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Abreise aus SpanienFC-Boss: „Lange nicht mehr so erlebt“

Thomas Kessler zieht nach dem Trainingslager ein positives Fazit – und lobt einen Youngster.

Das Trainingslager ist geschafft, am Freitag geht es für den 1. FC Köln zurück nach Deutschland. Allerdings nicht nach Köln, sondern nach Memmingen.

Am Samstag (15.30 Uhr/Sky und im EXPRESS.de-Liveticker) ist der FC dann beim 1. FC Heidenheim gefordert. Sportdirektor Thomas Kessler zog einen Tag vor der Abreise ein positives Fazit. Zudem sprach er über die Kader-Qualität, Youngster Fynn Schenten und die Kritik an Trainer Lukas Kwasniok.

Kessler: „Wir werden uns wehren müssen“

Kessler über ...

... sein Fazit zum Trainingslager: „Wir haben hier gute Bedingungen vorgefunden. In Köln liegt viel Schnee, es soll Freitag und Samstag nochmal frisch werden. Wir hatten hier einen guten Test gegen Lugano, der uns darauf vorbereitet hat, was uns in Sachen Intensität und Zweikampfhärte in Heidenheim erwarten wird. Wenn wir in Köln geblieben wären, hätten wir sehr schwierige Trainingsbedingungen gehabt. Das Wetter war auch nicht sommerlich hier. Wir hatten gute Plätze, ich habe lange Zeit nicht mehr so gute Plätze erlebt, wie wir sie hier hatten.“

... die Stimmung im Team: „Ich hatte den Eindruck, dass die Mannschaft das gut aufgenommen hat. Wenn man gesehen hat, wie wir das Testspiel und auch die Trainingstage danach bestritten haben, war das von einer hohen Intensität geprägt. Ich habe eine gute Stimmung in der Mannschaft wahrgenommen. Es ist zum Start in ein neues Jahr meistens nicht so schlecht, wenn man den einen oder anderen daran erinnert, worauf es in den nächsten Wochen ankommt. Wir hatten die Möglichkeit, das ein oder andere Gespräch zu führen. Ich nehme die Mannschaft sehr fokussiert wahr.“

... das Spiel in Heidenheim: „Ich erwarte ein hochintensives Spiel. Die Tabellensituation ist klar. Es ist keine Überraschung, dass Heidenheim zuhause sehr unangenehm zu bespielen ist. Wir werden uns wehren müssen und unsere beste Leistung abrufen.“

Thomas Kessler geht lächelnd über den Trainingsplatz.

Thomas Kessler im Trainingslager. Er reist mit guten Eindrücken ab.

... Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey: „Er hatte Reise-Strapazen, war fast zweieinhalb Tage unterwegs. Es ist nicht alles glatt gelaufen. Man muss ihm ein bisschen Zeit geben, um anzukommen.“

... die Kader-Qualität: „Ich glaube, dass wir grundsätzlich die Qualität in der Mannschaft haben, gut in das Jahr zu starten. Wir haben gesagt, dass wir die ein oder andere Anpassung im Kader vornehmen – was auch an der Verletzungssituation liegt. Jetzt konnten wir zumindest mal einen Spieler hinzuholen, der uns eine weitere Option bietet. Wir sind total überzeugt von der Qualität, die wir hier haben.“

... die Vertragsverhandlungen mit Eric Martel: „Es gibt aktuell keine Gespräche. Es ist kein Thema für uns, den Spieler im Winter abzugeben. Wenn die Transferphase vorbei ist, werden wir sicherlich die Gespräche intensivieren.“

... Sturm-Youngster Fynn Schenten: „Ich finde es sehr positiv, dass er so einen guten Eindruck hinterlassen hat. In der Youth League hat er auf Top-Niveau die Möglichkeit, sich zu zeigen. Da hat er auf sich aufmerksam gemacht und deswegen die Chance bekommen, oben bei uns dabei zu sein. Dabei hat er gezeigt, dass er mit seinem Torabschluss, seiner Wucht und seinem Tiefgang uns eine Hilfe sein kann. Inwiefern der Trainer sich traut, diese Qualitäten einzusetzen und wie er sich auf dem Niveau der Bundesliga macht, können wir heute noch nicht beantworten. Ich finde es sehr positiv, dass Lukas einen Blick in die Akademie hat.“

... die Situation im Angriff: „Wir haben unterschiedliche Profile bei uns im Kader. Es gibt Spieler, die haben mehr Tiefgang und einen guten Torabschluss. Fynn bringt mit 36 km/h im Zentrum Tempo mit, das sonst niemand hat bei uns aus den vorderen Spitzen. Das Tempo, das wir haben, kommt eher über die Außen. Ich finde uns grundsätzlich in der Offensive gut aufgestellt. Deswegen sehe ich da keinen Handlungsbedarf, dem Kader noch etwas hinzuzufügen.“

... Trainer Lukas Kwasniok: „Ich sehe ihn unverändert. Er ist sehr kommunikativ, wir sind in einem guten Austausch und ich finde, dass er auch in einem guten Austausch mit der Mannschaft und dem Staff ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass man den Trainer mehr beobachtet, wenn die Siege ausbleiben. Ich bin lange genug dabei, um den Standort zu verstehen. Am Ende steht und fällt es sowieso mit dem, was auf dem Platz passiert.“

... die Stimmung, die sich zuletzt gedreht hat: „Wenn du beim 1. FC Köln keine Erfolge hast, wirst du kritisiert – und das auch zu Recht. Ich kann nur daran appellieren, die Situation realistisch einzuschätzen. Natürlich ist die Situation im unteren Tabellendrittel eng und du musst punkten, um nicht da unten reinzurutschen. Dass der ein oder andere Kölner aufgrund der Erlebnisse der letzten Jahrzehnte mal schneller nervös wird, ist für mich auch völlig normal. Für mich ist wichtig einzuordnen, was wir in der täglichen Arbeit leisten. Die Leute werden sich schnell wieder freuen, wenn wir gute Spiele machen und punkten. Vor einem Jahr hätten wir die Tabellensituation alle so unterschrieben.“

... den Kader-Umbruch: „Wir haben im Sommer sehr viel gemacht, was medial für Furore gesorgt hat. Nach der Transfersperre war es einfach nötig, der Mannschaft frisches Blut zuzuführen. Aber auch, als es öffentlich sehr positiv wahrgenommen wurde, habe ich trotzdem versucht, es sehr rational einzuordnen. Ich wusste, dass wir dennoch viele Spieler in der Mannschaft haben, die auf diesem Niveau noch keine Bundesliga gespielt haben. Es war klar, dass es nicht in jeder Phase funktioniert. Wir wollen Stück für Stück versuchen, den Kader an die Bundesliga anzupassen. Das Wichtigste dafür ist, dass wir die Bundesliga erhalten.“