Alarm nach Ukraine-SpielPolizei hält Fans und Spieler im Stadion fest – „Konkrete Gefahrensituation“

Einsatzkräfte der Polizei sichern eine Straße neben dem Stadion.

Einsatzkräfte der Polizei sicherten nach dem Länderspiel am Montagabend (3. Juni 2024) das Umfeld des Nürnberger Stadions.

Nach dem Länderspiel zwischen Deutschland und der Ukraine wurde im Umfeld des Nürnberger Stadions ein sprengstoffverdächtiger Gegenstand gefunden. Keiner durfte mehr das Stadion verlassen.

von Marcel Schwamborn (msw)

Bundestrainer Julian Nagelsmann (36) hatte am Montagabend (3. Juni 2024) gerade bei der Pressekonferenz über das 0:0 gegen die Ukraine gesprochen, da leuchtete auf den Monitoren im Nürnberger Max-Morlock-Stadion eine beunruhigende Botschaft auf.

„Wir bitten alle Gäste im VIP-Bereich zu verbleiben. Weitere Infos folgen“, lautete die Mitteilung. Beide Mannschaften waren zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch im Stadion. Keiner durfte mehr raus, die Polizei riegelte alles ab.

Mannschaften durften das Stadion auch nicht verlassen

Per Lautsprecher-Durchsagen warnte die Polizei zweifach: „Wir haben Kenntnis von einer konkreten Gefahrensituation im Außenbereich des Stadions, die wir als Polizei sehr ernst nehmen. Wir möchten, dass heute Abend alle gesund und sicher nach Hause kommen. Deswegen bitten wir um Geduld und bitten bis auf Weiteres im Stadion zu verbleiben.“

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Die Polizei zeigte sofort große Präsenz in den Gängen des Nürnberger Stadions. Bundeskanzler Olaf Scholz war Gast des Spiels und hatte auch die DFB-Elf noch in der Kabine besucht. Zum Zeitpunkt des Alarms war er aber bereits nicht mehr vor Ort.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, r) steht als Zuschauer auf der Tribüne neben DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Bundeskanzler Olaf Scholz (r.) hatte das Länderspiel an der Seite von DFB-Präsident Bernd Neuendorf verfolgt.

DFB-Teammanager Thomas Beheshti gestikulierte hektisch in den Katakomben des Stadions. Nagelsmann ging noch einmal zur Tribüne und posierte für Selfies und gab Autogramme. Sicherheits-Chef José Meneses wich nicht von der Seite des Bundestrainers.

Um Mitternacht folgte die nächste Durchsage: „Wir können Entwarnung geben. Unsere Einsatzkräfte konnten die Situation aufklären. Es hat sich herausgestellt, dass zu keiner Zeit Gefahr für alle Personen im Stadion bestand. Wir bitten um Verständnis für diese polizeiliche Maßnahme.“

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Wie die Polizei mitteilte, hatten Einsatzkräfte kurz nach 23 Uhr einen sprengstoffverdächtigen Gegenstand im Außenbereich des Stadions festgestellt. Die Polizei hatte den Einsatzort vorsorglich weiträumig abgesperrt. Wegen des eingerichteten Sicherheitsbereichs verzögerte sich die Abfahrt der beiden Team-Busse.

Nach einer Untersuchung des verdächtigen Gegenstands durch Spezialkräfte der bayerischen Bereitschaftspolizei konnte Entwarnung gegeben werden. Es habe zu keiner Zeit eine tatsächliche Bedrohung bestanden, ergaben die Ermittlungen. Nach und nach verließen die Spieler sowie die noch im Stadion verbliebenen Fans dann in der Dunkelheit die Katakomben.