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Fan-Wut auf Modeste Pfeifkonzert, Spott-Plakate & Kritik-Hagel: So tröstet Baumgart den Ex-FC-Star

Steffen Baumgart und Anthony Modeste nach dem Bundesliga-Sieg des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund am 1. Oktober 2022

Steffen Baumgart und Anthony Modeste nach dem Bundesliga-Sieg des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund am 1. Oktober 2022

Frust-Rückkehr für Anthony Modeste. Der Ex-Stürmer des 1. FC Köln bekam bei der 2:3-Niederlage mit Borussia Dortmund viel Fan-Wut ab und steht in der Kritik. Zum Ärger von Steffen Baumgart.

Als FC-Held wurde Anthony Modeste (34) auf Händen durchs Rhein-Energie-Stadion getragen – bei seiner Rückkehr mit dem BVB pfiffen ihn die Kölner Fans nieder! Für den Franzosen war die 2:3-Pleite beim Ex-Klub der nächste Torlos-Auftritt in Schwarz-Gelb, es hagelt heftige Kritik von allen Seiten. Doch Steffen Baumgart (50) nimmt ihn in Schutz.

Statt sich in seinem alten Wohnzimmer aus der Krise zu schießen, erlebte Modeste (79 Treffer in 157 FC-Spielen) bei der spektakulären Niederlage seiner Dortmunder am Samstag (1. Oktober 2022) einen neuen Tiefpunkt.

Kessler über Modeste-Pfiffe: Liebe im Profi-Fußball kann sich drehen

Schon eine halbe Stunde vor Anpfiff begann sein Spießrutenlauf: Als Tony zum Aufwärmen aus den Katakomben kam, erntete er ein gellendes Pfeifkonzert, das sich beim Verlesen der Aufstellung fortsetzte und nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Spiel war.

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Magere 27 Ballkontakte – bei jedem einzelnen schallte ihm die Fan-Wut entgegen. Dazu Spott-Plakate wie: „Schön, dat do fott bes“ und „Wer fällt wegen Geld durch den Loyalitätstest?“ – als Anspielung auf den Modeste-Song. Alles vor den Augen seiner Familie, die noch immer in Köln wohnt und auf der Tribüne saß. Tony war anzusehen, wie sehr ihn die gnadenlose Ablehnung von den Rängen trifft!

Bei den beiden einzigen Europapokal-Einzügen der vergangenen 30 Jahre hatte er jeweils als Top-Torjäger für den FC geglänzt. Nach seinem zweiten Köln-Abgang ist allerdings sämtliche Liebe der Anhänger verflogen…

Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler (36) zu EXPRESS.de: „Im Fußball geht es sehr emotional zu. Wenn es eine Phase gab mit unheimlich viel Liebe für eine Person, kann sich das natürlich drehen, wenn man sich entscheidet, den Weg eines Klubs nicht mehr mitzugehen.“

Brandt über Anthony Modeste: „Bei ihm muss der Knoten mal platzen“

Anfang August hatte Modeste die Geißböcke für fünf Millionen Euro (plus sechs Millionen Gehalt) verlassen, um beim BVB im Herbst seiner Karriere erstmals Champions League zu spielen. Bislang ein teures Missverständnis. Die Pleite in Köln war sein sechstes Pflichtspiel in Serie ohne eigenen Treffer, überhaupt gelang ihm erst ein Tor in Schwarz-Gelb.

Die FC-Abwehr meldete Tony am Samstag komplett ab. „Man kennt sich, man weiß, was den anderen auszeichnet“, so Timo Hübers (25), der sich hitzige Duelle mit ihm lieferte: „Es gab ein paar Nickligkeiten, aber weniger auf die Personalie des Ex-Spielers bezogen. Das waren Dinge, die bei einem Stürmer-Innenverteidiger-Duell dazugehören.“

Überhaupt war die viel besprochene Rückkehr des Ex-FC-Stars nur ein Randaspekt für Kölns Abwehrboss: „Es schmeckt besonders süß, weil wir gegen Borussia Dortmund gewonnen haben. Das ist die Schlagzeile – und nicht, dass wir Özcan und Modeste nach Hause geschickt haben.“

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Der BVB allerdings kann das Torlos-Thema nicht so leicht wegreden. „Bei ihm muss der Knoten mal platzen“, sagt Teamkollege Julian Brandt (26) und bringt Modestes Problem auf den Punkt: „Es ist nicht einfach für ihn, weil sich das Dortmunder Spiel nicht über Flanken definiert.“

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Steffen Baumgart: „Modeste wird Qualität noch auf den Platz bringen“

Anders als beim FC, wo der Routinier in seiner vergangenen 20-Tore-Saison allein zehnmal per Kopf geknipst hatte – und vergöttert wurde. Beim BVB nennen ihn Experten und Fans nun „Störfaktor“, „Totalausfall“ oder „Fremdkörper“.

Didi Hamann (49) wurde nach der Pleite in Köln bei „Sky“ besonders deutlich, fordert sogar Tonys Startelf-Rauswurf: „Sie spielen im Moment zu zehnt. Er kommt gar nicht mehr in die Räume, um den Ball zu attackieren. Es ist dringend an der Zeit, dass Moukoko seine Chance bekommt.“

Steffen Baumgart machen solche Verbal-Angriffe regelrecht wütend, der FC-Coach verteidigt seinen Ex-Stürmer leidenschaftlich: „Tony hat eine große Qualität und wird sie auch noch auf den Platz bringen. Man sollte nicht immer so tun, als ob man von draußen alles besser weiß. Der Junge arbeitet hart.“

Vor Anpfiff hatte er Modeste herzlich umarmt. Dieser war nach der Seitenwahl zur FC-Bank gerannt, um jeden Spieler und Verantwortlichen abzuklatschen. Nach Abpfiff musste Baumgart den 34-Jährigen dann trösten, gab ihm mit auf den Weg: „Bleib bei dir, bleib klar.“

Borussia Dortmunds Anthony Modeste klatschte am Samstag (1. Oktober 2022) vor Anpfiff alle Spieler und Betreuer des 1. FC Köln ab.

Borussia Dortmunds Anthony Modeste klatschte am Samstag (1. Oktober 2022) vor Anpfiff alle Spieler und Betreuer des 1. FC Köln ab.

BVB-Coach Edin Terzic (39) will weiterhin auf den Ex-Kölner setzen, sagt: „Wir brauchen Tony, um Spiele erfolgreich zu gestalten. Und er braucht uns, damit er seine Tore schießt.“

Baumgart hätte übrigens nichts dagegen, wenn er den ausgepfiffenen Modeste noch immer in seinen Reihen hätte: „So eine Qualität, wie sie Tony hat, fehlt uns. Die Jungs tun alles und arbeiten, aber da sind schon Qualitäts-Unterschiede – die wir versuchen, aufzuholen.“ Dabei ist sein FC auf einem guten Weg.

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