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Schneller Schwäbe-Abgang?Vertrag läuft aus: FC könnte Kapitäns-Problem bekommen

Gerade als Kapitän bestätigt, droht nun der Abgang? Die FC-Bosse lassen Marvin Schwäbe bei seinem Vertrag zappeln.

Marvin Schwäbe (31) steht vor einer ungewissen Zukunft beim 1. FC Köln. Sein Vertrag läuft aus, die Bosse zögern. Droht jetzt der plötzliche Abgang?

Gerade erst hat Trainer René Wagner (38) seinen Stammtorwart Marvin Schwäbe im Amt des Kapitäns bestätigt. Eine Entscheidung, die in der Umbauphase des Kaders kaum jemanden verwunderte. Der Coach erklärte mit voller Überzeugung: „Marvin und ich haben ein gutes Verhältnis, wir kennen uns seit fünf Jahren und vertrauen uns. Mit ihm habe ich einfach einen Top-Mann an meiner Seite, der für uns alle durchs Feuer gehen wird.“

1. FC Köln: Bosse auf Tauchstation bei der Personalie Schwäbe

Rein sachlich betrachtet, gab es auch keinen triftigen Anlass für eine Veränderung auf dieser wichtigen Position. Abgesehen von Jan Thielmann (seit 2017 im Klub) ist kein Spieler länger im Verein als Schwäbe, der mit dem Klub schon viel durchgemacht hat – in jede Richtung. Der Schlussmann kam 2021 in die Domstadt und setzte sich gegen den langjährigen Platzhirsch Timo Horn durch.

Selbst nach einem unglücklich kommunizierten Zwischenspiel mit Jonas Urbig kehrte Schwäbe wieder ins Tor zurück. Der gebürtige Hesse ist mit 163 Pflichtspielen ein echter Dauerbrenner und eine Stütze des Teams – auch wenn im Verein und im Umfeld gelegentlich kritische Töne laut werden. Sein Wort hat über die Jahre in der Kabine und öffentlich an Bedeutung gewonnen.

In Köln fühlt sich Schwäbe wohl. Zumindest scheint es so. „Grundsätzlich bin ich sehr, sehr zufrieden und gehe jetzt in mein sechstes Jahr“, äußerte sich der Torwart beim Beginn der Vorbereitung. Er fügte an: „Ich weiß, was ich hier habe. Deswegen bin ich zufrieden, so wie es ist.“

Auf die Nachfrage, ob ein Wechsel in der aktuellen Transferphase denkbar sei, meinte Schwäbe: „Ich glaube nicht.“ Ob er aber auch in der sechsten Spielzeit in Folge für den FC im Kasten stehen wird, kommentierte der Keeper eher ausweichend mit einem Achselzucken: „Ich hoffe!“ Das klingt nicht nach einem klaren Bekenntnis zu einer Zukunft beim FC.

Um den Schlussmann ist eine seltsame Lage entstanden, die für Außenstehende schwer nachvollziehbar ist. Eine Situation, die schneller als gedacht an Fahrt aufnehmen und Wagners Entscheidung für den Kapitän ins Wanken bringen könnte.

Verlässt der Kapitän den Verein noch? Einerseits geht es um Wertschätzung und eine Perspektive. Andererseits darum, was für den Verein mittel- und langfristig die beste Lösung sein könnte.

Schwäbe startet mit einem auslaufenden Arbeitspapier in die neue Spielzeit. Normalerweise möchte man keinen Kapitän, dessen Kontrakt ausläuft. Sein aktueller Vertrag endet am 30. Juni 2027. Die Spielerseite wartet schon länger auf ein Zeichen des FC, um über eine eventuelle Vertragsverlängerung zu verhandeln. Mit 31 Jahren ist Schwäbe Familienvater, in Köln etabliert – und wünscht sich Planungssicherheit.

Doch der Verein, so hört man aus dem Geißbockheim, sieht aktuell keine Veranlassung, Verhandlungen mit dem Keeper zu beginnen. Ein Zeichen, das bei Schwäbe für Unverständnis und sogar Ärger sorgt. Die Seite des Torhüters sondiert daher auch andere Möglichkeiten. Zur Vertragslage sei er aber sowieso der falsche Ansprechpartner, meinte Schwäbe – da müsse man bei anderen nachhaken. Öffentlich will sich aber keine Partei äußern.

Die FC-Führung um Sport-Geschäftsführer und Ex-Keeper Thomas Kessler gibt sich betont ruhig. Das könnte auch an Vertragsinhalten liegen, die kürzlich an die Öffentlichkeit drangen – Details, deren Publikation bei Schwäbes Seite gar nicht gut angekommen sein soll. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

FC sucht bereits Torhüter-Talent für die Zukunft

Laut einem Bericht der „Bild“ verlängert sich das Arbeitspapier des Schlussmanns nach seinem 20. Pflichtspiel in der anstehenden Spielzeit von selbst bis zum 30. Juni 2028. Für einen Stammkeeper ist das normalerweise eine Hürde, die ohne lange Verletzungspausen zu schaffen ist.

Der FC muss in diesem Transfersommer an vielen Stellen nachbessern, räumt der Personalie Schwäbe anscheinend nicht die höchste Priorität ein und sieht deshalb momentan keinen akuten Handlungsbedarf.

Aber: Sollte die Seite von Schwäbe ein auch für den FC annehmbares Angebot vorlegen, zeigt man sich anscheinend verhandlungsbereit. Das müsste dann aber eher früher als später passieren. Denn die Kölner bräuchten natürlich Zeit, um auf dem Transfermarkt auf einen so wichtigen Abgang reagieren zu können.

Der Markt für den FC-Kapitän scheint aufgrund des Gesamtpakets aus Ablöse, Gehalt und Alter klar definiert und liegt wohl in England und Saudi-Arabien. In der Saudi Pro League, wo zum Beispiel die früheren Kölner Torwarttrainer Alexander Bade und Uwe Gospodarek arbeiten, ist finanziell ohnehin vieles denkbar.

Als offenes Geheimnis gilt am Geißbockheim derweil, dass der FC unabhängig von der Personalie Schwäbe auf der Torwartposition schon für die Zukunft plant. Der Klub will sich im Sommer 2026 verstärkt auf internationale Toptalente aus europäischen Spitzen-Akademien – vor allem aus England und Frankreich – konzentrieren, um finanzielle Mehrwerte zu schaffen.

Vollends überzeugt ist die Vereinsführung von Nachwuchskeeper Jacob Esser, dessen Vertrag kürzlich verlängert wurde. Er wird intern als das größte Torwarttalent seit Jonas Urbig gehandelt, jenem Schlussmann, der seit eineinhalb Jahren für den FC Bayern aufläuft und dort als Kronprinz von Manuel Neuer gilt. Esser ist aber erst 16 Jahre alt.

Der erfahrene Ron-Robert Zieler (37) ist Schwäbes direkter Ersatz im Tor und auch Vize-Kapitän. Doch hinter dem allseits geschätzten Weltmeister wird die Personaldecke dünn. Matthias Köbbing (29) füllt als aktuelle Nummer drei seit Jahren die Rolle des Trainingskeepers aus.

Der FC hält daher Ausschau nach einem Torhüter Anfang 20, der schon erste Profi-Einsätze vorweisen kann und viel Potenzial mitbringt – eine Art Übergangslösung zwischen dem etablierten Schwäbe und dem noch sehr jungen Esser.

Doch die Kölner Führung weiß am besten, dass Top-Talente wie Urbig selbst im Grüngürtel nicht auf Bäumen wachsen. Solche Spieler aufzuspüren ist eine Herausforderung, sie zu bekommen eine noch größere. Beim FC ist derzeit noch einiges im Schwebezustand – nicht nur Schwäbes Zukunft. (red)

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