Am Mittwoch nutzte Lukas Kwasniok die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg, um sich zu entschuldigen.
FC-Trainer muss einiges klarstellenKwasniok unter Feuer: „Ganz im Gegenteil“
Autor
Es war noch keine Frage gestellt, da übernahm Kölns Trainer Lukas Kwasniok (44) am Mittwoch (25. Februar 2026) das Mikrofon bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Augsburg (Freitagabend, 20.30 Uhr/Sky und Liveticker auf EXPRESS.de). Der Coach hatte ein großes Bedürfnis. Nach dem Spiel gegen Hoffenheim wollte er einige Dinge klarstellen.
Kwasniok war in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken unter Feuer geraten. Nachdem beim Spiel ein 90-jähriger Fan reanimiert werden musste, fand er für viele nicht die passenden Worte. Das wollte er nun richtigstellen.
Lukas Kwasniok spricht Familie von verstorbenem FC-Fan sein Beileid aus
„Es ist gar nicht so einfach, immer die richtigen Worte zu finden. Erst recht nicht nach einem so emotionalen Spiel“, begann Kwasniok, „deshalb möchte ich das hier nachholen. Wenn eine Stille im Stadion ist, dann ist klar, dass etwas vorgefallen ist. Für uns war es aber unübersichtlich während und nach dem Spiel. Mittlerweile haben wir aber den Medien entnommen, dass ein FC-Fan verstorben ist. Es ist logischerweise das Verständlichste dieser Welt, den Angehörigen im richtigen Moment, ich hoffe, dass das jetzt der Fall ist, mein Beileid auszusprechen und ihnen viel Kraft zu wünschen. Es gibt nichts Schlimmeres im Leben, als einen geliebten Menschen zu verlieren.“
Unmittelbar nach dem Spiel wurde der Coach auf den fehlenden Support der Fanszene von der Südkurve angesprochen. Da war er noch im Tunnel des Spiels. Kwasniok sagte, dass dies schade und traurig sei. Zu diesem Zeitpunkt wusste er nicht genau, was im Tribünenbereich passiert war, dass dort ein 90-Jähriger reanimiert werden musste. Zudem zog er einen unglücklichen Vergleich mit der zwölfeinhalbminütigen Rede von Bayern-Trainer Vincent Kompany zu Rassismus, wenige Tage zuvor auf einer Pressekonferenz.
Das kam bei vielen Fans überhaupt nicht gut an. Kwasniok wollte allerdings nur auf die Länge seiner Ausführungen hinweisen – für solche komplexen Themen reichen wenige Minuten eben nicht. „Die Dauer meines Monologs war einzig und allein der Bezugspunkt zum Monolog von Kompany. Erstens ist er ein viel besserer Redner. Zweitens hat er über ein Thema gesprochen, wo es keine zwei Meinungen gibt. Wer da eine andere Meinung hat, der hat Lack gesoffen. Diese Themenfelder jetzt vermischen zu wollen, ist ein bisschen zu viel des Guten. Mir ging es einzig darum, in Anwesenheit des Trainerkollegen keinen zu langen Monolog zu halten.“
Generell stellte der Coach nochmal heraus, wie wichtig die Unterstützung der Fans sei. Gegen Frankfurt gab es einige Minuten keinen Support aufgrund von Protesten gegen die Innenministerkonferenz, gegen Union Berlin gab es zwei medizinische Notfälle, einen gegen Hoffenheim. Und auswärts fehlten bei drei Spielen Teile der Fans. „Unsere Ausbeute liegt bei einem Punkt aus diesen Spielen“, so Kwasniok.
Der Köln-Trainer kann die Gründe nachvollziehen, aber er will auch darauf hinweisen, „dass wir ohne diese Unterstützung schwächer sind. Aber wenn die Werte und die Vereinbarungen in den Kurven so sind, dann gilt es, das zu akzeptieren. Ich habe mich nicht darüber beschwert, ich empfinde es nur als schade und weise darauf hin, dass unsere Chancen geringer sind, wenn wir als Aufsteiger im Elf-gegen-Elf unterwegs sind.“
Am Ende meinte Kwasniok: „Ich hoffe, dass Missverständnisse jetzt ausgeräumt sind. Und ich bitte um Entschuldigung, wenn ich jemandem auf den Schlips getreten bin oder etwas missachtet habe. Das war in keinster Form meine Absicht. Ganz im Gegenteil – es gibt zwei Dinge, die wichtiger sind als der Fußball: die Geburt und der Tod eines Menschen.“



