Der VfL Wolfsburg wankt in Richtung Abstieg, auch der Posten von Trainer Daniel Bauer könnte mehr und mehr wackeln. Die Zahlen sprechen nicht für den Coach.
„So halten wir nicht die Klasse“Historisch schlecht: Bundesliga-Trainer zählt Team an

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Daniel Bauer steckt mit dem VfL Wolfsburg tief in der Krise.
Der VfL Wolfsburg rutscht immer tiefer in die Krise! Nach dem Last-Minute-Schock wussten die Wolfsburger Spieler nicht, wohin mit sich. Manche liefen diskutierend zum Schiedsrichter, andere senkten den Kopf und saßen fassungslos auf dem Rasen.
Wieder einmal hatte der VfL einen wichtigen Sieg leichtfertig aus der Hand gegeben und damit die eigene Krise weiter verschärft. Die Mannschaft von Trainer Daniel Bauer unterlag dem FC Augsburg trotz zweimaliger Führung mit 2:3 (1:0) und bleibt somit auch im sechsten Spiel in Serie ohne Sieg.
Wolfsburg unter Bauer mit dramatischer Bilanz
Die Niedersachsen können am Sonntag auf den Relegationsplatz abrutschen und befinden sich mehr denn je im Abstiegskampf. Noch nie stand der VfL nach 23 Spieltagen so schlecht da. Die Wölfe sind in der Rückrunde weiterhin ohne Sieg.
„Uns haben der nötige Punch, die Aggressivität und die Meter gefehlt“, sagte ein frustrierter Bauer nach dem Spiel. „Wir verhalten uns zum Teil wie eine Schülermannschaft“, schimpfte er resigniert. Dass ausgerechnet der Ex-Wolfsburger Elvis Rexhbecaj den entscheidenden Treffer machte, passe „zur Story des Tages“.
Über das dritte späte Gegentor nacheinander sagte Bauer: „Wir sind zu naiv und lernen nicht daraus. Wenn wir da nicht ganz schnell dazulernen, werden wir so die Klasse nicht halten.“ Gleichzeitig bemängelte er: „Da reicht die Qualität nicht. Punkt.“
Yannick Gerhardt (41.) und Kento Shiogai (71.) brachten Wolfsburg zweimal in Führung, doch Rodrigo Ribeiro (59.), Michael Gregoritsch (87., Handelfmeter) und eben Rexhbecaj (90.+3) drehten die Begegnung. Augsburg verabschiedet sich damit immer weiter von der Abstiegszone.
VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler stellte sich vor dem Anpfiff noch hinter Bauer. „Die Entscheidung kam aus Überzeugung, die ist weiterhin da. Von daher stellt sich die Frage nicht“, sagte Schwegler. Und nun? Eigenwerbung konnte der Coach in seiner Amtszeit nur bedingt betreiben.
Die Bauer-Bilanz ist mit durchschnittlich 0,56 Punkten aus neun Spielen indiskutabel schlecht, kein Wolfsburger Trainer mit mindestens fünf Bundesliga-Spielen schnitt in der Klub-Historie schlechter ab.
Hinzu kommt, dass die Wölfe auch in dieser Saison wieder massiv in ihren Kader investierten. Die Qualitäts-Kritik wirkt mit dem Blick auf ein Transfer-Minus von 30 Millionen Euro wie blanker Hohn. (sid/bc)


