Kleinste WM-Nation aller Zeiten fordert Deutschland heraus.
Gegner fordert NeuerCuraçao-Keeper mit frecher Trikot-Ansage vor dem WM-Duell

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Dick Advocaat will mit dem kleinen Curaçao bei der WM überraschen.
Würde man den Weltmeister der guten Laune küren, zählte Curaçao definitiv zu den Top-Favoriten. Die kleine Fußballnation aus der Karibik ist voller Begeisterung in die Vereinigten Staaten gereist. Ihr Ziel: als die bisher kleinste Nation in der WM-Historie für Aufsehen zu sorgen. Die erste Chance dazu bietet sich am Sonntag (11. Juni 2026, 19.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Houston im Duell mit der deutschen Nationalmannschaft.
Die Atmosphäre? Einfach überragend! Die Spieler, die im Land wie Volkshelden verehrt werden, tourten in einem sichtlich gealterten Party-Gefährt über ihre Heimatinsel. Musik dröhnt aus allen Ecken. Eine Trainingseinheit fand sogar kurzerhand am Meer statt. „Die gute Stimmung und der Teamspirit sind unsere Stärken“, äußert sich Nationaltrainer Dick Advocaat (78).
Selbst der „kleine General“ Advocaat wird locker
Sogar der normalerweise so strikte und auf Ordnung bedachte Holländer lässt sich von der Gelassenheit der karibischen Fußballer mitreißen. Beim Abschiedsevent in der Hauptstadt Willemstad stand der 78-Jährige auf der Bühne, bewegte sich zum Takt der Klänge und grüßte in die Menge. In seiner Heimat sorgt das für Staunen, denn dort ist der „kleine General“ für seinen herrischen Führungsstil bekannt.
Advocaat hat aber rasch begriffen: Auf Curaçao muss er sich den lokalen Gegebenheiten fügen. Der erfahrene Coach ist mit seiner Methode aus Strenge und Freiraum erfolgreich. Seit er den Posten 2004 antrat, fahndete er vor allem in Holland nach Fußballern, die eine Verbindung zu der Insel mit nur etwa 150.000 Einwohnern haben.
Vom Bundesliga-Profi bis zum England-Legionär
Zu Beginn war von Advocaat noch einiges an Überredungskunst gefordert. „Als ich angefangen habe, wollte die Hälfte der Mannschaft gar nicht spielen. Da dachten viele noch, dass sie in die niederländische Nationalmannschaft kommen würden“, erinnert sich der dienstälteste Coach des Turniers.
Schritt für Schritt konnte er jedoch Akteure wie den Ex-Wolfsburger Riechedly Bazoer für das WM-Projekt Curaçao gewinnen. Mittlerweile ist kein einziger Akteur des Aufgebots in der unbedeutenden Liga der Insel aktiv. Sämtliche Spieler verdienen ihr Geld in den Niederlanden, der Türkei, England oder anderen Spielklassen.
Torwart Eloy Room freut sich auf Duell mit Manuel Neuer
Aus diesem Grund traut sich „The Blue Wave“, so der Spitzname des Teams, auch eine Überraschung zu. Womöglich nicht gegen Deutschland, aber bestimmt gegen die anderen Kontrahenten Ecuador und die Elfenbeinküste. „Jeder kann überraschen. Warum nicht Curaçao?“, so Advocaat. Für Jürgen Locadia, der in Deutschland für Hoffenheim und Bochum spielte, ist klar: „So etwas erlebst du nur einmal im Leben.“
Für einen Spieler wird die Partie gegen Deutschland zu einem absoluten Highlight. Torwart Eloy Room (37) ist voller Bewunderung für seinen Gegenüber Manuel Neuer. „Ich habe gehofft, dass er zurückkommt, weil er eines meiner großen Vorbilder ist“, so Room. „Er ist ein sehr moderner Torwart, er hat das Torwartspiel verändert.“
Und hat er vor, nach dem Spiel das Trikot mit Manuel Neuer zu tauschen? „Ich denke, Neuer will mein Trikot“, sagt der 37-Jährige lachend, um dann ernst zu werden: „Nein, sein Shirt zu bekommen, wäre die Krönung.“ (dpa/red)
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