Nach Karim Adeyemi verweigert der nächste BVB-Profi nach seiner Auswechslung den Handschlag mit Niko Kovac. Der BVB-Trainer kann das nicht nachvollziehen.
„Egal, wann und wie“Handschlag verweigert: Kovac mit Ansage

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Serhou Guirassy reagierte mit Unverständnis auf seine Auswechslung.
Aktualisiert
Borussia Dortmund hat das Bundesliga-Topspiel bei Bayer Leverkusen gewonnen – und ist durch den 2:1-Auswärtssieg in der Tabelle an der Werkself vorbeigezogen.
Nach dem 4:0 in der Champions League gegen den FC Villarreal das zweite Erfolgserlebnis innerhalb weniger Tage. Doch ein BVB-Profi verbreitete am Samstagabend (29. November 2025) miese Stimmung!
Niko Kovac über Guirassy: „Wenn einer ihm die Stange hält ...“
Stürmer Serhou Guirassy wurde in der 60. Minute beim Stand von 1:0 für die Gäste ausgewechselt – und verweigerte Trainer Niko Kovac den Handschlag. Der BVB-Coach guckte seinem Torjäger entgeistert hinterher.
Nach dem Spiel war Kovac darum bemüht, die Szene herunterzuspielen. „Ich weiß ja, dass das jetzt natürlich ein Thema sein wird, aber unnötig. Nach dem Spiel haben wir uns auf dem Platz ausgesprochen bzw. ich habe ihm das auch erklärt“, so der Dortmunder Coach im Sky-Interview.
Guirassy spielt immer wieder mit Wechselgedanken, soll eine Ausstiegsklausel für diverse Topvereine haben. In der Bundesliga schwächelte er zuletzt ein wenig, traf in den vergangenen acht Einsätzen nur einmal – beim 1:0-Sieg in Augsburg.
Kovac hält aber zu seinem Stürmer, wie er betonte. Auch deshalb konnte er den verweigerten Handshake nicht so recht nachvollziehen. „Also wenn einer dem Serhou die Stange hält, dann bin das mit Sicherheit ich, egal, wann und wie“, so der Kroate: „Und dann muss er das auch mal akzeptieren, dass ich ihn auswechsele.“ Später betonte er: „Ich bin jetzt 54 Jahre alte. Vielleicht hätte ich vor ein paar Jahren anders reagiert.“
Während es dann also doch noch einen kleinen öffentlichen Rüffel für den Torjäger aus Guinea gab, geriet Kovac bei zwei anderen seiner Profis ins Schwärmen.
Karim Adeyemi, der noch vor rund einem Monat ebenfalls wütend auf eine Auswechselung reagiert hatte, köpfte diesmal das 2:0 des BVB und bekam ein Sonderlob von seinem Coach. „Karim ist vom lieben Gott geküsst worden. Er hat so eine Geschwindigkeit, so eine Wucht und die muss er noch viel mehr ausnutzen und auch einsetzen. Man hat gesehen, dass er Eins gegen Eins gehen kann, wenn er die Tiefe beläuft, besprintet, dann ist er stark“, erklärte Kovac. „Und jetzt attackiert er den ersten Pfosten und er hat eine Sprungkraft, er hat Federn drin, das ist unglaublich. Also so hoch habe ich noch nie einen Spieler springen sehen.“
Auch den BVB-Torschützen zum 1:0, Aarón Anselmino, hob Kovac heraus – allerdings nicht so sehr wegen seines Tores: „Heutzutage wollen alle Verteidiger nur noch aufbauen. Aber ich finde das in Deutschland ganz gut: Innenverteidiger – das sagt das Wort ja schon. Das Verteidigen sollte Nummer eins sein und das macht der Junge vorzüglich“. Kovac weiter: „Er ist ein Profi durch und durch und ich liebe solche Spieler, die mit Hingabe diesen Beruf ausführen und mit Leidenschaft Fußball spielen.“

