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Nach FC-BefreiungsschlagKwasniok mit beeindruckendem Bekenntnis

Diese Negativserie hat an allen genagt, die es mit dem 1. FC Köln halten. Auch intern gab es Konflikte und Reibereien. Nach dem 2:1-Sieg über Mainz sprach Lukas Kwasniok über seinen Umgang mit Drucksituationen.

Die Erleichterung war sichtbar und spürbar: Die Spieler lagen sich in den Armen, die Fans sangen und Trainer Lukas Kwasniok (44) sog alle Glücksmomente genüsslich auf.

Mit dem 2:1-Erfolg über Mainz 05 durchbrach der 1. FC Köln endlich den Negativtrend – seit dem 2. November 2025 hatte es keinen Sieg mehr gegeben. Stattdessen nur drei von 24 möglichen Punkten, interne Querelen, deutliche Trainer-Worte im Trainingslager und viel Druck. Es war zwar kein Endspiel für den Coach gegen Mainz, aber für Kwasniok wäre es bei einer weiteren Niederlage mehr als ungemütlich geworden.

1. FC Köln: Kwasniok spricht von drei Punkten „mit gewisser Erleichterung“

Nach dem Befreiungsschlag sprach der FC-Trainer über seinen Gemütszustand. Es gab ein beeindruckendes Bekenntnis, wie er mit Druck im Fußball-Business umgeht. Zunächst stellte er nüchtern klar, welchen Stellenwert der Sieg hat.

„Es gibt drei Punkte mehr. Wenn du länger nicht gewinnst, fühlt sich ein Sieg etwas größer an, aber nüchtern betrachtet gibt es genau drei Punkte. Und wir sollten nüchtern bleiben.“ Dann fügte Kwasniok hinzu: „Aber ja, dieses Mal sind es drei Punkte mit einer gewissen Erleichterung.“

Doch er kann nicht wegreden, dass nach der langen Ergebnisdelle, der Druck im Umfeld immer größer wurde.

Über seine Gemütslage sagte Kwasniok: „Man gewinnt natürlich lieber, als dass man verliert. Aber wenn du beim 1. FC Köln als Aufsteiger einen Vertrag unterzeichnest, bei einem Verein, wo es durchaus wilde Phasen in der Vergangenheit gab, dann gehst du nicht davon aus, dass du nach sieben Punkten aus den ersten drei Spielen locker-flockig durch die Saison marschierst.“

Schon vor Antritt seiner FC-Aufgabe war dem Coach klar, „dass es auch mal Phasen geben wird, die nicht ganz so einfach sind. Diese Phase hatten wir jetzt. Gar nicht in Bezug auf die Leistung, sondern nur auf die Ergebnisse. Da gilt es dann, sachlich zu bleiben und ruhig zu analysieren. Und dir selbst, der Mannschaft und den Menschen um einen herum zu vertrauen.“

Auch in der Krise hatte Kwasniok stets das Gefühl, dass innerhalb des FC-Kosmos viel Vertrauen untereinander herrscht. So wurde weiter fokussiert gearbeitet. „Mehr kannst du nicht machen: Überzeugung zeigen und dann das Schicksal entscheiden lassen. Das Schicksal war gegen Mainz auf unserer Seite“, so Kwasniok.

Ganz konkret auf das Thema Druck angesprochen, sagte der Kölner Trainer: „Wie kann ich jetzt Druck beschreiben? Zwischen der 25. und 45. Minute habe ich das während des Spiels gespürt. Davor eigentlich nicht, wir waren in der ganz normalen Spielvorbereitung mit Training und Analysen. Da ist man immer im gleichen Kreis. Und dann kommen wir ins Stadion und 50.000 Menschen meinen es erst einmal gut mit dir.“

Mit der Stimmung bei Heimspielen lernen die Protagonisten, umzugehen: „Diese Wucht ist ja immer da. Das ,Spürbar anders‘ ist immer da. Jeder geht aber unterschiedlich damit um. Ich habe aufgrund meiner Erfahrungen im Leben die Neigung dazu, dass, wenn der vermeintliche Druck von außen größer wird, ich umso ruhiger und entspannter werde.“

Kwasniok weiter: „Ich werde eher emotionaler, wenn ich das Gefühl habe, dass die Dinge am Einschlafen sind. Jetzt war es von außen ein wenig emotionaler, das ist aber bei mir in der Trainerkabine nicht angekommen. Da war der Fokus tagtäglich auf der Mannschaft.“