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„Nicht in den Armen liegen“Erste Wagner-Niederlage erinnert an Kwasniok

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Für Trainer René Wagner geht es auch um eine langfristige Zukunft beim 1. FC Köln. Gegen Leverkusen zeigte seine Mannschaft trotz 1:2-Niederlage eine gute Leistung. Trotzdem erinnert einiges an Vorgänger Lukas Kwasniok.

Er hatte sich so viel vorgenommen mit seiner Mannschaft. Er wollte unbesiegt bleiben. Und er wollte im Derby drei Big Points im Abstiegskampf einfahren. Doch ausgerechnet gegen Bayer Leverkusen kassierte Trainer René Wagner (37) seine erste Niederlage als Cheftrainer des 1. FC Köln.

Am Samstag (25. April 2026) gab es eine bittere 1:2-Niederlage gegen den Rivalen von der anderen Rheinseite. Zuvor hatte Wagner in drei Spielen fünf Punkte geholt – 2:2 in Frankfurt, 3:1 gegen Bremen und 1:1 auf St. Pauli.

Bayer Leverkusen nach Köln-Spiel selbstkritisch

Keine Frage, das Spiel gegen Leverkusen war die beste FC-Leistung unter Wagner. Doch der Gegner präsentierte sich auch unterirdisch. Leverkusen war am Samstag definitiv mehr als verwundbar. Ein solches Spiel mit 25:8 Torschüssen darf Köln eigentlich niemals verlieren.

Bayer-Coach Kasper Hjulmand (54) fand auch deutliche Worte für die eigene Leistung: „Es war schwierig. Wir sind sehr, sehr froh über die drei Punkte. Fußball ist verrückt manchmal. Vergangene Woche hatten wir 36 Torschüsse gegen Augsburg und haben ein gutes Spiel gemacht und trotzdem verloren. Jetzt war es andersherum. Wir müssen sehr kritisch sein mit unserer Leistung, wenn wir dieses Spiel analysieren. Wir haben Glück gehabt und einen guten Torwart.“

Und beim FC bleibt die Erkenntnis: gut gespielt und verloren. Wieder einmal. Denn schon unter Wagners Vorgänger Lukas Kwasniok (44) gab es dieses Szenario zu sehen. Köln spielte gegen Top-Gegner gut mit, stand aber am Ende mit leeren Händen da. 

Beispiele gibt es genug: 1:2 gegen den VfB Stuttgart, 0:1 bei Borussia Dortmund, 1:3 gegen Bayern München, 1:2 gegen RB Leipzig oder 1:2 gegen den BVB. Dabei waren die Gründe vielschichtig: schlechte Chancenverwertung, kurze Momente der Unachtsamkeit in der Abwehr, krumme VAR-Entscheidungen – oder alles zusammen. Wie jetzt beim 1:2 gegen Bayer.

Der FC hatte 25:8 Torschüsse, bekam einen unglücklichen Handelfmeter gegen sich, ohne dass Schiri Robert Hartmann sich die Martel-Szene nochmals anschaute, und beim 0:2 pennten Sebastian Sebulonsen und Cenk Özkacar. In Summe sind es immer nur Kleinigkeiten, die die FC-Mannschaft von den Top-Teams der Liga trennen.

Das einzig Gute trotz der zahlreichen unnötigen Niederlagen: Köln hat nach den vielen knappen Pleiten das beste Torverhältnis unter den Keller-Teams: Mit minus acht Treffern steht man hervorragend da. Bei der Konkurrenz sieht es düster aus: HSV -16, Pauli -27, Wolfsburg -25 und Heidenheim -31. Das gute Kölner Torverhältnis könnte am Ende das Zünglein an der Waage sein.

Wagner will trotzdem in den verbleibenden Spielen punkten. Am Samstag geht es zu Union Berlin (2. Mai, 15.30), danach kommt Schlusslicht Heidenheim nach Köln (10. Mai). Am letzten Spieltag geht es zu Bayern München (16. Mai).

Nach der unglücklichen Niederlage gegen Bayer meinte Wagner: „Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft, gegen einen Gegner wie Bayer solch eine Leistung zu bringen, ist nicht einfach. Ich bin nur enttäuscht, dass wir für solch eine Leistung nicht belohnt werden und wir uns nicht in der Kabine in den Armen liegen können, um einen Sieg zu feiern.“ Wagner weiter: „Wir müssen trotzdem viel Mut mitnehmen in die nächsten drei Spiele.“

Robert Hartmann gibt im Spiel zwischen dem FC und Bayer Leverkusen Elfmeter.

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