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Nach Köln-Aus freigestelltKwasniok zieht gegen den FC vor Gericht

TV-Interview mit dem damaligen FC-Trainer Lukas Kwasniok.

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Lukas Kwasniok trainierte den 1. FC Köln in der vergangenen Spielzeit.

Lukas Kwasniok ist mit den Konditionen nach seinem Aus beim 1. FC Köln nicht zufrieden und geht jetzt gerichtlich gegen den alten Arbeitgeber vor.

Seit seinem Abgang beim 1. FC Köln am 22. März herrscht Funkstille um Lukas Kwasniok. Gerüchte gab es zwar um den Karlsruher SC und den VfL Wolfsburg, doch konkret wurde nichts. Einen neuen Trainerjob hat Kwasniok bis heute nicht.

Nach seiner kurzen und unruhigen Amtszeit von nur neun Monaten am Geißbockheim standen die Interessenten in diesem Sommer noch nicht wieder Schlange. Dabei hatte Kwasniok davor beim SC Paderborn über Jahre hinweg erfolgreich gewirkt und stünde dem Markt eigentlich zur Verfügung.

Streit ums Geld zwischen Kwasniok und dem FC

Doch statt eines neuen Vereins beschäftigt sich der Ex-FC-Coach nun mit seinem alten Arbeitgeber. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag (10. September 2026) berichtet, verklagt Kwasniok den 1. FC Köln vor dem Arbeitsgericht.

Demnach ist Kwasniok offiziell noch beim FC angestellt und kassiert weiter Gehalt. Das würde auch seine Gelassenheit bei der Suche nach einem neuen Job erklären. Im Kontrakt soll eine Klausel stehen: Bei einer frühzeitigen Beurlaubung bekommt Kwasniok bis zum Saisonende 2025/26 sein volles Salär (eine Million Euro Grundgehalt pro Jahr plus Boni), anschließend aber „nur“ noch 50 Prozent.

Aber genau diese Klausel halten Kwasniok und seine Anwälte nun anscheinend für ungültig. Ihre Forderung: Die komplette Summe muss weiter fließen. Auf Nachfrage bestätigte das Arbeitsgericht in Köln, dass es im August bereits einen Versuch zur gütlichen Einigung gab – ohne Erfolg. Kwasniok sei dabei nicht vor Ort gewesen.

Zur Klärung des Falls hat das Gericht nun einen Kammertermin festgelegt: Am Dienstag, 16. Februar 2027, um 10.45 Uhr. Es wird erwartet, dass Kwasniok dann persönlich erscheinen muss. Über die Höhe des Streitwerts machte das Gericht keine Angaben. Kwasniok äußerte sich zunächst nicht.

Der Coach kam im Sommer 2025 vom SC Paderborn in die Domstadt. Damals legte der FC eine Ablöse von circa einer Million Euro plus möglicher Nachzahlungen auf den Tisch. Ein kostspieliges Engagement für den Verein.

Und Kwasniok ist nicht der Einzige, der gegen seinen Abschied vorgeht: Auch der frühere Co-Trainer Hannes Dold klagt gegen den Klub. Der 33-Jährige hatte diverse Posten inne, war lange Zeit Chefanalytiker. Bis Mitte Februar war er Kwasnioks Assistent, dann wurde Dold beurlaubt.

Sein Gütetermin steht noch bevor: am kommenden Dienstag um 14.15 Uhr in Saal 3 des Arbeitsgerichts Köln. Was genau in den Klagen verhandelt wird, ist noch offen. Das Gericht sprach gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ nur von „Verfahren im Zusammenhang mit Freistellungen“.

Geschäftsführer Philipp Türoff sagte: „Wir bestätigen, dass in den Personalien Lukas Kwasniok und Hannes Dold Termine vor dem Arbeitsgericht anstehen. Der 1. FC Köln hat sich in beiden Fällen vertragsgemäß verhalten. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Details laufender gerichtlicher Verfahren nicht weiter äußern.“

Kwasniok war beim FC unzufrieden mit Assistent Dold

Besonders brisant ist die Geschichte bei Dold: Ausgerechnet Kwasniok soll im Februar seine Degradierung vorangetrieben haben. Der damalige Chefcoach machte Dold als Spezialisten für Standardsituationen angeblich für die vielen Gegentreffer nach ruhenden Bällen verantwortlich. 

Bis zum Ende der Spielzeit hatte der 33-Jährige noch die Aufgabe als „Betreuer Leihspieler“. Im Sommer folgte das endgültige Aus. Der Verein bot ihm zwar eine alternative Stelle an, doch Dold, der gerade erst Vater geworden war, lehnte ab.

Der FC kennt sich mit Klagen vor dem Arbeitsgericht aus – und die Erinnerungen sind nicht die besten. In der Vergangenheit zogen bereits Marketingchef Frank Sahler, Teammanager Denis Lapaczinski, Mediendirektor Tobias Kaufmann und Stiftungsleiterin Nicole Fischer gegen ihre Entlassungen vor Gericht.

Ihre Klagen hatten Erfolg oder führten zu Vergleichen, die den FC teuer zu stehen kamen. Jetzt bahnen sich die nächsten beiden Rechtsstreitigkeiten an, die den Verein noch eine ganze Weile beschäftigen dürften. (red)

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