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Ausverkauf beim Geld-KlubNewcastle verkloppt seine Stars – und bald auch das Wappen?

Nick Woltemade guckt skeptisch.

Copyright: IMAGO/Pro Sports Images

Nick Woltemade bekommt in Newcastle neue Kollegen.

Der Geld-Gigant wird zum Ramschladen! Newcastle United stößt seine Top-Spieler ab. Die große Vision der Scheichs liegt in Trümmern.

Ein Witz macht im Internet die Runde und er trifft den Nagel auf den Kopf: Für 50 Millionen Pfund verkauft Newcastle United jetzt auch die Seepferdchen aus seinem Logo.

Was als Scherz gemeint ist, steht sinnbildlich für die krasse Wende bei den „Magpies“. Die Hoffnung, die Fußballwelt zu erobern, ist verflogen. Anstelle von Titel-Träumen regiert der Ausverkaufs-Blues beim finanzstärksten Verein der Welt, denn die besten Spieler müssen gehen.

Radikaler Kurswechsel: Die Stars müssen gehen

Dabei sah alles so vielversprechend aus. Im Oktober 2021 stieg der saudische Staatsfonds PIF ein und erwarb 80 Prozent der Clubanteile. Der Verein wurde mit scheinbar grenzenlosem Kapital neu aufgestellt. Ungefähr 320 Millionen Euro wurden in den ersten drei Transferperioden für Verstärkungen ausgegeben, und der Erfolg auf dem Platz ließ nicht lange auf sich warten.

Coach Eddie Howe brachte die Mannschaft 2022/23 nach zwei Jahrzehnten zurück in die Champions League. 2025 folgte mit dem Gewinn des League Cups sogar die erste Trophäe seit 70 Jahren. 

Aber auf eine enttäuschende Spielzeit, die mit dem Ausscheiden in der Königsklasse gegen Barcelona und einem Fall ins Tabellenmittelfeld endete, folgte eine unerwartete Reaktion der Besitzer. Statt einer neuen Shopping-Tour wurde ein rigoroser Ausverkauf gestartet.

Mittelfeld-Stratege Sandro Tonali ging für 108 Millionen Euro zu Tottenham. Für 80 Millionen Euro schloss sich Flügelspieler Anthony Gordon dem FC Barcelona an. Mannschaftsführer Bruno Guimaraes ist für 87,5 Millionen Euro so gut wie auf dem Weg zum FC Arsenal. Lewis Hall könnte ihm für 70 Millionen zu Manchester United folgen.

An ihre Stelle treten nun junge Talente mit Potenzial. Vier U21-Akteure wurden für eine Gesamtsumme von 130 Millionen Euro geholt. Die höchste Ablöse, 50 Millionen Euro, floss für Bazoumana Toure von der TSG Hoffenheim. Laut einem Bericht von Sky UK dient intern nun Borussia Dortmund als Vorbild für diese neue Ausrichtung. Ein gewagtes Unterfangen, da das etablierte Mannschaftsgefüge zerfällt. Das berichtet „SPOX“.

Zur neuen Philosophie passend, verließ auch Erfolgscoach Eddie Howe den Verein. Sein Amt übernimmt der 38 Jahre alte Deutsche Matthias Jaissle. Er kommt vom saudischen Verein Al-Ahli, der sich ebenfalls im Besitz des PIF befindet. Bei seiner früheren Station RB Salzburg hat Jaissle bereits gezeigt, dass er ein Händchen für die Entwicklung junger Spieler hat.

Hinter diesem drastischen Strategiewechsel stecken mehrere Ursachen. Finanzielle Vorschriften von Premier League und UEFA setzen dem unlimitierten Geldeinsatz durch Eigentümer Grenzen. Geschäftsführer David Hopkinson, der Ende 2025 noch die Vision vom „beste Verein der Welt“ bis 2030 verkündete, redet jetzt von einem „Newcastle 1.0“. Dieses habe „über seinen Verhältnissen gelebt“. Nun sei der Moment gekommen, „die Kreditkartenrechnung zu bezahlen“. Die neue Devise heißt „Newcastle 2.0“ und steht für jung, hungrig und nachhaltig.

In der Fangemeinde mischen sich Einverständnis und erhebliche Bedenken. „Die Fans sind sich einig, dass die Ablösesummen für Gordon und Tonali gute Geschäfte sind“, erläutert Blogger Jamie Smith vom Fan-Magazin The Mag. „Der Abgang von Bruno schmerzt mehr.“ Zwar bestehe die Hoffnung auf einen frischen Start, aber gleichzeitig auch „echte Angst vor einem Abstiegskampf“ wegen der mangelnden Erfahrung der neuen Mannschaft.

Die veränderte Wirklichkeit ist ein harter Schlag für den Verein. Hoffnungsvolle Nachwuchsspieler wie Johan Manzambi oder Victor Munoz gaben Newcastle bereits einen Korb und wählten andere Klubs. Die mangelnde Aussicht auf europäische Wettbewerbe schreckt ab. Zusätzlich beunruhigt die Anhänger, dass seit langem versprochene Bauvorhaben, etwa ein modernes Trainingsgelände oder die Modernisierung des Stadions, stillstehen. 

Der Saisonstart mit dem Heimspiel gegen Liverpool ist nur noch zwei Wochen entfernt, aber die zukünftige Aufstellung des Teams ist völlig unklar. Wenigstens eine Sache ist gewiss: Die zwei Seepferdchen im Vereinslogo werden allen Spötteleien zum Trotz erhalten bleiben. (red)

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