicolò Tresoldi (21) empfahl sich mit einer starken Debüt-Saison nach dem Wechsel von Hannover 96 zum FC Brügge, er steht außerdem vor seiner zweiten Königsklassen-Saison mit den Belgiern. Auch ein Transfer in eine Top-Liga ist angesichts mehrerer Interessenten für diesen Sommer nicht ausgeschlossen. (red)

