„Habe Probleme mit dem Drumherum“ Baumgart angefressen – so will der FC den Pleiten-Hattrick verhindern

Steffen Baumgart kommt vom Abschlusstraining des 1. FC Köln.

Steffen Baumgart nach dem Abschlusstraining am Freitag (21. Januar 2022) am Geißbockheim

Diese englische Woche hatte sich der 1. FC Köln anders vorgestellt. Erst die Klatsche gegen den FC Bayern München, dann flog das Team von Steffen Baumgart aus dem DFB-Pokal. Jetzt geht's zum VfL Bochum.

Nach drei Siegen in Serie droht Köln die dritte Niederlage in einer Woche! Steffen Baumgart (50) wirkt angefressen, will mit dem FC in Bochum den ersten Pleiten-Hattrick der Saison verhindern. Kann der Trainer den Pokal-Frust in neue Liga-Euphorie umwandeln?

Das Elfer-Drama gegen den HSV hat Spuren hinterlassen. Das war Baumgart bei der Pressekonferenz vor dem Bochum-Spiel (Samstag, 22. Januar 2022, 18.30 Uhr, Sky) deutlich anzumerken. Wobei nicht allein das Ausscheiden an ihm nagt, sondern auch die Diskussion um seine Rotation.

Steffen Baumgart: „Wir müssen damit leben“

Baumgart deutlich: „Ich habe Probleme mit dem Drumherum. Die Spieler selbst sind es gewohnt, gehen eher kühl damit um und sagen: Das ist halt Köln.“ Was genau er mit „Drumherum“ meint, will der 50-Jährige allerdings nicht ausführen.

Fakt ist: In den vergangenen Monaten wurde er gefeiert wie schon lange kein FC-Trainer mehr. Nach dem Pokal-Scheitern gab es erstmals auch Gegenwind für Baumgart, der seine Mannschaft gegen Hamburg (4:5 n.E.) mit sechs Startelf-Wechseln umgebaut hatte. Die Kritik trifft den Köln-Coach, schließlich gehört es zu seiner Trainer-DNA, den ganzen Kader mitzunehmen und allen Spielern Chancen zu geben. Zudem war die Rotation für ihn nicht der Grund für das Aus.

Baumgart zur Medienrunde: „Wir haben ja unterschiedliche Meinungen. Ich glaube, dass die Mannschaft ein gutes Spiel gemacht hat und auch in dieser Aufstellung hätte weiterkommen können. Es geht in unserem Job aber manchmal nicht mehr um die Leistung der Spieler, sondern um das Drumherum. Wir müssen damit leben. Ich kann sagen, dass das nicht so einfach ist – für mich schon gar nicht.“

Steffen Baumgart: VfL Bochum lebt von der Geschlossenheit

Ändert aber nichts daran, dass Baumgart und sein FC-Team den eingeschlagenen Weg weitergehen wollen! „Was die Jungs abreißen, zeigt, dass sie überzeugt davon sind. Diese Überzeugung wollen wir in Bochum auf den Platz bringen.“

Wobei Baumgart mit reichlich Respekt auf das Wiedersehen mit VfL-Coach Thomas Reis (48) blickt, der wie auch Marco Rose (45) und Florian Kohfeldt (39) zu seiner Kumpel-Truppe von der Fußballlehrer-Ausbildung zählt: „Bochum spielt eine sehr gute Saison, sehr aggressiv. Nicht umsonst haben sie so viele Punkte geholt, auch gegen Mannschaften, wo man nicht unbedingt damit rechnen konnte.“

Und im Gegensatz zum FC hat Bochum ordentlich Pokal-Rückenwind, zog gegen Mainz trotz zwischenzeitlichen Rückstands mit 3:1 ins Viertelfinale ein. „Das Pokalspiel zeigt, dass sie eine Mannschaft sind, die nicht aufgibt. Sie leben von der Geschlossenheit“, meint Baumgart.

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Dritter Auswärtssieg in Serie für den 1. FC Köln?

Vor allem zu Hause läuft’s bei den Bochumern, 17 seiner 23 Punkte holte der VfL an der Castroper Straße. Für den Köln-Coach nicht so wichtig: „Ich finde diese Serien immer schwierig. Die einen haben eine Auswärts-Allergie, die nächsten gewinnen ihre Heimspiele nicht. Darauf gebe ich nicht viel.“ Dennoch: Sein FC hat die anfängliche Auswärts-Allergie längst auskuriert, nach zunächst sieben sieglosen Auftritten in der Fremde gewann Köln zuletzt in Wolfsburg und bei Hertha BSC.

Das 3:1 in Berlin zum Rückrunden-Start vor zwei Wochen war gleichzeitig der dritte Liga-Sieg in Folge. Verliert Köln in Bochum, würde Baumgart nach dem 0:4 gegen Bayern und dem Pokal-Aus erstmals auch drei Niederlagen am Stück kassieren. Soll mit Mentalität, Aggressivität und dem gewohnten Offensiv-Fußball verhindert werden!

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„Das wird ein schweres und enges Spiel“, prophezeit Baumgart und betont: „Wir fahren da nicht hin, um als Favorit aufzutreten, sondern müssen uns alle Punkte hart erarbeiten. Ich höre ja, dass es jetzt wieder ein richtungsweisendes Spiel ist. Jedes Spiel ist richtungsweisend, bringt einen nach oben oder unten. Wir wissen, was wir verhindern wollen, der Blick geht immer noch zuerst nach unten. Allein deswegen wollen wir punkten.“

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