Letzter DFB-Gegner 2021 Armenien-Hoffnungsträger wollte eigentlich nie für Nationalteam spielen

Lucas Zelarayán tritt im Trikot von Armenien in der WM-Quali gegen den Ball.

Lucas Zelarayán 11. Oktober 2021 bei seinem zweiten Länderspiel für Armenien in der WM-Quali in Rumänien.

Armenien wartet in der WM-Quali als letzter Gegner auf die deutsche Nationalmannschaft. Beim Außenseiter vom Kaukasus spielt seit kurzem mit dem „Chinesen“ Lucas Zelarayán eine neue Offensiv-Waffe mit.

Jerewan. Hansi Flick (56) hat mit der deutschen Nationalmannschaft die Qualifikation für die WM 2022 in Katar längst in der Tasche, das abschließende Spiel in Armenien ist für die DFB-Auswahl am Sonntag (14. November 2021, 18 Uhr/RTL) nur noch ein besseres Schaulaufen.

Für den Fußballzwerg vom Kaukasus ist das Spiel gegen den Weltmeister von 2014 dagegen eines der großen Highlights des Jahres. Und das Team des spanischen Kult-Trainers Joaquín Caparrós (65) ist heiß auf eine Überraschung gegen den turmhohen Favoriten aus Deutschland.

Immerhin gibt es neben dem früheren Bundesliga-Profi Henrikh Mkhitaryan (32) seit kurzem einen zweiten Star im Nationalteam, der es mit der deutschen Hintermannschaft aufnehmen will: Lucas Zelarayán (29), laut „Transfermarkt.de“ mit einem Marktwert von acht Millionen Euro der zweitwertvollste Spieler im Kader.

Lucas Zelarayán neuer Hoffnungsträger in Armenien

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Seit der vergangenen Länderspielpause geht der offensive Mittelfeldspieler für Armenien auf Torejagd. Erst mit 29 Jahren feierte der technisch starke Spielgestalter im Oktober gegen Island (1:1) sein Debüt und fügte sich gleich mit einem Assist ein. Die bitteren Niederlagen gegen Rumänien (0:1) und am Donnerstag (11. November) gegen Nordmazedonien (0:5), die alle WM-Träume platzen ließen, konnte Zelarayán jedoch nicht verhindern.

Lange Zeit schon hoffte er auf eine Nominierung für die Nationalmannschaft – statt Armenien sollte es allerdings sein Heimatland Argentinien sein! Schließlich ist der „Chinese“, wie Zelarayán schon seit Kindheitstagen von Freunden und Teamkollegen gerufen wird, gebürtiger Argentinier. Der armenische Ursprung seiner Familie geht dagegen weit zurück.

„Ich wusste von meinen armenischen Wurzeln, aber ich hatte keine starke Verbindung zur armenischen Gemeinde in Argentinien. Deshalb habe ich Zeit gebraucht, um die Entscheidung zu treffen“, zitierte der armenische Verband FFA Zelarayán nach dessen erster Nominierung: „Ich habe im September mit meiner Familie gesprochen und mich dann entschlossen, dabei zu sein.“

Ein entscheidender Faktor: Eine Sprachbarriere gibt es durch Trainer Caparrós und dessen spanischsprachige Assistenten nicht, Zelarayán konnte ohne Eingewöhunungszeit loslegen.

Armenien als Plan B für Argentinier Lucas Zelarayán

Schon länger warb Armenien um den schussstarken Rechtsfuß, der sich mit der Entscheidung aber viel Zeit ließ und bis zuletzt noch von der „Albiceleste“ träumte. „Ich war am Anfang nicht überzeugt und hatte die Hoffnung, für Argentinien zu spielen“, gab er kurz vor dem Armenien-Debüt offen zu. Doch weil Nationaltrainer Lionel Scaloni (43) in drei Jahren Amtszeit seit 2018 nicht anrief, ging Zelarayán zu Plan B über.

Stand eine Nominierung während seiner vier Jahre in Mexiko bei Top-Klub Tigres UANL zwischenzeitlich durchaus in Aussicht, sanken die Chancen nach dem Wechsel für 7 Millionen Euro in die MLS zu Columbus Crew Anfang 2020 wieder deutlich. Zwar gehört Zelarayán in der US-Liga zu den stärksten Offensivspielern, an Top-Niveau reicht das Level aber definitiv nicht heran.

Lucas Zelarayán hofft mit Armenien auf Teilnahme an EM 2024 in Deutschland

Top-Spiele wie jetzt gegen Deutschland zählen also auch für den dreimaligen mexikanischen Meister zu den großen Highlights. Zum Zeitpunkt der Nominierung hoffte er sogar noch auf Platz zwei in der deutschen Quali-Gruppe und damit den Sprung in die Play-offs um einen der begehrten Plätze in Katar.

Spätestens mit dem Heim-Debakel gegen EM-Teilnehmer Nordmazedonien am Donnerstag sind allerdings alle Hoffnungen auf die WM 2022 schon vor dem Quali-Finale gegen die DFB-Auswahl dahin. Deutschland ist für Armenien und Zelarayán dennoch das entscheidende Stichwort: Nach der verpassten Weltmeisterschaft ist die EM 2024 in der Bundesrepublik das nächste große Ziel.

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