Neue Zeitrechnung bei Kaderplanung Borussia-Coach bleibt Lieblingswort trotzdem treu

Marco Rose Max Eberl

Trainer Marco Rose (l.) und Manager Max Eberl stehen wegen der Corona-Krise vor besonderen Herausforderungen auf dem Transfermarkt.

Mönchengladbach – Dieser grüne Filzstift hat inzwischen einige Bekanntheit erlangt bei Borussia und ihren Fans: Wann immer Manager Max Eberl (46) eine wichtige Unterschrift zu leisten hat, kommt er zum Einsatz.

Und das war im Laufe einer Saison in den vergangenen Jahren beileibe nicht nur der Fall, wenn ein Vertrag verlängert wurde. Eberl hat sich in der Szene einen Namen als Frühstarter auf dem Transfermarkt gemacht. In der Coronavirus-Krise ein Unterfangen, das schwieriger denn je geworden ist.

Max Eberl holte Lars Stindl und Co. bereits vor Mai

Was in der Leichtathletik zur Disqualifikation führen würde, hatte sich bei Borussia als effektives Mittel erwiesen, um der kaufkräftigeren Konkurrenz ein paar Meter abzunehmen. Zur Erinnerung: Fabian Johnson (32) wurde einst bereits am 24. Februar verpflichtet, Lars Stindl (31) am 26. März und Max Kruse (32) am 11. April. Sie waren alle Nationalspieler oder wurden es später.

Allerdings liegen die meisten dieser Coups ein paar Jahre zurück. Auch Eberl hat sich einem Markt anpassen müssen, der immer später ins Rollen kommt und auf dem die Preise so explodiert sind, dass die Vereine Ausstiegsklauseln und vor allem ablösefreie Wechsel mehr denn je vermeiden wollen.

Ramy Bensebaini kam erst kurz vor Saisonstart

Vergangenes Jahr war Torwart Max Grün (33) am 31. Mai der erste Neue für Trainer Marco Rose (43). Am 21. Juni folgte Stefan Lainer (27) und erst am 13. August, wenige Tage vor dem Bundesliga-Start, war die Einkaufsliste mit dem Transfer von Ramy Bensebaini (25) abgearbeitet.

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Durch die Corona-Unterbrechung bewegt sich der Profifußball in einem Parallelkalender, der nichts mehr zu tun hat mit den Gewohnheiten vergangener Jahre. Am 9. Mai soll es weitergehen, mit dem 33. Spieltag, der aber erst der 26. wäre. Und so tappt die Kaderplanung der Vereine weitestgehend in der Dunkelheit.

Marco Rose: „Bin kein Hellseher“

„Ich bin kein Hellseher. Man redet davon, dass sich der Markt verändert und Spieler möglicherweise günstiger werden“, mutmaßte Trainer Rose kürzlich bei „Sky“ (hier lesen Sie mehr). „Das wäre erst mal nicht so schlecht für eine Mannschaft wie Borussia Mönchengladbach. Auf der anderen Seite haben wir vielleicht auch weniger Geld zur Verfügung.“

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In Belgien und in den Niederlanden ist die Saison vorzeitig beendet – zwei grundsätzlich spannende Märkte für Borussia. Keiner weiß, wie es in anderen kleinen Ligen weitergeht, welche Türchen sich öffnen. Wie verkraften die großen Fünf (England, Spanien, Deutschland, Italien, Frankreich) das nie zuvor erlebte Szenario? Die Zahl der Fragen übersteigt die der Antworten um ein Vielfaches.

Marco Rose will „ambitioniert“ bleiben

Die „große Herausforderung“ sehe er allerdings entspannt, so Rose: „Wir werden am Ende der Saison sehen, was geht und was nicht geht. Wir glauben, dass wir eine ganz gute Mannschaft zusammen haben. Natürlich bist du als Verein immer daran interessiert, wir haben ja auch eine neue Spielidee entwickelt, da Dinge weiter voranzubringen. Wir werden ambitioniert versuchen, das umzusetzen, was geht. Und was nicht geht, können wir halt nicht machen. So einfach ist das.“

„Ambitioniert“ ist ein Lieblingswort, das Rose trotz der Krise nicht scheut. Sportlich forderte er für den Rest der Saison bereits: „Möglichst groß denken.“ (hier lesen Sie mehr)

Sorgen, dass Eberls grüner Filzstift eintrocknen könnte, haben sie bei Borussia nicht.

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